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	<title>Stiftung Saazer Heimatmuseum</title>
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	<description>Die Stiftung Saazer Heimatmuseum in Georgensgemünd</description>
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		<title>Ein Spätsommertag in Saaz</title>
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		<pubDate>Fri, 25 Nov 2011 18:36:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Gerhard Illing</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Böhmen]]></category>
		<category><![CDATA[der Ackermann und der Tod]]></category>
		<category><![CDATA[Johannes Henslin]]></category>
		<category><![CDATA[Johannes von Saaz]]></category>
		<category><![CDATA[Saaz]]></category>
		<category><![CDATA[Sudetenland]]></category>
		<category><![CDATA[Zatec]]></category>

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		<description><![CDATA[Die „Stiftung Saazer Heimatmuseum“ hat zu einer Feierstunde am 30. Oktober 2011 in Žatec/Saaz im neuen parkähnlich angelegten Klostergarten eingeladen. Aufgestellt wurde eine Steinbüste des „Johannes von Saaz“ (Johannes Henslin) zur Erinnerung an die kulturellen Leistungen der Bürger von Saaz, &#8230; <a href="http://www.saazer-heimatmuseum.de/allgemein/317/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die „Stiftung Saazer Heimatmuseum“ hat zu einer Feierstunde am 30. Oktober 2011 in Žatec/Saaz im neuen parkähnlich angelegten Klostergarten eingeladen. Aufgestellt wurde eine Steinbüste des „Johannes von Saaz“ (Johannes Henslin) zur Erinnerung an die kulturellen Leistungen der Bürger von Saaz, unseren Vorfahren, die viele Jahrhunderte zurückreichen. Die Büste wurde nach vorhandenen Holzschnitten von Urs Koller, einem Bildhauer aus Rohrschach am Bodensee, im Auftrag des Saazer Kulturkreises und der Fördergemeinschaft Stiftung Saazer Heimatmuseum hergestellt.</p>
<div id="attachment_322" class="wp-caption aligncenter" style="width: 1010px"><a href="http://www.saazer-heimatmuseum.de/wp-content/uploads/2011/11/09_klostergarten.jpg"><img src="http://www.saazer-heimatmuseum.de/wp-content/uploads/2011/11/09_klostergarten.jpg" alt="Büste von Johannes von Saaz in Saaz/Zatec" title="Büste von Johannes von Saaz in Saaz/Zatec" width="1000" height="750" class="size-full wp-image-322" /></a><p class="wp-caption-text">Büste von Johannes von Saaz in Saaz/Zatec</p></div>
<p>Zu einem gemeinsamen Mittagessen im Hotel „Cerny Orel“ (Schwarzer Adler) am Schießhausplatz in Saaz, trafen sich 46 ehemalige Saazer und Heimatfreunde, die aus allen Teilen Deutschlands angereist waren. Der Vizebürgermeister der Stadt Žatec, Herr Ing. Jan Novotný und seine Sekretärin begrüßten die deutschen Gäste sehr freundlich. Nach dem harmonischen Zusammensein erfolgte um 14 Uhr die Einweihungsfestlichkeit im Klostergarten. Anwesend war Frau Bürgermeisterin Ždenka Hamousová und Herr Novotný, Abgeordnete der Stadt Žatec, zahlreiche Ehrengäste und die angereisten ehemaligen Saazer Bürger mit ihren Freunden und Bekannten.<span id="more-317"></span></p>
