<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Stiftung Saazer Heimatmuseum</title>
	<atom:link href="http://www.saazer-heimatmuseum.de/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.saazer-heimatmuseum.de</link>
	<description>Die Stiftung Saazer Heimatmuseum in Georgensgemünd und der Kulturkreis Saaz e. V.</description>
	<lastBuildDate>Sun, 15 Aug 2010 20:42:12 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.0</generator>
		<item>
		<title>Stiftungsfeier im Markgräflichen Schlösslein</title>
		<link>http://www.saazer-heimatmuseum.de/neuigkeiten/stiftungsfeier-im-markgraeflichen-schloesslein/</link>
		<comments>http://www.saazer-heimatmuseum.de/neuigkeiten/stiftungsfeier-im-markgraeflichen-schloesslein/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 10 Jul 2010 09:21:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kulturkreis Saaz e. V.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Neuigkeiten]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.saazer-heimatmuseum.de/?p=131</guid>
		<description><![CDATA[Vor 65 Jahren wurden die deutschen Bewohner und Bürger von den Tschechen aus ihren Wohnungen und Häusern getrieben, in Lagern eingesperrt und nach monatelanger Zwangsarbeit unter Zurücklassung ihres gesamten Hab und Gutes aus ihrer angestammten sudetendeutschen Heimat vertrieben. Ab 1964/ &#8230; <a href="http://www.saazer-heimatmuseum.de/neuigkeiten/stiftungsfeier-im-markgraeflichen-schloesslein/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="/wp-content/uploads/2010/07/buecher-kl.jpg" alt="buecher-kl.JPG" /></p>
<p>Vor 65 Jahren wurden die deutschen Bewohner und Bürger von den Tschechen aus ihren Wohnungen und Häusern getrieben, in Lagern eingesperrt und nach monatelanger Zwangsarbeit unter Zurücklassung ihres gesamten Hab und Gutes aus ihrer angestammten sudetendeutschen Heimat vertrieben. Ab 1964/ 65 konnten in jahrzehntelangen Bemühungen wichtige Andenken, Dokumente, Fotoalben, Bilder, Landkarten, Bücher und viele persönliche Dinge und sonstige Kulturgüter aus der alten Heimat zurück gekauft und gesammelt werden.<span id="more-131"></span></p>
<p>So entstand das Saazer Heimatmuseum. Es soll über die Menschen und das Land, das sie über Jahrhunderte bewohnt und gestaltet haben, Auskunft geben. Der Fortbestand und der Erhalt des Heimatmuseums mit inzwischen über 3000 Exponaten ist durch die Einbringung in eine Stiftung unseren Nachkommen gesichert worden. Das wurde am 24.Mai 2010 gefeiert.</p>
<p>Dr. Gerhard Illing bei der Übergabe weiterer Inventarlisten der neu eingegangenen Exponate</p>
<p>Im renovierten „Markgräflichen Schlösslein“ in Georgensgmünd in Mittelfranken begrüßte Herr Dr. Gerhard Illing als Vorsitzender der Stiftung die im Vortragssaal versammelten Gäste übergab die Stiftungsurkunde dem Museum und schilderte den Aufbau des Museums. Er begann mit dem Hinweis auf die an den Wänden des Saales angebrachten Gemälden mit Motiven aus dem Saazerland, darunter auch 10 Gemälde von dem bekannten Saazer Kunstmaler Hugo Gatscher. Frau Heidi Hedrich, die Tochter und Erbin hatte diese Gemälde im Wert von etwa 5.000,-€ der Stiftung Saazer Heimatmuseum überlassen.</p>
<p>Der 82 jährige Stiftungsgründer und Vorsitzender des Kulturkreises Saaz zeigte sich erfreut darüber, dass es erreicht wurde die teilweise mühselig beschafften Kulturgüter aus Saaz und dem Saazerland, das fast ein Jahrtausend von deutschsprachigen Bewohnern gestaltet wurde, in einem Heimatmuseum unseren Nachfahren, unseren Enkeln und Urenkeln weitergeben zu können. Das war nur durch die Mithilfe vieler Saazer Mitbürger und der Unterstützung durch den Landkreis Roth und der Gemeinde Georgensgmünd möglich.</p>
<p>Der Grundsstein zu diesem Museum wurde von Frau Berta und Herrn Hermann Wurdinger gelegt. Sie begannen ab 1965, während des sogenannten „Prager Frühlings“ unter dem Präsidenten Alexander Dubček (1963 – 1968) mit dem Kauf und Sammlung der gestohlenen Wertgegenstände in Žatec/Saaz. Ein Raum im Haus der Wurdingers in der Gartenstraße 6 in Georgensgmünd war bald überfüllt mit vielen Exponaten die an Saaz, unsere alte Heimat erinnerten.</p>
<p>Das war der Beginn des Aufbaues der Saazer Stube, eines Museums. Eine Reihe Saazer Mitbürger gründeten am 9.April 1983 den Kulturkreis Saaz e.V. mit Sitz in der Stadt Roth in Mittelfranken mit dem Ziel „Beschaffung und Bewahrung deutschen Kulturgutes aus Saaz und dem Saazerland“. Die Mitglieder unterstützten die Bemühungen der Familie Wurdinger weitere Andenken zu erwerben. Die guten Beziehungen zu Roth ermöglichten in 1987 die Unterbringung der inzwischen ansehnlichen Sammlung in einem Raum im Landratsamt von Roth.</p>
<p>Für großes Interesse sorgten die gut gefüllten Bücherregale des Heimatmuseums</p>
<p>Bei den wiederkehrenden Heimattreffen der Saazer in Roth bestand eine gute Gelegenheit unserer Landsleute die „Saazer Heimatstube“ zu besuchen. In den folgenden Jahren konnten weitere kulturell wertvolle Andenken aus Žatec/Saaz erworben werden, darunter wertvolle Dokumente die aus dem 14 Jahrhundert stammten und mit der Feder des Johannes Henslin, genannt „Johannes von Saaz“, geschrieben wurden.</p>
<p><img src="/wp-content/uploads/2010/07/rede-kl.jpg" alt="rede-kl.jpg" /></p>
<p>Der Raum im Landratsamt von Roth wurde bald viel zu klein. Wiederum musste Hermann Wurdinger viele Kulturgüter in seinem Haus aufbewahren. Da ergab sich die Gelegenheit in dem von der Gemeinde Georgensgmünd das nahe der Brücke über die fränkische Rezat in 1666 erbaute, jetzt neu renovierte „Markgräflichen Jagdschlösslein“ zwei Räume für die Ausstellung der musealen Gegenstände zur Verfügung zu bekommen, dazu noch weitere Aufbewahrungs- und Lagermöglichkeit im Dachspeicher.</p>
<p>Am 5.Juli 1999 erfolgte der Umzug. Der Landkreis Roth unterstützte die Nutzung der Räumlichkeiten seither mit einem jährlichen Zuschuss von 6.200,- DM = 3.170,- €, wofür sich die vertriebenen Mitbürger vielmals bedanken. Der Kulturkreis Saaz.V. konnte inzwischen die Saazer Heimatstube durch Einbringung weiterer wertvoller Stücke in ein „SAAZER HEIMATMUSEUM“ überführen. Die Gäste hatten damit die Gelegenheit der Besichtigung der inventarisierten Exponate.</p>
<p>Vorher übergab Horst Helmer als Stiftungsbeirat dem Gründer der Stiftung und Stiftungsvorsitzenden eine Urkunde zur Feier der Stiftungsgründung SAAZER HEIMATMUSEUM am 24. Mai 2010 in Georgensgmünd und als Gabe für die Stiftung Saazer Heimatmuseum die Fahne der Stadt Saaz. Die 1,7 x 2,3 m große Fahne wurde in Žatec gefertigt. Sie soll, wie die gesammelten Güter künftige Generationen auf die vielhundertjährige Geschichte der deutschen Stadt Saaz und auf ihre historische Bedeutung hinweisen.</p>
<p>Die Besichtigung der vorhandenen ansehnlichen Sammlung zeigte auch hier die Raumnot. Viele Urkunden Dokumente und vor allem Bilder und Fotos sind PC-gescannt und archiviert und können nur am Bildschirm gesehen werden. Herr Hermann Wurdinger Jun. betreut seit fünf Jahren das Heimatmuseum und kann interessierten Besuchern bei der Suche nach bestimmten Vorgängen helfen<br />
Es ist vorgesehen Besuchergruppen, vor allem auch Schüler einzuladen, um die Geschehnisse der Vertreibung und das Wissen über die beinahe tausendjährige Vergangenheit von Saaz weiterzugeben. Darum wird sich die Vorstandschaft der Stiftung kümmern.</p>
<p>Mit der Bürgermeisterin Frau Eva Loch, die auch unter den Gästen war, laufen Verhandlungen weitere Ausstellungsräume zu bekommen. Nur das Schlösslein ist ein multifunktionell genutztes Gebäude für die gesamte Bevölkerung. So werden die Räumlichkeiten im ersten Stockwerk von der Volkshochschule und für Ausstellungen<br />
benötigt. Wie in der Vergangenheit so wird sich auch hier wieder eine Lösung finden.</p>
<p>Das Museum ist ein Mahnmal gegen das Unrecht der Vertreibung der deutschen Bewohner aus ihrem Land. Die Erhaltung und Gestaltung ist eine Verpflichtung.</p>
<p>Dr. Gerhard Illing<br />
Vorstandsvorsitzender Stiftung Saazer Heimatmuseum<br />
Groß-Umstadt, 23.Juni 2010</p>
<p><img src="/wp-content/uploads/2010/07/karten-kl.jpg" alt="karten-kl.jpg" /></p>
<p><img src="/wp-content/uploads/2010/07/liste-kl.jpg" alt="liste-kl.jpg" /></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.saazer-heimatmuseum.de/neuigkeiten/stiftungsfeier-im-markgraeflichen-schloesslein/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Die Toten verpflichten die Lebenden</title>
		<link>http://www.saazer-heimatmuseum.de/allgemein/die-toten-verpflichten-die-lebenden/</link>
		<comments>http://www.saazer-heimatmuseum.de/allgemein/die-toten-verpflichten-die-lebenden/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 17 Jun 2010 14:49:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Horst Helmer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Böhmen]]></category>
		<category><![CDATA[Brüx]]></category>
		<category><![CDATA[Fasangarten]]></category>
		<category><![CDATA[Horst Helmer]]></category>