<p>Herr Dr. Gerhard Illing berichtete in seiner Ansprache auch darüber, dass die Absicht ein Denkmal von „Johannes von Saaz“ zu errichten, nach der Fertigstellung der vom Kulturkreis Saaz e.V. finanzierten Gedenkstätte im St.-Antonius-Friedhof in Saaz, zu Allerheiligen im Jahre 2008, in einem Gespräch mit den damaligen Bürgermeister Erich Knoblauch, Herrn Vizebürgermeister Aleš Kassal und Herrn Hans Ranek, dem Vermittler und Dolmetscher in allen Angelegenheiten des Saazer Kulturkreises und Heimatmuseums geplant wurde. Der Vorstand des Kulturkreises Saaz e.V. und einige langjährige Mitglieder haben sich intensiv darum bemüht, einen Bildhauer zu finden, der eine Büste von Johannes von Saaz. anfertigen könnte. Herr Urs Koller aus Rohrschach erklärte sich dazu bereit. Als Vorlagen diente eine Auswahl von Holzschnitten mit Abbildungen des berühmten und weltweit bekannt gewordenen Verfassers des Streitgespräches der „Ackermann und der Tod“, geschrieben in Saaz im Jahr 1400.</p>
<p>Herr Urs Koller fertigte eine gut gelungene Gussform an, in der drei Büsten aus Kunststein hergestellt wurden. Eine Büste wurde im Mai diesen Jahres Frau Bürgermeisterin Hamousová für die Stadt Žatec als Geschenk übergeben. Die zweite wird im Saazer Heimatmuseum in Georgensgmünd aufgestellt, die dritte Büste wird 2012 im neu gegründeten Saazer Heimatmuseum in der Stadt Schweinfurt aufgestellt. Die im Mai in Saaz übergebene Büste wurde auf einer von der Stadt Žatec in Auftrag gegebenen und gefertigten Edelstahlstele aufgesetzt. Die bemerkenswerten Inschriften auf der Stele in Tschechisch und Deutsch lauten:</p>
<p><em>Saaz Du Beglücktere unter den Schwesterstädten in Böhmen in Dir lebte und arbeite Johannes Henslin von 1383 bis 1411. Er war Rektor der 1256 gegründeten Lateinschule, Stadtschreiber, Verfasser des Streitgespräches der „Ackermann und der Tod“ des bedeutendsten Prosawerkes im Jahr 1400. Er verschaffte der Stadt Saaz in Böhmen in dieser Zeit hohes Ansehen und Ruhm“.</p>
<p>Gestiftet vom Saazer Heimatmuseum 2011</em></p>
<p> Auf der Rückseite der Stele befindet sich ein mit lateinischen Worten hergestelltes Kreuz.</p>
<p><em>> NOTARIUS  VERITAS  SPIRITUS  SOPHIA  MORS < (Notar, Wahrheit, Geist, Weisheit, Tod)</em></p>
<p>Herr Dr. Illing wies in seiner Ansprache darauf hin, dass 1419 Saaz von den Hussiten besetzt und dabei sehr viele Unterlagen vernichtet wurden und deswegen widersprüchliche Angaben über die Biografie des Johannes von Saaz vorliegen. Beispielsweise ist die Angabe, Johannes Henslin wäre erst 1411 nach Prag gegangen, zweifelhaft. Nach anderen Hinweisen verließ er bereits 1404 Saaz. In Prag sind bekanntlich 1409 erhebliche Unruhen ausgebrochen. Studenten und Professoren verließen 1409 Prag und gingen nach Leipzig. Vermutlich hat Henslin zeitweise bis 1411 in Saaz gewohnt, denn er besaß ein Turmhaus in der Stadtmauer. Mit der Aufstellung der Büste des Johannes von Saaz soll an die Zeit vor 700 Jahren hingewiesen werden und damit eine Verbindung zu seinem humanistischem Schaffen in seiner Stadt hergestellt werden. Er war ein geachteter Mitbürger und hat dazu beigetragen, dass Tschechen und Deutsche in einem vereinigten Europa in Frieden zusammenleben können.</p>
<p>Herr Gerold Schmiedbach Vorsitzender der Ackermann-Gemeinde in Frankfurt/Main, hat in seiner Anschlussrede weitere Erklärungen abgegeben warum dieses Ereignis für eine Normalisierung der Verhältnisse so wichtig ist.</p>
<p>Seine Rede am Denkmal:<br />