		<category><![CDATA[Postelberg]]></category>
		<category><![CDATA[Saaz]]></category>
		<category><![CDATA[Vertreibung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.saazer-heimatmuseum.de/?p=129</guid>
		<description><![CDATA[von Horst Peter Helmer, Jahrgang 1930 Dieser Erlebnisbericht ist eine schriftliche Fassung meiner Zeitzeugenaussage im Rahmen der Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft Hof vom Leid und Sterben deutscher Bürger in der Nachkriegszeit 1945 / 1946 in Saaz, Postelberg und Maltheuern bei &#8230; <a href="http://www.saazer-heimatmuseum.de/allgemein/die-toten-verpflichten-die-lebenden/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>von <a href="http://www.horst-helmer-saaz.de">Horst Peter Helmer</a>, Jahrgang 1930</em></p>
<p>Dieser Erlebnisbericht ist eine schriftliche Fassung meiner Zeitzeugenaussage im Rahmen der Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft Hof vom Leid und Sterben deutscher Bürger in der Nachkriegszeit 1945 / 1946 in <a target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Saaz">Saaz</a>, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Postoloprty">Postelberg</a> und Maltheuern bei Brüx im ehemaligen Sudetenland.</p>
<p>Die Staatsanwaltschaft Hof untersucht Verbrechen bei der Vertreibung der Deutschen aus ihrer angestammten Heimat im Sudetenland in Nord-Böhmen. Auf Verlangen der Kriminalinspektion Schwabach, Mfr. habe ich nachfolgende Aussagen über die Ereignisse in Saaz und in Postelberg in der Zeit vom 3.bis 8. Juni 1945, aus meinen Erinnerungen heraus, in Form eines Gedächtnis-Protokolls und als Ergänzung zu meinem Erlebnisbericht vom Januar 2001, unter dem Titel „Wider das Vergessen“ niedergeschrieben.<br />
________________________________________________</p>
<p>Mit der Kundmachung der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bene%C5%A1-Dekrete">Benesch-Dekrete</a> am 19. Mai 1945 wurden in der Tschechoslowakischen Republik alle Deutschen zu staatlich unzuverlässigen Personen erklärt und das gesamte deutsche Vermögen unter “nationale Verwaltung” gestellt. Am 2.Juni 1945 wurde Saaz von den sowjetischen Kampfverbänden an die tschechische Verwaltung übergeben. Truppen des tschechischen Generals Svoboda und tschechische Horden besetzten daraufhin die Stadt. Am Sonntag, dem 3. Juni 1945, erfolgte auf Befehl der tschechischen Stadtverwaltung die verhängnisvolle Austreibung der Saazer Männer. Diese erfolgte auf brutalste Weise.<span id="more-129"></span></p>
<p>In den frühen Morgenstunden hörten wir über die auf Autos montierten Lautsprecher, dass sich alle deutschen Männer sofort zum Ringplatz/Marktplatz begeben müssen. Dann drangen tschechische Soldaten, Gendarmen und Milizionäre in alle Häuser ein und trieben die bis 65 Jahre alten deutschen Männer und Jugendliche ab 13 Jahre mit Schlägen und Fußtritten aus ihren Wohnungen und weiter bis zum großen Ringplatz, der als Sammelplatz diente. Die Straßen hallten wider von Schreien, Flüchen und Schüssen. Kranke und Gebrechliche wurden von den tschechischen Unholden, die teils beritten waren, gnadenlos geschlagen, unmenschlich behandelt oder erschossen.</p>
<p><strong>Tschechischer Willkür ausgesetzt</strong></p>
<p>Auf dem Ringplatz übten der später als der “Henker von Postelberg” bekannt gewordene tschechische Polizei-Kapitän Marek (vorher war er Protektorats-Polizist), seine jugendlichen Mordgehilfen, die Brüder Petroluk, Svoboda-Soldaten und viele bewaffnete Zivil-Tschechen ihren menschenverachtenden Terror auf uns über 5000 zusammengetriebenen Deutschen aus. Wer während des stundenlangen Stehens in der immer stärker werdenden Tageshitze auffiel, oder infolge Ungeschicklichkeit oder körperliche Schwäche die befohlene Aufstellungsordnung nicht einhielt, wurde geschlagen und misshandelt. Auch die zu spät Gekommenen wurden so bestraft.</p>
<p>Verboten war auch das Verlassen der Reihe zur Verrichtung der Notdurft. Immer wieder wurden welche gepeitscht, geprügelt und umgebracht. Einen Toten sah ich neben dem Rathaus. Einen anderen Toten beim Kriegerdenkmal und einen weiteren vor den Lauben bei der Eisdiele Anastas. Kapitän Marek erschoss kaltblütig einen Nachzügler vor unseren Augen. Zu unserer aller Warnung, wie er grinsend sagte. Zudem erklärte er, dass alle Deutschen ohne Ausnahme rechtlose Verbrecher seien und als solche auch so behandelt werden müssen. Gegen 14 Uhr erfolgte der Abmarsch in Achterreihen und in drei Kolonnen. Flankiert von wild fluchenden tschechischen Begleitposten und berittenen Svoboda-Soldaten marschierten wir durch das Priestertor, über den Pflasterberg und über die Eger-Brücke dem Ungewissen entgegen.</p>
<p><strong>Schläge mit Knüppeln, Peitschen und Gewehrkolben</strong></p>
<p>Auf der Landstraße nach Postelberg schlugen die Begleitposten und ihre Gehilfen mit Knüppeln, Peitschen und Gewehrkolben immer wieder auf uns ein, um die Marschkolonnen ständig und schneller voran zu treiben. Vom langen Stehen in der glühenden Sonne, vom Marschieren und vom dabei aufgewirbelten Straßenstaub waren unsere Kehlen völlig ausgetrocknet. Wir hatten alle großen Durst. Trotzdem trieb man uns rücksichtslos und unbarmherzig weiter. Viele geschwächte und kranke Männer konnten nicht mehr weiterlaufen und blieben zurück. Sie wurden von den Tschechen auf bestialische Weise totgeschlagen, erschossen und in den Straßengraben geworfen.</p>
<p>Ich habe sieben Tote gezählt, hörte aber auch Schüsse und Schreie bei den anderen Kolonnen. Sicher wurden dort auch welche umgebracht. In unserer Reihe halfen wir uns gegenseitig so gut es eben ging und erreichten nach etwa 4 Stunden die Kleinstadt Postelberg. Diese schien ausgestorben. Vom grausigen Schicksal, das die deutschen Einwohner bereits erlitten hatten, wussten wir damals nichts. Uns trieb man in die alte Kavallerie-Kaserne. Im Kasernenhof mussten wir uns auf den schmutzigen, staubigen Erdboden hinsetzen. Fortan durften wir unseren Sitzplatz nicht mehr verlassen. Es gab nichts zu essen und nichts zu trinken. Mit kleinen Kieselsteinen im Mund versuchten wir etwas Speichel zu erzeugen. Es half nur wenig.</p>
<p>Frierend haben wir die Nacht verbracht, insbesondere betraf das uns Jungendliche, denn die meistens hatten nur leichte Sommerkleidung an. Die tschechischen Wachen um uns herum drohten ständig jeden zu erschießen, der versuchen würde seine Notdurft an einem anderen Ort im Kasernenhof zu verrichten. Plötzlich erschall wieder ein tschechisches Kommando. Professor Worzfeld, unser ehemaliger Mathematikprofessor im Saazer Gymnasium, übersetzte uns, die wir nahe um ihn herum waren, den Befehl: „Jeder muss auf seinem Platz sitzen bleiben.“</p>
<p><strong>Der Sadismus tobt sich aus</strong></p>
<p>Viele von uns Gefangenen, die das tschechische Kommando nicht verstanden hatten, erhoben sich. Sofort wurde gezielt auf sie geschossen. Sogar Handgranaten detonierten. Es gab viele Verwundete, Schwerverletzte und Tote. Auch in meiner unmittelbaren Nähe wurden zwei Männer verletzt und einer sogar tödlich getroffen. Welche von uns mussten die Toten und Schwerverwundeten zu den stinkenden ehemaligen Bombensplitter-Schutzgräben tragen und hineinwerfen. Hernach ermordeten unsere tschechischen Bewacher die noch Lebenden durch Schüsse. Lagerkommandant Marek nannte sie grinsend „Gnadenschüsse“. Später mussten wir diese Gräben als Latrine benutzen. Sie wurden zu den unwürdigsten Gräbern für viele Saazer Männer und Jungen.</p>
<p>Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die ungeheuerliche Nachricht, dass ein 17 jähriger deutscher Saazer – bis zum Kriegsende 1945 war er Hitlerjunge – ab dann war er urplötzlich Antifaschist und Antinationalsozialist &#8211; den jugendlichen tschechischen Wachposten Petroluk aufforderte den in seiner Nähe liegenden deutschen Schwerverwundeten, den Saazer Baumeister Josef Heinzel, zu erschießen, weil er dessen andauernden Hilferufe, das qualvolle Jammern und Stöhnen nicht länger mit anhören konnte und wollte. Das war „Anstiftung zum Mord“! Denn Baumeister Heinzel wurde unmittelbar danach vom jungen tschechischen Wachposten Petroluk erschossen. Leider blieb diese verwerfliche und unmenschliche Tat bis heute ungesühnt. Es wurde berichtet, dass dieser 17 jährige deutsche Anstifter &#8211; er lebt noch heute &#8211; bereits am zweiten oder dritten Tag aus der Lagerhaft entlassen und von seinem „Fürsprecher“ aus Saaz abgeholt wurde.</p>
<p><strong>Wer etwas verheimlicht, wird mit dem Tode bestraft</strong></p>
<p>Neue Kommandos und Befehle erschallten. Alle hatten ihr Geld, Schmuck und andere Wertgegenstände abzugeben. Es hieß: Wer etwas verheimlicht, wird mit dem Tode bestraft. Keiner zweifelte an der Ernsthaftigkeit dieser Drohung. Die von uns abgelieferten Wertgegenstände füllten große Kisten. Anschließend wurden wir gründlich durchsucht. Auch die Schuhe mussten wir ausziehen. Sachen, die für die Tschechen wertlos waren, wie Dokumente, Briefe, Medikamente, wurden auf einen Haufen geworfen und angezündet. Während den Aktionen gingen die tschechischen Sadisten wüst fluchend, schlagend und rücksichtslos durch unsere Reihen. Erneut erlebten wir einen sehr heißen Tag und eine kalte Nacht wieder ohne Essen und Trinken. Am nächsten Morgen begann der Lagerkommandant Marek mit der Sichtung.</p>
<p>Die ehemaligen Angehörigen der SS, NSKK, SA, der Wehrmacht, Polizei, die politischen Leiter, NSDAP-Parteigenossen und die ehemaligen Angehörigen der Sudetendeutschen Partei sollten sich freiwillig melden. Es herrschende ein Durcheinander, denn die Missverständnisse waren groß. In welche Gruppe sollte sich ein ehemaliger Soldat oder SS-Mann, der auch Angehöriger der NSDAP war, einordnen? Es ist mir nicht mehr möglich alles so genau zu beschreiben, wie und was sich in diesen Tagen auf dem heißen und stinkenden Kasernenhof zugetragen und abgespielt hat</p>
<p>Hier wurde geschossen, dort geschlagen, da schleifte man Leichen, laut schreiende Verwundete und Kranke weg. Welche von uns wurden aussortiert und fortgetrieben. Andere wieder hinter Stacheldraht und in leere Pferdeställe eingesperrt. Der ganze Hof hallte wider von tschechischen Kommandos, Geschrei und wüstesten Schimpfworten. Einige von uns gelang es aus einem alten Brunnenloch etwas Wasser zu schöpfen. Leider war unsere Gruppe zu weit weg davon. Somit gab es für Tausende von uns weder Essen noch Trinken. Gegen Abend durften einige Geistliche, Ärzte, Halbjuden, ehemalige KZ-Häftlinge und die angeblichen so genannten Antifaschisten die Kaserne verlassen.</p>
<p><strong>Grausame Exekution von fünf Jugendlichen</strong></p>
<p>In dieser so hoffnungslosen Zeit, völlig demoralisiert und dem Wissen um den immer schwächer werdenden Selbsterhaltungstrieb, hatte wohl jeder von uns mit dem Leben abgeschlossen. Die Menschenopfer dieser Tage konnten später nur ungenau bestimmt werden. Die Nacht war wieder kalt und erfüllt von Schüssen und von den Schreien der Schwerverletzten und Gepeitschten. Am nächsten Morgen ging es mit der Aus- und Einsortierung weiter. Einige Kolonnen mit Zivilgefangenen verließen die Kaserne. Sie kamen nicht wieder.</p>
<p>Fünf Jugendlichen gelang ein Ausreißversuch. Leider wurden sie kurz darauf beim Essen von Äpfeln in einem Garten entdeckt, eingefangen und dem Kommandanten Marek vorgeführt. Zur Strafe mussten sie in der Nähe der alten Reithalle die Hosen ausziehen. Die Züchtigung begann. Widerlich lachend schlugen die tschechischen Sadisten erbarmungslos mit Stöcken und Peitschen auf die weinenden, um Hilfe rufenden und um Gnade bettelnden 13 bis 15 jährigen ein. Das Blut rann ihnen dabei an den Beinen herunter.</p>
<p>Für uns war es schrecklich dieses unmenschliche Tun mit ansehen zu müssen. Zitternd vor Hilflosigkeit und Erregung verfolgten wir die entsetzliche Szene. Plötzlich verkündete ein Bewacher: Wer einen Fluchtversuch unternimmt, wird erschossen, so wie jetzt diese 5 Knaben erschossen werden! Sogleich wurden die Jungs gegen die Wand gestellt. Voller Angst bettelten sie um Erbarmen und riefen in ihrer Not nach ihren Müttern. Wir alle glaubten, dass die tschechischen Schergen zum Schluss doch nicht schießen würden. Es war ein Trugschluss.</p>
<p>Zwei tschechische Wächter legten an und feuerten tatsächlich auf den ersten Knaben. Dieser sackte sofort zusammen und sein Blut rötete die Wand. Eine schreckliche Szene. Daraufhin flehten die 4 anderen Buben: “Herr Kapitän“, wir wollten nicht fliehen und wir werden auch keine Äpfel mehr stehlen. Wir taten es doch nur aus Hunger. Um Gnade bittend ging einer von ihnen auf die mörderischen Henkersknechte zu. Rücksichtslos wurde er von diesen zusammengeschossen. Gnadenlos setzten die tschechischen Mörder ihr Massaker fort.</p>
<p>Bei einem wurde die Halsschlagader getroffen. Vom verspritzen Blut geröteter Mörtel platzte von der Mauerwand ab. Der fünfte blieb nach der ersten Salve stehen und schaute mit aufgerissenen Augen stumm in die Mündung der erhobenen Gewehrläufe. Erst durch weitere Schüsse wurde er zu Boden geschleudert. Mehrere Salven aus einer Maschinenpistole töteten die Sterbenden vollends.<br />
<strong><br />
Hilf- und wehrlos</strong></p>
<p>Zwangsläufig mussten wir, die in der Nähe dieses Geschehens auf der Erde saßen, gebannt und entsetzt dem bestialischen Morden zusehen. Ein Widerstand oder Eingreifen unsererseits, um dieses beispiellose Verbrechen zu verhindern, hätte zu einem wahren Gemetzel unter uns, den über 5000 Wehrlosen geführt. Denn bei den Kasernentoren waren jeweils zwei schwere Maschinengewehre aufgestellt. Zudem hielten viele mörderische Wachposten ihre Waffen erwartungsvoll und schussbereit auf uns gerichtet. Sie hofften sehr auf ein Eingreifen von uns. Denn nur allzu gern hätten sie uns Deutsche auch gnadenlos zusammengeschossen.</p>
<p>Die seelischen Qualen sollten an diesem Tag kein Ende nehmen. In den Pferdeställen, an der hinteren Schmalseite des Kasernenbaus, wurden Gefangene stehend eingepfercht. Gerhard Skalla war auch einer von ihnen. Durch die darin herrschende Hitze und den Sauerstoffmangel starben viele. Außerdem drangen Tschechen mit Stöcken und Peitschen bewaffnet in die Ställe ein. Danach hörten wir anhaltendes Stöhnen und Schmerzgeschrei. Das alles war schrecklich deprimierend und hoffnungslos.</p>
<p>Am vierten Tag wurde zum ersten Mal etwas Nahrung ausgegeben. Zehn Gefangene erhielten ein kleines Brot und ein wenig Wasser. Ohne Messer und Trinkgefäße verlief die Aufteilung unter uns Gefangenen nicht ohne Missgunst und Streit. Jeder glaubte der Benachteiligte zu sein. Unser aufgeregtes Verhalten steigerte wiederum die Tollheit der tschechischen Bewacher. Hier wurden welche mit Füßen getreten, dort geohrfeigt, hier hetzte man einen Wachhund auf Gefangene, dort wurden welche ausgepeitscht.</p>
<p><strong>Gezwungen zu Falschaussagen</strong></p>
<p>Nach dem Haupttor, auf der linken Seite des Kasernengebäudes, befand sich ein mit Stacheldraht umzäuntes Areal. Darin waren die von Mörder-Marek, so nannten wir ihn inzwischen, aussortierten und als „Nazi-Verbrecher“ eingestuften Gefangenen eingesperrt. Zur Strafe und auf Befehl mussten sich welche in Zweier-Gruppen gegenüberstellen und gegenseitig mit Knüppeln rücksichtslos prügeln, andere wiederum ohrfeigten oder peitschten. Posten wachten darüber, dass die Schläge auch hart genug ausgeführt wurden. Andere Gefangene hat Marek selbst gefoltert und zu Falschaussagen und Selbstbeschuldigungen gezwungen. Ich sah wie vier verletzte Deutsche mit Schlägen und Schüssen getötet und hernach ebenfalls in die Latrinen-Gräben geworfen wurden.</p>
<p>Zu Besuch kamen auch tschechische Frauen in den Kasernenhof. Lachend und feixend schauten sie sich die anhaltenden Quälereien und Morde an, die von ihren Landsleuten begangen wurden. Am Spätnachmittag erfolgte der erste Abtransport von vielen Saazer Männern. Sie kamen auch am nächsten Tag nicht zurück. Wieder wurden Gefangenen in einen Stall gepfercht. Es sollen über 200 gewesen sein. Nicht alle haben diese Tortur überlebt. Sie starben durch Hitzschlag und Sauerstoffmangel. Die verzweifelten Hilferufe blieben ungehört.</p>
<p>Früh um 7 Uhr öffnete man die Tür. Die Herausströmenden warfen sich schwer atmend auf die Erde, ihre Gesichter waren durch die erlittenen Qualen verzerrt. Einer wankte Hilfe suchend zu einem Posten hin und wurde von diesem gnadenlos zusammengeschossen. Manche wollten etwas sagen, brachten jedoch nur ein unverständliches Krächzen hervor. Die meisten Gequälten waren völlig verwirrt und teilnahmslos. Ein ehemaliger Hauptmann ging zum Lagerkommandanten Marek und bat ihn, entweder nach der Genfer-Konvektion behandelt zu werden oder wie ein deutscher Offizier sterben zu dürfen. Daraufhin musste er sich hinknien und erhielt vom Mörder Marek einen „wohlwollenden“ Genickschuss. Nicht nur dieser Tote, sondern auch andere Tote und Verletzte mussten von uns Gefangenen weggetragen und in die nach Fäkalien stinkenden Gräben im Kasernenhof geworfen werden.</p>
<p><strong>Massenmorde</strong></p>
<p>An diesem Tag begannen die Massenmorde. Immer wieder wurden größere Trupps zusammengestellt und zum hinteren Kasernentor hinaus geführt. Sie kamen nicht mehr zurück. Wir hörten Schüsse. Keiner von uns Zurückgebliebenen wusste damals, was mit diesen Menschen geschehen ist. Späteren Nachforschungen haben ergeben, dass die Saazer Männer, die im „Fasangarten“ und an anderen Stellen um Postelberg herum erschossen und in Massengräbern verscharrt wurden, weit mehr als 1200 waren.</p>
<p>Am fünften Tage wurden hunderte zu Zwangsarbeiten in die Arbeitslager und Bergwerke nach Joachimsthal und Klatno gebracht. Andere hatten Glück und kamen nach Saaz in die dortigen Arbeitslager. Um die 1500 wurden mit Lastkraftwagen nach Maltheurn bei Brüx transportiert und in die dortigen ethnischen Zwangsarbeitslager Tabor 27, 28 und 17/18 eingesperrt. Zusammen mit meinen Freunden Franz Wolfram, Heinz Happich, Ruthard Blumauer, Heinz Deimling, Werner Funk und anderen Jugendlichen kam auch ich in das berüchtigste aller Lager, in das Straflager für Naziverbrecher „Tabor 28“.<br />