<em>Wenn wir heute das Denkmal für Johannes von Saaz hier in Saaz einweihen, so zeigt auch dieses Ereignis, wie sich die Verhältnisse zwischen Tschechen und Deutschen normalisiert haben. Es gilt unverändert, nicht das Trennende herauszustellen, sondern das Gemeinsame, das, was uns verbindet.</p>
<p>Die Büste, die nun hier mitten im Klostergarten steht, ist auch für die Ackermann-Gemeinde eine große Freude; hat der Geehrte ihr doch den Namen gegeben. Warum ist der Ackermann von Saaz für Deutsche und Tschechen so wichtig? Der Ackermann, der mit dem Tod streitet, weiß, dass alles, was er auf dieser Erde schätzt und als ein hohes Gut empfindet, ständig gefährdet ist durch den Tod und Teufel. Es ist für den Menschen immer leidvoll, seine Grenzen zu erfahren.</p>
<p>Erst als der Ackermann bereit war, eine göttliche Ordnung im Weltgeschehen anzuerkennen, gab ihm der Tod den Rat, der ihm helfen soll, sein persönliches schweres Schicksal, den Verlust seiner jungen Frau, zu überwinden und die Menschheit gegen die Geißel des Todes innerlich zu festigen. Er riet ihm:</p>
<p>- Kehr dich  vom Bösen und tue das Gute!<br />
- Suche den Frieden und übe ihn stets!<br />
- Über alle irdischen Dinge habe lieb ein reines und lauteres Gewissen!</p>
<p>Diese Sendung ist auch an die heutigen Generationen gerichtet, sie ist zeitlos und richtet sich eben auch an Deutsche wie an Tschechen. Der Ackermann-Gemeinde, die nach dem zweiten Weltkrieg von aus der Tschechoslowakei ausgewiesenen Deutschen gegründet wurde, ist dieser christliche Humanismus eine Aufforderung für ihre Einstellung und Tätigkeit. Es gibt diese Gemeinschaft seit gut 60 Jahren. Aus dem gleichen Gebiet entstand vor über zehn Jahren die tschechische Ackermann-Gemeinde, die Združeni Acker-Gemeinde mit Sitz in Prag. Wir sind Schwesterorganisationen, die eng verbunden sind. So trägt Johannes von Saaz auf mehrfacher Weise dazu bei, dass sich Tschechen und Deutsche heute auf europäischer Ebene wieder finden und für eine gute gemeinsame europäische Zukunft arbeiten. Seine anspruchsvolle Dichtung ermahnt uns, uns zu bewähren!</em></p>
<p>Mit dem Streit des Ackermanns mit dem Tod soll an die göttliche Ordnung erinnert werden. Schwere Verluste, großes Leid, die Johannes durch den frühen Tod seiner jungen Frau Margaretha erfuhr, sind durch die Abkehr vom Bösen und die Suche nach dem Guten zu überwinden. Diese Ratschläge werden auch uns für die Suche nach einem dauerhaften Frieden gegeben und uns die Einsicht vermitteln aus der Vergangenheit zu lernen. Die Aufstellung der Büste ist ein wichtiger Schritt in eine friedliche europäische Zukunft. Der 30. Oktober 2011 wird uns daran erinnern und der Tag wird unvergessen bleiben.</p>
<p>Wer Opfer vergisst, tötet sie noch einmal</p>
<p>Nach dem feierlichen Ereignis im Klostergarten, über 70 interessierte Personen nahmen an der Einweihung teil, darunter auch viele Tschechen, wurde die in 2008 vom Kulturkreis Saaz e.V. in enger Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung Žatec errichtete Gedenkstätte im sehr gepflegten St.-Antonius-Friedhof besucht. Die Gedenkstätte war mit herbstlichem Laub bedeckt und vermittelte den vielen Besuchern die Stimmung für ein stilles Gedenken. Für Allerheiligen und Allerseelen wurden Blumen und Kränze niedergelegt und Kerzen angezündet.</p>