Das geschah alles willkürlich ohne besonderen Grund.<br />
<strong><br />
Tief ins Gedächtnis eingeprägt</strong></p>
<p>Jeden Tag marschierten wir unter martialischer Bewachung in die „Stalin Werke“. Es waren die ehemaligen Hermann-Göring-Benzin und Öl-Hydrierwerke. Dort verrichteten wir unter strengster Aufsicht schwerste körperliche Aufräumungsarbeiten. So bargen wir auch die während des Krieges durch alliierte Bomben getöteten, halb verwesten und verbrannten Menschen aus den Trümmern. Es war alles ein unbeschreiblich schreckliches Geschehen. Über die in dieser Zeit von Tschechen an Deutschen begangenen Nachkriegsverbrechen und abscheulichen Geschehnisse, von denen ich viele mit ansehen und erleben musste, habe ich in meinem Erlebnisbericht unter dem Titel “Wider das Vergessen” ausführlich dargestellt.</p>
<p>Diesem wahrheitsgetreuen Bericht liegen die in meinem Gedächtnis tief eingeprägten und leider unauslöschbaren Erinnerungen an diese grausame Zeit zu Grunde. Die Eingangs von mir genannte Anzahl an ermordeten Saazer Deutschen habe ich selbst gesehen, diese entspricht jedoch keinesfalls der Anzahl derer, die tatsächlich von den damals ausgesprochen sadistischen Tschechen in dem angegebenen Zeitraum und in und an den genannten Orten bestialisch umgebracht worden sind.</p>
<p>Ein Handskizzen-Lageplan über die Hinrichtungsstätten und Massengräber in und um Postelberg liegt bei. 1945 wurden von den Tschechen im Fasangarten 763 Mordopfer exhumiert und an einen unbekannten Ort verbracht. Das wurde inzwischen von amtlicher Seite in Prag bestätigt.</p>
<p>Horst P. Helmer (Muhr am See, 28. März 2001)</p>
<p><strong>Zu dem Thema</strong><br />
<strong><a href="http://www.horst-helmer-saaz.de">Private Homepage von Horst Helmer</a>r</strong><br />
<strong><a href="http://www.saazer-heimatmuseum.de/?p=43">Wider das Vergessen &#8211; von Horst Helmer</a><br />
</strong><br />
<a href="http://www.saazer-heimatmuseum.de/?p=123"><strong>Die Massaker von Postelberg &#8211; Erinnerungen an 1945 &#8211; von Hilde Dalbert-Gundermann</strong></a><strong><br />
<a href="http://www.saazer-heimatmuseum.de/?p=51"><br />
<strong><a href="http://www.saazer-heimatmuseum.de/?p=126">Die grauenvollen Tage von Saaz und Postelberg</a><br />
</strong></a><br />
<a href="http://www.saazer-heimatmuseum.de/?p=126">Gegen das Vergessen &#8211; von Gerhard Illing</a></strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.saazer-heimatmuseum.de/allgemein/die-toten-verpflichten-die-lebenden/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Die grauenvollen Tage von Saaz und Postelberg</title>
		<link>http://www.saazer-heimatmuseum.de/allgemein/die-grauenvollen-tage-von-saaz-und-postelberg/</link>
		<comments>http://www.saazer-heimatmuseum.de/allgemein/die-grauenvollen-tage-von-saaz-und-postelberg/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 06 Jun 2010 11:05:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kulturkreis Saaz e. V.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.saazer-heimatmuseum.de/?p=126</guid>
		<description><![CDATA[Die grauenvollen Tage von Saaz und Postelberg, wo ich Schrecken und Gewalt erlebte, sowie Mord und Totschlag Von Herrn Gerhard Skalla aus Saaz, Dorndorfergasse 96, als Zeitzeuge Blick auf den Postelberger Kasernenberg (ca. 1837 von E.E. Kutschera) 9. Mai 1945 &#8230; <a href="http://www.saazer-heimatmuseum.de/allgemein/die-grauenvollen-tage-von-saaz-und-postelberg/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Die grauenvollen Tage von Saaz und Postelberg, wo ich Schrecken und Gewalt erlebte, sowie Mord und Totschlag</strong></em></p>
<p><em>Von Herrn Gerhard Skalla aus Saaz, Dorndorfergasse 96, als Zeitzeuge</em></p>
<p><img src="http://wordpress.p27364.webspaceconfig.de/wp-content/uploads/2010/06/kasernenberg-kl.jpg" alt="Blick auf den Postelberger Kasernenberg (ca. 1837 von E.E. Kutschera)" /><br />
<em>Blick auf den Postelberger Kasernenberg (ca. 1837 von E.E. Kutschera)</em></p>
<p><strong>9. Mai 1945</strong><br />
Meine Heimatstadt Saaz wurde in den Morgenstunden von der Roten Armee besetzt. An den darauf folgenden Tagen, stetige Vergewaltigungen und Plünderungen durch russische Besatzer. Zahlreiche verzweifelte Frauen und Männer gehen in den Freitod.</p>
<p><strong>3. Juni 1945</strong><br />
Unsere Haustüre wurde durch tschechische Staatspolizei (SNP) gewaltsam geöffnet. Sie brüllten, dass sich alle deutschen Männer zwischen 15 und 65 Jahren umgehend auf den Ringplatz einzufinden hätten und an einer weißen Armbinde mit dem Buchstaben N für Ner-nec=Deutsch zu erkennen sein müssten. Mein Vater, Jahrgang 1895, Fleischhacker und ich, Jahrgang 1929, Schüler, erreichten um 08:00 Uhr früh den Marktplatz und sahen dort bereits ungefähr 3000 Buben und Männer versammelt, die von berittenen Tschechen mit Lederpeitschen traktiert und in langen Reihen aufgestellt wurden.<span id="more-126"></span></p>
<p>Um 09:00 Uhr mussten wir uns in Bewegung setzen. Sie trieben uns bis zum nördlichen Stadtrand. Dort wurde uns alles was wir bei uns hatten abgenommen. Dann ging es bei sengender Sonne ab in Richtung Postelberg. Das ist eine kleine Stadt an der Eger. Bei diesem Marsch fielen besonders schwache und ältere Menschen zu Boden. Sie wurden durch Genickschüsse umgebracht und in die Straßengräben geworfen. In Postelberg angekommen, wurde wir in die dortige Kavalleriekaserne verbracht und mussten uns auf den Boden setzen. So haben wir die erste Nacht verbracht.</p>
<p><strong>4. Juni 1945</strong><br />
Früh am Morgen, wir waren noch ganz steif durch die Nachtkälte, wurden wir durch lautes Schreien und Befehle zum Aufstehen, dann schon wieder zum Setzen geweckt. Das ging den bewaffneten Peinigern anscheinend zu langsam und sie schossen mit Gewehren in unsere Menge. Hierbei wurden einige der Männer schwer verletzt und sie mussten von einigen von uns in die nahen Splittergräben getragen werden. Dort wurden sie brutal durch MP-Salven erschossen. Nachmittags und abends mussten wir alle einige Laufrunden über den Kasernen-platz laufen, durch Peitschen und Gewehrkolbenschläge immer wieder angetrieben. Dabei mussten wir Nazi-Lieder singen. In der Zwischenzeit wurden viele geschundene Männer zusätzlich mit LKWs vom Saazer Gerichtsgefängnis gebracht, ausgeladen und in einen großen Stall eingesperrt. Dieser Stall war mit Stacheldraht abgesichert.</p>
<p><strong>5. Juni 1945</strong><br />
Beginnende Selektionen der deutschen Männer. Soldaten, die im Osten eingesetzt waren, wurden brutal geschlagen. Sie mussten genau wie unzählige andere Personen sich abgesondert seitlich der Tische der Verhörer aufstellen. Als ich dran war, wurde ich offenbar als „weniger verdächtig“ betrachtet und in einen kleineren Stall neben dem nebenliegenden Stall, wo die Gerichtsgefängnisinsassen lagen, eingewiesen. Etwa 30 Buben waren bereits dort drin. Der Stall war voller faulendem Mist und faulenden Feldrüben, die wir vor Hunger gegessen haben.</p>
<p>Am späteren Tag hörten wir lautes Geschrei vom Kasernenhof her und sahen durch einen kleinen Ritz in der Stalltür, wie eine große Anzahl Männer durch das südliche Tor der Kaserne getrieben wurde und sich in Richtung Egergelände bewegte. Darunter erkannte ich noch meinen Vater. Das war das letzte Lebenszeichen von ihm. Am nächsten Tag kursierten Gerüchte, dass sich alle diese Männer ihre eigenen Massengräber an der Eger in Richtung Levanitz hatten schaufeln müssen und dann der Reihe nach mit Maschinengewehren niedergeschossen und getötet worden waren. Auf der langen Liste der über tausend von Tschechen ermordeten Sudetendeutschen des Kreises Saaz findet sich sein Name heute unter der Nummer 846.</p>
<p>Später erfuhren wir, dass bei diesem Gemetzel etwa 750 Männer erschossen wurden. Bei einem meiner späteren Besuche in Postelberg wurden mir von damaligen tschechischen Bewohnern die Stellen der Massengräber gezeigt. Am späteren Nachmittag wurde plötzlich unsere Stalltür aufgetreten und vier, mit Peitschen und MPs bewaffnete Tschechen stürmten herein. Dabei ist einer der Peiniger über einen Wassereimer, der sich an der Innentür befand, gestürzt. Dabei hatte er sich in seinen Fuß geschossen. Das nahmen die anderen zum Anlass, in unserem Raum eine Salve mit der MP abzugeben und es wurden fünf Buben in Arme und Beine getroffen. Eine wüste Peitschenorgie folgte. Wir mussten uns dazu nackt ausziehen. Sie schrieen, dass wir alle erschossen würden und trugen den verwundeten Tschechen hinaus. Sie kamen aber nicht zurück. Deshalb kleideten wir uns nach einigen Stunden wieder an.</p>
<p><strong>6. Juni 1945</strong><br />
Der Tag war ein einziges blutiges Chaos. Er begann damit, dass wir in unserem Stall Morgensport treiben und uns gegenseitig Boxhiebe versetzen mussten. Die Peiniger haben dabei immer wieder mit Gewehrkolben auf uns eingeschlagen. Anschließend wurden wir zu den Leuten in den großen Stall hineingepfercht und sahen grausame Bilder, die uns unvergesslich blieben. Alle Männer dieses Stalles waren rot und blau geschlagen, viele hatten eingeschlagene Stirnen, abgeschlagene Ohren und leere Augenhöhlen. Alle vollen Stunden kamen die Henker zurück und setzten ihr grausames Handwerk fort. Nun wussten wir, dass der Name dieses Stalles, nämlich „Todesblock“, voll berechtigt war. Dieses Treiben mussten wir bis zum Abend mit ansehen, dann wurden wir Buben wieder in unseren Stall zurückverlegt.</p>
<p><strong>7. Juni 1945</strong><br />
Wir wurden Zeuge der Ermordung von fünf Buben, die an einer Scheune starben. Verlegung in einen großen Stall, voll gestopft mit etwa 500 Personen. Sitzend mit angewinkelten Füssen mussten wir ausharren und haben so die Nacht verbracht. Unsere Notdurft konnten wir nur im Sitzen verrichten, sodass Ungeziefer massenhaft über uns fiel. Beim geringsten Laut nach draußen wurde gleich scharf in unseren Stall hineingeschossen. Später haben einige von uns den Versand verloren. Wir wurden mit Trinkwasser von den Splittergräben versorgt, mit Leichengeschmack und modrig.</p>
<p><strong>8. Juni 1945, Tag der „Heimkehr“</strong><br />
Wir hatten mit den letzten Kräften unseren Kerker reinigen müssen. Dann wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt. Eine wurde nach Brüx ins Kohlenrevier in Marsch gesetzt und in das berüchtigte Lager 28 eingewiesen. Meine Gruppe wurde nach Saaz zurückgetrieben. Darunter war auch ich. Während des Rückmarsches wurden wir dauernd mit Peitschen angetrieben. In Saaz angekommen wurden wir in das Schießhaus gebracht.</p>
<p><strong>In den Tagen danach</strong><br />
In den nächsten Tagen mussten wir uns öfters in der heißen Sonne an den Mauern aufstellen und die Hände hoch halten bis wir nicht mehr konnten, dann erhielten wir Gewehrkolbenschläge auf Kopf und Rücken. Beim täglichen Morgenappell wurden wir zu Zwangsarbeit eingeteilt. Viele kamen in die Kohlegruben nach Kladno bei Prag, bei wenig Essen und Trinken. Meine Mutter und Schwester mussten Mitte Juni die Wohnung verlassen und waren gezwungen, die Wohnungsschlüssel abzugeben. Sie wurden in die ehemalige SS-Kaserne in Saaz verbracht. Dort haben sie schreckliche Dinge erlebt. Doch endlich, das Ende unserer Leidenszeit nahte. Im Januar 1946 durften wir uns zur Vertreibung melden und hatten das Glück, beim zweiten Transport nach Bayern dabei zu ein. Am 14. Februar wurden wir in der SS-Kaserne auf den Transport vorbereitet. Die Tschechen sagten uns immer wieder, dass wir uns umschauen werden in Deutschland: „Da fressen sich die Leute vor Hunger gegenseitig auf.“</p>
<p><strong>21. Februar 1946 – der Tag unserer Vertreibung</strong><br />
Wir haben die Kaserne endlich verlassen und marschierten zum Güterbahnhof von Saaz. Es waren hauptsächlich alte Männer, Frauen und Kinder. Die anderen Männer wurden zur weiteren Zwangsarbeit behalten oder wurden, wie berichtet, erschossen. Unser Marsch zum Güterbahnhof wurde von gröhlenden tschechischen Erwachsenen und Kindern begleitet. Wir wurden angespuckt und mit Ausrufen wie „deutsche Schweine“ bedacht. Teilweise bewarfen sie uns mit Pflastersteinen. Am Bahnhof wurden wir in 45 Viehwaggons aufgeteilt. In keinem der Waggons war ein gebrauchsfähiger Ofen eingebaut. So haben wir diese erneute Schikane der Tschechen erfahren und frierend im Güterzug bei etwa 18 Grad Kälte unsere Heimatstadt verlassen. Die Fahrt ging über Pilsen nach Furth im Wald. Vor der Grenze wurde unser Transportzug noch ein letztes Mal gestoppt. Wir mussten die Waggons verlassen und unsere letzten Habseligkeiten wurden von den Tschechen noch einmal durchsucht und teilweise geraubt. Dann haben wir unsere weißen Armbinden abgenommen und sie den Tschechen vor die Füße geworfen. So fuhren wir endlich in die Freiheit!</p>
<p><strong>Die Hauptpeiniger und Mörderbuben</strong><br />
Schließlich möchte ich die Namen unserer Hauptpeiniger und Mörderbuben bekannt geben, soweit es aus meinem Erinnerungsvermögen noch möglich ist:</p>
<p>1. Der Postelberger und Saazer Lagerkommandant war Kapitän Josef Marek, ein gelernter Schuster und früherer Polizist in Postelberg/Böhmen.<br />
2. Seine Mordhelfer waren Pawel und die Brüder Petroluk.</p>
<p>Die geschilderten schrecklichen Vorgänge habe ich persönlich erlebt und als Zeitzeuge bereits am 20. Februar 2006 aufgeschrieben.</p>
<p>Gerhard Skalla<br />
Gunzenhausen/Bayern</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.saazer-heimatmuseum.de/allgemein/die-grauenvollen-tage-von-saaz-und-postelberg/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Die Massaker von Postelberg &#8211; Erinnerungen an 1945</title>
		<link>http://www.saazer-heimatmuseum.de/allgemein/die-massaker-von-postelberg-erinnerungen-an-1945/</link>
		<comments>http://www.saazer-heimatmuseum.de/allgemein/die-massaker-von-postelberg-erinnerungen-an-1945/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 23 May 2010 17:13:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>arne</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.saazer-heimatmuseum.de/?p=123</guid>
		<description><![CDATA[Von Frau Hilde Dalbert-Gundermann aus Postelberg, Fischergasse 61 Nachdem man im Mai 1945 alle Postelberger deutschen Männer von 16 bis 65 Jahren in die Postelberger Kaserne zusammen getrieben und viele von Ihnen teilweise bestialisch ermordet hatte, wurden die Frauen und &#8230; <a href="http://www.saazer-heimatmuseum.de/allgemein/die-massaker-von-postelberg-erinnerungen-an-1945/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src='http://wordpress.p27364.webspaceconfig.de/wp-content/uploads/2010/05/postelberg12_lysippos.jpg' alt='Die Kaserne in Postelberg (Quelle: Lysippos)' /></p>
<p><em>Von Frau Hilde Dalbert-Gundermann aus Postelberg, Fischergasse 61</em></p>
<p>Nachdem man im Mai 1945 alle Postelberger deutschen Männer von 16 bis 65 Jahren in die Postelberger Kaserne zusammen getrieben und viele von Ihnen teilweise bestialisch ermordet hatte, wurden die Frauen und Kinder von tschechischen Soldaten (Swobodisten) und Polizisten (SNP) gezwungen, die Wohnungen zu verlassen, die Wohnungsschlüssel abzugeben und wurden dann in ein Barackenlager im Postelberger Fasangarten gebracht. Sie durften nur mitnehmen was sie am Leib trugen und maximal drei kg Gepäck, darunter Lebensmittel für eine Woche.<span id="more-123"></span></p>
<p>Als Tatzeugin musste ich miterleben, wie der im März 1945 ein mit Kaiserschnitt geborene Sohn von Frau Zita Haase, geb. Zens aus Postelberg, buchstäblich verhungern musste. Sie hatte für ihr Kind nur etwas Milchpulver dabei, das bald aufgebraucht war. Für Kleinkin-der gab es keine Milch. Die Erwachsenen bekamen nach einigen Tagen früh und abends 100g Brot und eine schwarze Brühe, Kaffee genannt. Mittags gab es eine Suppe, meist ohne Salz, dazu ca. 100g Kartoffeln pro Kopf aber kein Gemüse. Ich erinnere mich noch gut daran, wie ein Soldat bei der Rückkehr von der Zwangsarbeit bei der Kontrolle alle Lebensmittel und auch ein bisschen Milch, das ich für das Baby einschmuggeln wollte, weggenommen hat. Pro-testieren half nicht, auch nicht der Hinweis, dass das Kind verhungern muss.</p>
<p>Das Baby schrie und wimmerte vor Hunger als das Milchpulver zu Ende gegangen war. Die Mutter zerkaute Brot und versuchte ihr Kind mit diesem Brei zu füttern. Sie konnte ihren neugeborenen Sohn nicht vor dem Verhungern retten, eines Morgens war er tot. Er war nicht das einzige Kleinkind, das im Lager dem Tod ausgesetzt war. Die Mutter suchte nun eine Begräbnisstätte. Es wurde ihr erlaubt, das Kind im Grab bei Verwandten zu beerdigen. Ein Soldat begleitete sie – kein Pfarrer. Es war keine Beerdigung im üblichen Sinne, es war ein Verscharren. Mit bloßen Händen grub die Mutter ein Loch und legte das in einer Schachtel liegende Kind hinein. Vorbeigehende tschechische Weiber beschimpften sie als deutsche Hure, der nur recht geschehen ist. In dem Frauenlager haben sich viele schreckliche Dinge ereignet. Viele Frauen wurden teilweise mehrfach vergewaltigt und entehrenden Demütigungen ausgesetzt. Viele haben über diese schrecklichen Erlebnisse geschwiegen und jahrelang an den gesundheitlichen und seelischen Schäden gelitten.</p>
<p>In den Lagern in Postelberg sind 1945 unvorstellbare Grausamkeiten geschehen. Wie viele ermordete Männer wurden in die Panzergräben bei der Postelberger Kaserne geworfen?! Wie viele sind an Hunger und Krankheit gestorben?! Wie viele haben Selbstmord begangen?! Waren es 1600 oder 2000?! Die genaue Zahl wird man nicht mehr ermitteln können, denn die Massaker zogen sich über Monate hin. Nicht nur viele Bürger aus Saaz, Postelberg und dem Saazer Umland, sondern auch durchziehende Soldaten und Flüchtlinge waren unter den Todesopfern, die niemand kannte. Unbeschreiblich waren die Folterungen und Misshandlungen der Opfer, die sie vor ihrer Ermordung erleiden mussten. Nicht zu vergessen ist die Sklavenarbeit, die Millionen deutscher Bürger monatelang in 1945 und 1946 leisten mussten.</p>