<p>Auch die Nachkriegsopfer in 1945/46, es waren hauptsächlich deutsche Bürger und Kinder der Stadt Saaz, waren die Folgen einer verfehlten Politik. Es darf kein Tabu geben die Verantwortlichen dafür zu nennen. Der 28. Oktober ist der Gründungstag der ersten tschechoslowakischen Republik, einem Vielvölkerstaat mit 14 Millionen Einwohnern, darunter etwa 7 Millionen Tschechen, 3,5 Millionen Deutschen und 3,5 Millionen Slowaken, Ungarn, Polen und Ukrainer.</p>
<p>Die Herren Masaryk und Benesch hatten während des ersten Weltkrieges in den USA den damaligen Präsidenten Wilson besucht und ihn gebeten, nach dem Kriegende und der Zerschlagung des Vielvölkerstaates Österreich einen eigene Staat zu bekommen. Wilson hatte zugestimmt unter der Bedingung, der Gleichberechtigung aller Mitbürger nach dem Vorbild der Schweiz. Leider haben die beiden Herrn dieses Versprechen gebrochen und einen tschechischen Nationalstaat gegründet mit tschechisch als einziger Landessprache.</p>
<p>Mit der gesetzlichen Anordnung, dass tschechisch die alleinige Staatssprache ist, verloren alle Staatsangestellten bei der Bahn, Post, die Lehrer im Schuldienst und alle sonstigen Beamten oder Angestellte, die über keine ausreichenden Kenntnisse der tschechischen Sprache verfügten, ihre Anstellungen. Es entstand ein Millionheer von Arbeitslosen, die zwangsläufig gegen diesen neuen Staat waren. Daraus sind auch die Voraussetzungen für die schrecklichen Ereignisse in den darauf folgenden Jahrzehnten entstanden.</p>
<p>Dem Kulturkreis Saaz e.V. ist es nach jahrelangen Bemühungen gelungen, die ehrenvolle Gedenkstätte im St.-Antonius-Friedhof zu errichten, um damit an die Ursachen und an die vielen unschuldigen Opfer der Verfolgung und Vertreibung in den Jahren ab 1920 bis 1946 zu gedenken. Das gilt auch für alle tschechischen und jüdischen Mitbürger. Wir können nur hoffen, dass die Menschen aus diesem unsäglichen Leid, das unschuldigen und wehrlosen Menschen zugefügt wurde, lernen und wach bleiben, dass nie mehr ein so schreckliches Feindbild in den Herzen wachsen kann. Die Menschenrechte und die gottgegebene Würde, die jedem Menschen innewohne, seien im wahrsten Sinn des Wortes mit Füßen getreten worden.  Es ist nun die Aufgabe der immer weniger werdenden Zeitzeugen auf tschechischer und deutscher Seite Nachkommen zu finden und zu beauftragen, diesen Weg in eine gemeinsame Zukunft in Freiheit und Frieden zu finden und zu sichern.</p>
<p>Herr Hans Ranek, Historiker, geboren am 11.01.1929 in Saaz, hat sich für die Durchsetzung der kulturellen Interessen des Kulturkreises Saaz e.V. in Saaz über Jahrzehnte lang mit seinen guten Sprachkenntnissen, seinen Verbindungen und engen Kontakten zur Stadtverwaltung Žatec und anderen Institutionen uneigennützig eingesetzt und diese wertvollen Verbindungen ständig gepflegt und aufrecht erhalten. Dafür gebührt ihm unser uneingeschränkter Dank. So ermöglichte er auch die Errichtung der Gedenkstätte im Friedhof und die Aufstellung der Büste des Johannes von Saaz im Klostergarten. Leider konnte er aus gesundheitlichen Gründen, er befindet sich derzeit im Saazer Krankenhaus, nicht an dem Zusammentreffen teilnehmen. Seine geliebte Frau Antonie ist am 7. November 2011 verstorben. Wir wünschen unserem lieben und treuen Heimatfreund Hans Ranek eine möglichst baldige Genesung.</p>
<p>Dr. Gerhard Illing und Horst Helmer im Namen der Stiftungsbeiräte und der Saazer Freunde. Herzlicher Dank gebührt den treuen Helfern und Gönnern der Stiftung Saazer Heimatmuseum.</p>
<p>November 2011</p>
<p>++++++++++++++++++++++++++++</p>
<p><em>Zu der Einweihung der Büste haben uns viele Fotos erreicht. Diese werden derzeit gesammelt und in kürze für Interessierte zur Verfügung gestellt. Wenn Sie auch Fotos von der Veranstaltung gemacht haben, oder gar einen Bericht darüber schreiben wollen, dürfen Sie sich gerne an uns wenden.</p>
<p>mail@saazer-heimatmuseum.de</em><strong></p>
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		<title>Bilder von der Gedenkstein-Einweihung in Groß Umstadt</title>
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		<pubDate>Sun, 02 Oct 2011 12:02:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Gerhard Illing</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Im September wurde im Gedenken an Johannes Henslin ein Gedenkstein in Groß Umstadt eingeweiht. Die schönsten Bilder von der Feierlichkeit finden Sie in der Bilder-Galerie. ZU DER BILDER-GALERIE]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im September wurde im Gedenken an Johannes Henslin ein Gedenkstein in Groß Umstadt eingeweiht. Die schönsten Bilder von der Feierlichkeit finden Sie in der Bilder-Galerie.</p>
<p><a href="http://www.saazer-heimatmuseum.de/einweihung-gedenkstein-gros-umstadt/">ZU DER BILDER-GALERIE</a></p>
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		<title>Vortrag von Gerold Schmiedbach zur Gedenkstein-Einweihung in Groß-Umstadt</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Sep 2011 12:33:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Gerhard Illing</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Vortrag von Gerold Schmiedbach am 04.09.2011 in Groß-Umstadt Der Ackermann und der Tod Während der Regierungszeit von Karl IV, es war die Blütezeit Böhmens, ist der „Ackermann von Böhmen“ entstanden. Das Stück handelt „Von der Klage des Men-schen wider den &#8230; <a href="http://www.saazer-heimatmuseum.de/allgemein/vortrag-von-gerold-schmiedbach-zur-gedenkstein-einweihung-in-gros-umstadt/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.saazer-heimatmuseum.de/wp-content/uploads/2011/09/gedenkstein_illing_schmiedbach_blog.jpg"><img src="http://www.saazer-heimatmuseum.de/wp-content/uploads/2011/09/gedenkstein_illing_schmiedbach_blog-1024x869.jpg" alt="" title="gedenkstein_illing_schmiedbach_blog" width="640" height="543" class="aligncenter size-large wp-image-294" /></a></p>
<p><em><strong>Vortrag von Gerold Schmiedbach am 04.09.2011 in Groß-Umstadt</strong></em></p>
<p><strong>Der Ackermann und der Tod</strong></p>
<p>Während der Regierungszeit von Karl IV, es war die Blütezeit Böhmens, ist der „Ackermann von Böhmen“ entstanden. Das Stück handelt „Von der Klage des Men-schen wider den Tod und Gottes Urteil“. Der Tod Margarethas, der Frau des Acker-manns, war Anlass für eine besonders würdige Ausstattung des Textes als eine Art Totenklage.</p>