<p>Unbestraft blieben die verantwortlichen Lagerleiter und Mörder wie der Saazer und Postelberger Lagerkommandant „Josef Marek“ und „Stabni Pelc“. Er ließ zu, dass sich die gefürchteten „Swobodniks“ Mädchen aus dem Lager holten, er ließ zu, dass wahllos Männer zur so genannten Rot-Kreuz-Baracke gebracht, dort verprügelt und buchstäblich tot geschlagen wurden. Sie sind verantwortlich für das Sterben der Kleinkinder, sie taten nichts gegen den Ausbruch von Krankheiten im Lager, wie z.B. Typhus durch verschmutztes Trinkwasser, nichts gegen die mit Wanzen und Läusen verseuchten Baracken.</p>
<p>Positiv zu erwähnen ist die Hilfe eines sowjetrussischen Arztes im Lager, der Kranken half, sie impfte und damit Leben rettete.</p>
<p>Nun ist die Postelberger Stadtverwaltung nach jahrelangen Verhandlungen bereit, eine Tafel zur Erinnerung an den Mai 1945 anzubringen mit folgendem Text:</p>
<p><em>Den unschuldigen Opfern im Jahre 1945</em></p>
<p>Wohl ein kleiner Schritt, hoffentlich aber ein Anfang für die Aufarbeitung der schrecklichen Ereignisse, die sich nie mehr wiederholen dürfen.</p>
<p>Hilde Dalbert-Gundermann</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.saazer-heimatmuseum.de/allgemein/die-massaker-von-postelberg-erinnerungen-an-1945/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Einladung zum Museumsbesuch am Pfingstmontag</title>
		<link>http://www.saazer-heimatmuseum.de/allgemein/einladung-zum-museumsbesuch-am-pfingstmontag/</link>
		<comments>http://www.saazer-heimatmuseum.de/allgemein/einladung-zum-museumsbesuch-am-pfingstmontag/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 07 May 2010 15:43:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kulturkreis Saaz e. V.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Neuigkeiten]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.saazer-heimatmuseum.de/?p=120</guid>
		<description><![CDATA[Die umfangreiche Sammlung von Dokumenten, Büchern, Bildern und sonstige Andenken ist ein Zeugnis unserer Existenz in Saaz und im Saazerland. Mit der Errichtung der „Stiftung Saazer Heimatmuseum“ ist das Ziel des 1983 gegründeten Kulturkreises Saaz e.V., die Beschaffung und Bewahrung &#8230; <a href="http://www.saazer-heimatmuseum.de/allgemein/einladung-zum-museumsbesuch-am-pfingstmontag/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://wordpress.p27364.webspaceconfig.de/wp-content/uploads/2010/05/saazer-stube-3.jpg" alt="saazer-stube-3.JPG" /></p>
<p>Die umfangreiche Sammlung von Dokumenten, Büchern, Bildern und sonstige Andenken ist ein Zeugnis unserer Existenz in Saaz und im Saazerland. Mit der Errichtung der „Stiftung Saazer Heimatmuseum“ ist das Ziel des 1983 gegründeten Kulturkreises Saaz e.V., die Beschaffung und Bewahrung deutschen Kulturgutes aus Saaz und dem Saazerland, erreicht worden. Damit wurde sichergestellt, dass die bisher über 3000 gesammelten Exponate der Öffentlichkeit und unseren Nachkommen zugänglich bleiben. Es konnte nur ein kleiner Teil des geraubten Kulturgutes gerettet werden. Der größte Anteil der Kunstwerke, der Bibliotheken, unersetzlicher Archivalien und Bauwerke gingen mit dem gesamten Vermögen der vertriebenen deutschen Bürger verloren.<span id="more-120"></span></p>
<p>Den Grundstein zur Wiederbeschaffung enteigneter Kulturgüter legte die Familie Hermann Wurdinger, die bereits ab 1965 damit begonnen hat, Andenken an die geraubte Heimat zu erwerben. Mit Ausdauer und Fleiß entstand eine immer größer werdende Sammlung, die bald einen ganzen Wohnraum in ihrem Haus in Georgensgmünd, in der Gartenstraße 6, füllte. Das war ausschlaggebend für die Mitglieder des Kulturkreises, sich an der Unterbringung und Erweiterung der Sammlung zu beteiligen. 1987 genehmigte die Stadt Roth, die erworbenen Exponate in der „Saazer Stube“ im Landratsamt auszustellen.</p>
<p>Bei den wiederkehrenden „Saazer Heimattreffen“ in Roth bestand eine gute Gelegenheit für unsere Landsleute, die „Saazer Stube“ zu besuchen. Aus Platzmangel erfolgte im Jahr 1999 die Verlagerung der Saazer Heimatstube in das schöne, renovierte Jagdschlösslein in Georgensgmünd, wo für die Ausstellung zwei Räume und der gesamte Dachboden für die Lagerung der Exponate zur Verfügung gestellt wurden. Nach umfangreichen Renovierungen und Archivierungen wurde im Jahr 2008 aus der Saazer Heimatstube das Saazer Heimatmuseum mit einer ansehnlichen Sammlung von Urkunden, Dokumenten, Büchern, alten Fotos und sonstigen Andenken.</p>
<p>Hermann Wurdinger jr. betreut vor Ort das Museum und knüpft damit an die Arbeit seiner verstorbenen Eltern an. Das Heimatmuseum des Saazerlandes ist ein Mahnmal gegen das Unrecht der Vertreibung von Menschen aus ihrem Land, das sie über Jahrhunderte bewohnt und gestaltet haben. Die Errichtung der Stiftung nehmen wir zum Anlass, am</p>
<p><strong>Pfingstmontag, den 24. Mai 2010, nachmittags ab 14:00 Uhr, zu einer Feierstunde einzuladen, mit der Gelegenheit zur Besichtigung des Museums.</strong></p>
<p>Eine Anfahrtsbeschreibung finden Sie <a href="http://www.saazer-heimatmuseum.de/?page_id=19">hier</a></p>
<p>Ihr Dr. Gerhard Illing<br />
Kulturkreis Saaz e. V.</p>
<p><img src="http://wordpress.p27364.webspaceconfig.de/wp-content/uploads/2010/05/saazer-stube-17.jpg" alt="saazer-stube-17.JPG" /></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.saazer-heimatmuseum.de/allgemein/einladung-zum-museumsbesuch-am-pfingstmontag/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Stiftung Saazer Heimatmuseum anerkannt</title>
		<link>http://www.saazer-heimatmuseum.de/allgemein/stiftung-saazer-heimatmuseum-anerkannt/</link>
		<comments>http://www.saazer-heimatmuseum.de/allgemein/stiftung-saazer-heimatmuseum-anerkannt/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 22 Apr 2010 14:05:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>arne</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Neuigkeiten]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.saazer-heimatmuseum.de/?p=116</guid>
		<description><![CDATA[Es ist geschafft: Das Saazer Heimatmuseum ist abgesichert! Durch den Erhalt der Stiftungsurkunde von Regierungspräsidium und der Stiftungsaufsicht ist die Stiftung Saazer Heimatmuseum rechtskräftig. Urkunde für die Stiftung Saazer Heimatmuseum Damit ist erreicht, dass das teilweise mühselig beschaffte Kulturgut unseren &#8230; <a href="http://www.saazer-heimatmuseum.de/allgemein/stiftung-saazer-heimatmuseum-anerkannt/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist geschafft: Das Saazer Heimatmuseum ist abgesichert!<br />
Durch den Erhalt der Stiftungsurkunde von Regierungspräsidium und der Stiftungsaufsicht ist die Stiftung Saazer Heimatmuseum rechtskräftig.</p>
<p><strong>Urkunde für die Stiftung Saazer Heimatmuseum</strong></p>
<p><img src="http://wordpress.p27364.webspaceconfig.de/wp-content/uploads/2010/04/urkunde_4501.jpg" alt="Die Stiftungsurkunde für das Saazer Heimatmuseum" /></p>
<p>Damit ist erreicht, dass das teilweise mühselig beschaffte Kulturgut unseren Nachfahren und einer breiteren Öffentlichkeit in einem Heimatmuseum auch weiterhin erhalten bleibt. Die schon vor Jahren eingeleiteten Bemühungen, die bei den Mitgliederversammlungen 2007 und 2009 von den Mitgliedern geplant und bestätigt wurden, kamen somit zu einem erfreulichen Abschluss.<span id="more-116"></span></p>
<p>Am Pfingstmontag ab 14 Uhr lädt der Kulturkreis Saaz e.V. zu einem Besuch des Saazer Heimatmuseums im <a href="http://www.saazer-heimatmuseum.de/?page_id=19">Markgräflichen Schlössleins in Georgensgemünd</a> ein. Wir hoffen, der Besuchertag trägt dazu bei, dass der Fortbestand und die Förderung des Museums auch in Zukunft gesichert bleiben.</p>
<p>Der Vorstand der Stiftung Saazer Heimatmuseum</p>
<p><img src="http://wordpress.p27364.webspaceconfig.de/wp-content/uploads/2010/04/heimatmuseum_mit_schild_450.jpg" alt="heimatmuseum_mit_schild_450.jpg" /></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.saazer-heimatmuseum.de/allgemein/stiftung-saazer-heimatmuseum-anerkannt/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Biographie von Herrn Hermann Josef Schneider</title>
		<link>http://www.saazer-heimatmuseum.de/allgemein/biographie-von-herrn-hermann-josef-schneider/</link>
		<comments>http://www.saazer-heimatmuseum.de/allgemein/biographie-von-herrn-hermann-josef-schneider/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 23 Mar 2010 19:31:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kulturkreis Saaz e. V.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.saazer-heimatmuseum.de/?p=115</guid>