<p>In seiner Dichtung nennt sich Johannes Henslin, der Dichter, im Schlusskapitel „Jo-hannes“. Er wurde  um 1359 in Westböhmen geboren. Verschiedentlich nennt er sich „von Schüttwa“ oder „von Tepl“. Wahrscheinlich erreichte er an der Prager Karls-Universität die Magisterwürde. Von 1383 an war er Stadtschreiber von Saaz an der Eger und führte den Titel eines öffentlichen Notars der Diözese Prag. Saaz/Žatec wurde 1250 als königliche Stadt gegründet.<span id="more-293"></span></p>
<p>Um 1400 schrieb Johannes von Saaz das bedeutendste Werk des Frühhumanismus in deutscher Sprache, das in Böhmen entstand und dem Lebensgefühl der Renais-sance entsprang – eben seinen großartigen Dialog „Der Ackermann aus Böhmen“.<br />
Man bezeichnet diese Zeit als Frührenaissance – Zeit der Wiedergeburt. Aus der scharfen Auseinandersetzung der menschlichen sapiencia mit der Welt  sollte ein neuer Mensch geboren werden. Vorbilder für diese Auseinandersetzung fand man bei den großen alten Meistern der Logik und Dialektik: bei Aristoteles und seinen Schülern. Die Kunst des Dialogs lernte man von Platon und Seneca. Ungeheuere innere Spannungen erschütterten die Zeit: Freude am Leben, aber auch Ängste vor der Laune und Wandelbarkeit des Glückes. Wo liegt die rechte Mitte zwischen äuße-rem Reichtum und christlicher Askese, zwischen irdischem Glück und Besitz des höchsten Gutes, zwischen Sinn des Lebens und Wesen des Todes? Um diese Frage rangen die größten Geister.</p>
<p>In dieser Zeit mit  ihren ungeheueren Erschütterungen starb dem Stadtschreiber Jo-hannes von Saaz seine, wie es heißt, viel geliebte Frau Margaretha, die rührend be-sorgte Mutter seiner Kinder, seine Ehefrau, die ihm in einer Welt, in der alles zu wan-ken schien, ein fester Halt war.  Nun war die Zeit für den Ackermann gekommen, al-les, was seinen Geist aufwühlte, niederzuschreiben. Er verarbeitete nicht nur die ganze Weisheit seiner Zeit, mit der er sich auseinandergesetzt hatte, sondern, er brachte seine Persönlichkeit, seinen Schmerz mit ein.</p>
<p>So entwickelte er eine Szene in drei Stufen:</p>
<p>1. 	Das Gericht.<br />
2. 	Der Streit um die Wahrheit in philosophischer Disputation = Streitgespräch.<br />
3.	Das Gebet.</p>
<p>Und so konnte er beginnen. Vom Tod seiner Frau zutiefst getroffen, fordert der Ackermann leidenschaftlich Gottes schwerste Acht über den Tod. Das ist das Ge-richt. Der Tod, erschienen in der Würde eines gekrönten Fürsten, fragt Ackermann nach Name und Grund der Klage. Aber der Ackermann wiederholt im Übermaß sei-nes Gefühls dreimal den schwersten Fluch: Sein Verlust sei unersetzlich. Der Tod entgegnet ihm mit der Weisheit der Stoiker: Alle Liebe müsse in Leid enden, der Tod sei eine Notwendigkeit des Lebens.</p>
<p>Da tritt die Wendung ein. Der Ackermann fragt den Tod, wer er sei, was er sei, wo er hause. Nun beginnt die Disputation. Der Ackermann lässt die Hände sinken, der Tod legt Krone und Zepter ab. Beide lassen das Persönliche weg und sprechen über das Wesen der Welt und den Sinn der Menschheit. Was ist Gerechtigkeit?  Rede und Widerrede folgen wie Hammerschläge: Vergänglichkeit der Schönheit, Überwindung der Triebe, Recht und Freude und schönes Leben, aber auch Hinfälligkeit und Unflä-tigkeit der Menschennatur.</p>