		<description><![CDATA[Biografie von Herrn Hermann Josef Schneider &#8211; Kapellmeister, Chordirektor, Komponist und Musikverleger Hermann Josef Schneider wurde am 7. April 1862 in Tepl als Sohn eines Gerichtsbeamten geboren. Schon als Kind fiel seine musikalische Begabung auf, er erhielt Musikunterricht und spielte &#8230; <a href="http://www.saazer-heimatmuseum.de/allgemein/biographie-von-herrn-hermann-josef-schneider/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Biografie von Herrn Hermann Josef Schneider &#8211; Kapellmeister, Chordirektor, Komponist und Musikverleger</em></p>
<p>Hermann Josef Schneider wurde am 7. April 1862 in Tepl als Sohn eines Gerichtsbeamten geboren. Schon als Kind fiel seine musikalische Begabung auf, er erhielt Musikunterricht und spielte schon als Jugendlicher hervorragend Violine und Klavier.</p>
<p>1881 wurde er Soldat, wie nicht anders zu erwarten, diente er bei einem Musikzug. Hier lernte er die Blasmusik kennen, eine gute Vorschule für die spätere Komposition zahlreicher Märsche für Blasmusik, darunter der bekannte Erzherzog-Carl-Marsch und der Erzherzog-Albrecht-Marsch.</p>
<p>1893 kam er nach Saaz als Lehrer der Musikschule, er leitete den Chor der Saazer Stadtkirche und ab 1897 die Kapelle des Saazer privilegierten Schützenkorps. Durch seine zahlreichen Kompositionen erreichte er bald einen großen Bekanntheitsgrad. Er war ein vielfältiger Komponist. Neben Marschmusik schuf er drei Operetten, Lieder, Konzert- und Tanzmusik, Ouvertüren, Walzer, Polka und Salonmusik.<span id="more-115"></span></p>
<p>Sehr bekannt sind seine Schlager &#8220;Mein Herz das ist ein Bienenhaus, die Mädchen darin die Bienen&#8230;&#8221; aus dem Jahr 1906, oder &#8220;Regentropfen, die an mein Fenster klopfen&#8221;. Für eine weite internationale Verbreitung seiner Kompositionen sorgte er als Musikverleger seines eigenen Verlages.</p>
<p>In Saaz wohnte er in der &#8220;Unteren Vorstadt&#8221; in der Mariengasse und Raimundgasse in der Nähe der unteren Volksschule. Am 25. Feber 1921 verstarb Hermann Josef Schneider. Er wurde auf dem St. Antonius Friedhof in Saaz beerdigt.</p>
<p>Dr. Gerhard Illing im Auftrag des Saazer Heimatmuseums</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.saazer-heimatmuseum.de/allgemein/biographie-von-herrn-hermann-josef-schneider/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Biographie des Primarius Dr. Wilhelm Bergmann</title>
		<link>http://www.saazer-heimatmuseum.de/allgemein/biographie-des-primarius-dr-wilhelm-bergmann/</link>
		<comments>http://www.saazer-heimatmuseum.de/allgemein/biographie-des-primarius-dr-wilhelm-bergmann/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 14 Jan 2010 22:16:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>arne</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.saazer-heimatmuseum.de/?p=113</guid>
		<description><![CDATA[Primarius Dr. Wilhelm Bergmann war ein hochverehrter und sehr geschätzter Arzt, der sich 40 Jahre lang als Leiter des Saazer Krankenhaus verdient machte. Er wurde am 6.März 1864 in Lusdorf im Bezirk Friedland als vierter Sohn ehrsamer Bauersleute geboren. Er &#8230; <a href="http://www.saazer-heimatmuseum.de/allgemein/biographie-des-primarius-dr-wilhelm-bergmann/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://wordpress.p27364.webspaceconfig.de/wp-content/uploads/2010/01/primariusbergmann-1.jpg" alt="primariusbergmann-1.jpg" /></p>
<p>Primarius Dr. Wilhelm Bergmann war ein hochverehrter und sehr geschätzter Arzt, der sich 40 Jahre lang als Leiter des Saazer Krankenhaus verdient machte.</p>
<p>Er wurde am 6.März 1864 in Lusdorf im Bezirk Friedland als vierter Sohn ehrsamer Bauersleute geboren. Er hatte noch vier Brüder und eine Schwester. Er und sein jüngerer Bruder durften studieren. Sie besuchten das Gymnasium in Leitmeritz. Nach dem Abitur studierte er an der Universität in Prag Medizin, wo er im März 1890 zum Doktor promovierte. Sein jüngerer Bruder wurde Tierarzt. Wilhelm war nach dem Studienabschluss für ein Jahr im anatomischen Institut des Prager Krankenhauses beschäftigt. In seiner dreijährigen Tätigkeit als Assistenzarzt an der chirurgischen Klinik erwarb er sich einen sehr guten Ruf als Facharzt, was die Saazer Stadtgemeinde dazu bewog, den jungen Mediziner Dr. Bergmann als Leiter des Saazer Krankenhauses zu berufen.<span id="more-113"></span></p>
<p>Mit Antritt der Stelle als Primararzt am 1.Oktober 1893 begann er das Saazer Krankenhaus zu einer Musteranstalt auszubauen. Besondere Beachtung fand der Bau des Lungenpavillions. Nachdem er sich in Saaz und in die verantwortungsvolle Stelle im Krankenhaus gut eingelebt und eingearbeitet hatte heiratete er die achtzehnjährige Stephanie Pohl, geboren am 18.Jänner 1878 in Eger. 1898 kam die erste Tochter zur Welt, ihr folgten in 1900,1904 und 1907 weitere drei Töchter. Er war ein angesehener Familienvater dem Ordnung und Disziplin viel bedeuteten. Seine Hauptfürsorge galt den Kranken und vor allem dem Krankenhaus, aber er kümmerte sich als Stadtrat auch um das Wohl der Saazer Mitbürger, wie aus den Sitzungsprotokollen zu ersehen ist. 1908 erhielt er als Anerkennung seiner Leistungen das Ritterkreuz des Franz-Josef-Ordens. Man benannte die Straße, in dem sein Eckhaus zur Theodor Körner Straße steht- gegenüber dem großen Garten des Klepsch- Hopfenmagazins – in „Dr.Bergmannstraße“. Diese Straße gibt es nicht mehr. In dem ehemaligen Klepschgarten stehen heute neu erbaute Wohnblöcke.</p>
<p>Bei den vielen Verpflichtungen die er hatte, kam das Familienleben manchmal zu kurz. Mit Patienten, die seinen Anweisungen nicht folgten oder Personen, die durch einen liederlichen Lebenswandel, wie er sich ausdrückte, erkrankten, konnte er auch hübsch grob werden. Auch die zahlreichen Besuche von Verwandten und Bekannten am Bett der ruhebedürftigen Patienten fanden bei ihm kein Verständnis. Er untersagte sie. Das Wohl seiner Patienten stand an erster Stelle. In seiner Funktion als Stadtrat galt er als besonders fürsorglich für Bürger und Kranke.</p>
<p>Während des ersten Weltkrieges leistete er Übermenschliches. Dafür erhielt er das Ehrenzeichen des Roten Kreuzes. Das rückhaltlose Vertrauen der Menschen und seine Beliebtheit erwarb er sich durch das Hintansetzen persönlicher Vorteile und seinem unermüdlichen Einsatz für das Wohl der leidenden Menschen. Am 1.Oktober 1933 feierte Dr. Wilhelm Bergmann sein 40-jähriges Jubiläum als Leiter des Saazer Krankenhauses und ging in den Ruhestand. Er erhielt große Wertschätzung, Ehrungen und Anerkennung. Das bezeugte die Saazer Bevölkerung am 11. November 1934 mit einem Aufmarsch von etwa 7000 Menschen. Ein Ehrenausschuss von 30 Vereinen hatte den Dankeszug organisiert. Der damalige Bürgermeister Schönfeld und viele Vertreter der Körperschaften hielten persönliche Dankesreden. Der Ehrenausschuss rief daraufhin eine Dr.-Bergmann-Stiftung ins Leben.</p>
<p>Nach der Beendigung seiner Tätigkeit im Krankenhaus war Dr. Bergmann noch 10 Jahre ärztlich tätig. Im Erdgeschoss der „Bergmannvilla“ hatte er eine kleine Praxis. Im März 1944 feierte der Primarius bei guter Gesundheit im Kreise seiner Kinder und Enkel seinen 80. Geburtstag und war als Vorbild hervorragenden Könnens und seltener Charakterstärke noch nicht vergessen. Am 5.März 1945, einen Tag vor seinem 81igsten Geburtstag, verstarb Dr. Bergmann. Er wurde am Saazer St. Antonius Friedhof beigesetzt; das schlichte Grab ist heute noch erhalten. Seine Frau Stephanie wurde mit den anderen Familienangehörigen nach längeren Lageraufenthalten nach Bayern ausgesiedelt. Sie verstarb am 12.Feber 1965 in Friedberg bei Augsburg.</p>
<p>Dr. Gerhard Illing im Auftrag des Saazer Heimatmuseums</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.saazer-heimatmuseum.de/allgemein/biographie-des-primarius-dr-wilhelm-bergmann/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Nachruf und Erinnerungen an Walter Rauscher</title>
		<link>http://www.saazer-heimatmuseum.de/allgemein/nachruf-und-erinnerungen-an-walter-rauscher/</link>
		<comments>http://www.saazer-heimatmuseum.de/allgemein/nachruf-und-erinnerungen-an-walter-rauscher/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 14 Dec 2009 01:24:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kulturkreis Saaz e. V.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.saazer-heimatmuseum.de/?p=110</guid>
		<description><![CDATA[Bereits am 8.Oktober 2009 verstarb unser langjähriges Mitglied Walter Rauscher, Jahrgang 1928. Wie fast alle deutschen Einwohner von Saaz kam er nach einjährigem Lageraufenthalt und Zwangsarbeit als Heimatvertriebener 1946 nach Baden-Württemberg. In Pforzheim wurde er Goldschmied, lernte seine Frau Marianne &#8230; <a href="http://www.saazer-heimatmuseum.de/allgemein/nachruf-und-erinnerungen-an-walter-rauscher/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bereits am 8.Oktober 2009 verstarb unser langjähriges Mitglied Walter Rauscher, Jahrgang 1928. Wie fast alle deutschen Einwohner von Saaz kam er nach einjährigem Lageraufenthalt und Zwangsarbeit als Heimatvertriebener 1946 nach Baden-Württemberg. In Pforzheim wurde er Goldschmied, lernte seine Frau Marianne kennen und heiratete 1954. Seitdem wohnte er mit seiner Frau und den beiden Söhnen Axel und Jürgen in Keltern-Dietlingen.<span id="more-110"></span></p>
<p>Walter war sehr beliebt und hatte bald einen großen Bekanntenkreis nicht nur unter den Heimatvertriebenen, die ihn alle vermissen werden. Für den Kulturkreis Saaz war er viele Jahre ein treues Mitglied und unterstützte die Bemühungen, dass die in vielen Jahren gesammelten Andenken an die Heimatstadt Saaz in der Heimatstube, dem jetzigen Saazer Heimatmuseum, bewahrt und erhalten bleiben.</p>
<p>Walter war auch ein begeisterter Flieger. Schon vor etwa 70 Jahren baute er in einem Kreis flugbegeisterter Freunde, besonders in den Wintermonaten Segelflugmodelle, die man im Frühjahr bei Wettbewerben fliegen ließ. Ab 1942 nützte er, wie viele seiner Mitschüler und Altersgenossen, die nahe gelegenen Rannayer Berge zum Segelflug. Die Segel- und Sportflieger, darunter Hermann Wurdinger, Hans Ranek, Rudolf Süß, ich und andere bleiben auch nach der Vertreibung dies und jenseits der deutsch-tschechischen Grenze eine unzertrennliche Freunde.</p>
<p>So kam es 1992 zur überraschenden Einladung des tschechischen  Fliegerclubs LAA Zatec das fünfzigjährige Sportflieger-Jubiläum auf dem Saazer Miltärflugplatz zu feiern. Die Einladung kam vom Oberstleutnant Häckl von der Military Air Force Base. Am 20.Juni 1992 flogen wir mit der zweimotorigen Cessna Crusader mit dem Kennzeichen „D-ILEN“,  mit einer Zwischenlandung in Karlsbad, nach Zatec. Mit an Bord war Walter Rauscher. Es war die erste Landung eines deutschen Sportflugzeuges auf dem Militärflugplatz von Saaz/Zatec, der kurz vor Kriegsende gebaut und danach von der sowjetischen und tschechischen Luftwaffe als militärischer Flugplatz benutzt wurde.</p>
<p><img src="http://wordpress.p27364.webspaceconfig.de/wp-content/uploads/2009/12/flugtagblog.jpg" alt="flugtagblog.jpg" /></p>
<p><img src="http://wordpress.p27364.webspaceconfig.de/wp-content/uploads/2009/12/flugtagblog2.jpg" alt="flugtagblog2.jpg" /></p>
<p>Bei einer eindrucksvollen Flugschau feierten wir gemeinsam den Erwerb der ersten Segelflugpilotenlizenzen in 1942 auf dem bekannten Segelfluggelände der Rannayer Berge nördlich von Laun. Am Abend ging es wieder zurück nach Aschaffenburg. Danach folgten einige gemeinsamen Flugtage in Bayern und in der CR an denen auch die Söhne der alten Rannayer Segelflieger teilnahmen.</p>
<p>Diese freundschaftlichen Erlebnisse waren und sind das Fundament wieder zu einer friedlichen Zukunft zu finden. Die nach uns kommende Generation sollte das wissen. Das unsagbare Leid, das unsere Generation  erleben musste, hat uns gelehrt zu verzeihen. Dies möchte ich auch im Namen unseres Verstorbenen weiter geben.</p>
<p>Walter, wir werden Dich nicht vergessen.</p>
<p>Die Mitglieder und der Vorstand des Kulturkreis Saaz e.V.<br />
Dr. Gerhard Illing</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.saazer-heimatmuseum.de/allgemein/nachruf-und-erinnerungen-an-walter-rauscher/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Totenehrung zu Allerheiligen</title>
		<link>http://www.saazer-heimatmuseum.de/allgemein/totenehrung-zu-allerheiligen/</link>
		<comments>http://www.saazer-heimatmuseum.de/allgemein/totenehrung-zu-allerheiligen/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 21 Nov 2009 11:37:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kulturkreis Saaz e. V.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.saazer-heimatmuseum.de/?p=102</guid>
		<description><![CDATA[Totenehrung zu Allerheiligen am 1.November 2009 auf dem St. Antonius Friedhof in Zatec/Saaz An Allerheiligen gedenkt man traditionell der Toten, besucht die Friedhöfe und schmückt die Gräber. Der Kulturkreis Saaz hat zu diesem Anlass in der Heimatzeitung Saazerland und im &#8230; <a href="http://www.saazer-heimatmuseum.de/allgemein/totenehrung-zu-allerheiligen/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Totenehrung zu Allerheiligen am 1.November 2009 auf dem St. Antonius Friedhof in Zatec/Saaz</strong></em></p>
<p>An Allerheiligen gedenkt man traditionell der Toten, besucht die Friedhöfe und schmückt die Gräber.</p>
<p><img src="http://wordpress.p27364.webspaceconfig.de/wp-content/uploads/2009/11/gedenkstaette.jpg" alt="gedenkstaette.jpg" /></p>
<p>Der Kulturkreis Saaz hat zu diesem Anlass in der Heimatzeitung Saazerland und im Internet zu einem Besuch der im Vorjahr errichteten Gedenkstätte auf dem St. Antonius Friedhof in Zatec / Saaz eingeladen.</p>
<p>Die Besucher trafen sich in Zatec/Saaz auf dem ehemaligen Schießhausplatz zum Mittagessen in dem neu errichteten Hotel „Cerny Orel“ (Schwarzer Adler). In einem kleinen Festsaal wurden vierundzwanzig Gäste vom 1. Bürgermeister der Stadt Saaz (mesto Zatec) Herrn Erich Knoblauch und dem Vorsitzenden des Kulturkreises Saaz Herrn Dr. Gerhard Illing begrüßt.<span id="more-102"></span></p>
<p><img src="http://wordpress.p27364.webspaceconfig.de/wp-content/uploads/2009/11/cerny_orel.jpg" alt="cerny_orel.jpg" /></p>
<p>Beide Redner bedankten sich für die Teilnahme des klein gewordenen Personenkreises von Bürgern, die noch vor der zwangsweisen Aussiedlung in 1945/46 in Saaz wohnten und die noch zu dieser Totenehrung kommen konnten. Gedankt wurde auch den jüngeren Teilnehmern für die Unterstützung und Hilfe bei der Anreise ihrer betagten Eltern oder Großeltern. In freundschaftlicher Atmosphäre wurden vor dem Essen einige Geschenke ausgetauscht. Unser Verein erhielt vom Bürgermeister das in sieben Sprachen erschienene Buch „Zatec“ mit vielen Bildern der Hopfen- und Bierstadt Saaz. Der Historiker Jan Ranek übergab uns neue Monatsbilderkalender von Zatec für 2010 in zwei Varianten.</p>
<p>In den beiden kurzen Ansprachen, die Herr Jan Ranek übersetzte, wurde auf die positiven Entwicklungen der gegenseitigen Beziehungen hingewiesen. Das Geschehene kann nicht mehr rückgängig gemacht werden, aber man kann daraus lernen, dass derartige Vorkommnisse nie wieder geschehen dürfen. Es wurde mit der Errichtung dieser Gedenkstätte im Vorjahr ein gemeinsamer Weg gefunden für die Gestaltung einer friedlichen Zukunft und damit für eine Versöhnung. Symbolisch wurde dies durch einen Handschlag der beiden Sprecher auf dem Friedhof besiegelt.</p>
<p><img src="http://wordpress.p27364.webspaceconfig.de/wp-content/uploads/2009/11/handschlag_knoblauch_illing.jpg" alt="handschlag_knoblauch_illing.jpg" /></p>
<p>Nach dem guten und sehr preiswerten böhmisches Mittagessen mit Suppe, Schweinsbraten mit Knödeln und Kraut und als Nachtisch „Liwanzen mit Schlagsahne“ wurde die Zeit bis zum Beginn der Feierlichkeiten am St. Antonius Friedhof um 15 Uhr genutzt für eine kurze Stadtbesichtigung. Im Durchgang vom Floriansplatz zum ehemaligen Ackermannplatz, wo sich die Bücherei und die ehemalige Lateinschule befanden, wurde eine Tafel gefunden, mit dem Hinweis in deutscher Sprache, dass früher einmal das Gebäude der Brauerei zu einem Gymnasium umgebaut wurde.</p>
<p><img src="http://wordpress.p27364.webspaceconfig.de/wp-content/uploads/2009/11/tafel_gymnasium.jpg" alt="tafel_gymnasium.jpg" /></p>
<p>Pünktlich um 15 Uhr begann die feierliche Totenehrung an der im Vorjahr vom Kulturkreis Saaz e.V. mit Genehmigung und Unterstützung der Stadtverwaltung auf dem St.Antonius Friedhof errichteten Gedenkstätte mit Ansprachen des Bürgermeisters der Stadt Zatec und des Vorsitzenden des Kulturkreises Saaz. Es wurden viele Blumen und Kränze niedergelegt und Kerzen angezündet.</p>
<p>Im Rahmen des Gedenkens an die Toten wurde gemeinsam ein „Vater unser “ gebetet. Die umliegenden Gräber im Friedhof waren ebenso festlich geschmückt, wie das zu Allerheiligen üblich ist.</p>
<p><img src="http://wordpress.p27364.webspaceconfig.de/wp-content/uploads/2009/11/friedhofsschmuck.jpg" alt="friedhofsschmuck.jpg" /></p>
<p>Eine Reihe von Besuchern aus Zatec hat als Zuschauer des Gedenkens an die vielen Todesopfer teilgenommen. Auch am nächsten Tag zu Allerseelen kamen viele Besucher zu unserer Gedenkstätte und legten Blumen nieder und zündeten Lichter an. Das tschechische Fernsehen hat mit zwei Kameraleuten alles gefilmt und die Beteiligten interviewt. In mehreren Wiederholungssendungen wurde das Gedenken an die Toten gezeigt.</p>
<p>Mit der Errichtung und Gestaltung der Gedenkstätte auf dem Saazer Fiedhof konnte ein lang gehegter Wunsch der aus Ihrer Heimatstadt vertriebenen Saazer Mitbürger erfüllt werden.</p>
<p>17.Nov.2009 Dr. Gerhard Illing/ Vorsitzender des Kulturkreis Saaz e.V.</p>
<p><img src="http://wordpress.p27364.webspaceconfig.de/wp-content/uploads/2009/11/muehlstein_rust.jpg" alt="muehlstein_rust.jpg" /></p>
<p><img src="http://wordpress.p27364.webspaceconfig.de/wp-content/uploads/2009/11/besucher_friedhof.jpg" alt="besucher_friedhof.jpg" /></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.saazer-heimatmuseum.de/allgemein/totenehrung-zu-allerheiligen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