<p>Und nun kommt die zweite Wende: Der Ackermann bittet den Tod um Rat, wie er sein Leid überwinden könne. Der Streit geht weiter. Der Kläger schildert das Meis-terwerk Gottes, den menschlichen Körper mit Worten, wie sie nur ein Dichter des Humanismus finden konnte. Aber der Tod antwortet mit Verachtung aller menschli-chen Künste. Es folgt der Streit über Freuden und Leid des Ehestandes, um die Vor-züge und Gebrechen weltlicher und geistlicher Stände, um Frauenzucht und Begier-de des Fleisches, bis die Streitenden wieder vor der Frage stehen: Was ist der Tod?<br />
Da holen beide zu letzten Schlägen aus: Der Ackermann wirft die platonische An-schauung von der ewigen Verwandlung der Schöpfung ein, im Vertrauen auf Gottes Ordnung und Gerechtigkeit fordert er den Tod endgültig vor Gottes Gericht. Die Ant-wort des Todes ist eine vernichtende Kritik der nur auf das Diesseits gerichteten Kul-tur, die der Menschheit doch nur Ängste, Trübsal und Leid bringe, und gibt dem Klä-ger den Rat, sich vom Bösen zu kehren, Frieden zu üben und über alles ein reines Gewissen zu stellen. Und: Er ist bereit, mit dem Kläger, dem Ackermann, vor Gericht zu treten. Gott spricht das Urteil. Kläger und Tod verweist er in ihre Schranken, aber er lobt: Der Streit sei mit allen Waffen geführt worden, denn dieser Streit offenbare die Wahrheit.</p>
<p>Der Streit ist zu Ende. Der Tod als Sieger über das Irdische des Menschentums tritt von der Bühne ab. Der Mensch steht vor Gott. Er stimmt einen Hymnus auf die Macht und Größe Gottes an. Die Worte schwellen an, dann folgt das ergreifende Ge-bet um die Seelenruhe der verstorbenen Frau, und das Spiel verklingt mit einem in-nigen Amen. </p>
<p>Der Aufbau der Szene des Werkes ist dreistufig. Johannes von Saaz steigert inner-halb der Sätze die Satzteile dreigliedrig. „Drei“ ist die Kompositionszahl des Wortes, bestimmt vom Geist der Dialektik.</p>
<p>Was bedeutet die Dichtung heute? Sie ist so von Blut und Leben erfüllt, dass sie uns auch ohne Erklärung und Deutung ergreift. Die in der Dichtung gezeichneten Bilder gleichen in Tiefe und Klarheit den Holzschnitten Dürers. Mit „Ritter, Tod und Teufel“ haben sie geistig viel gemeinsam: Der Ackermann kämpft wie ein Ritter um den Sinn seines Menschentums, im „Tod“ aber fließen das Gerippe der Vergänglichkeit und der Teufel der ewigen Verneinung zusammen.</p>
<p>Der Ackermann weiß: Alles, was er am Menschentum schätzt, ist ständig gefährdet durch Tod und Teufel. Dem Menschen ist es stets leidvoll, seine Grenzen zu erfah-ren. Überzeugend weist der Tod nach, dass der Tod mit Wirken und Zusammenhang der Natur verbunden ist. Jedes Wesen müsse einmal zum Nichtwesen werden. Alles irdische Glück, alles Liebe müsse am Ende zum Leid ausschlagen. Der Tod ist  ein Geschehen, in der Natur und in Gottes Hand. Damit verliert er seinen Schrecken. Der Mensch hat die Freiheit, den Tod als ein Geschehen höherer Weisheit zu erkennen. </p>
<p>„Wenn es zu spät ist, wollen alle fromm werden“ – ein furchtbares Wort, das der Tod in seinem Schlusskapitel spricht. Es ist die andere Seite des Geschehens, es ist die höhere Weisheit. Erst als der Ackermann bereit ist, eine göttliche Ordnung im Welt-geschehen anzuerkennen, gibt ihm der Tod den Rat, &#8211; den dreifachen Rat &#8211; , der ihm helfen soll , sein persönliches Leid zu überwinden, und die Menschheit gegen die Geißel des Todes innerlich festzumachen:</p>
<p>1.	Kehre dich vom Bösen und übe das Gute!<br />
2.	Suche den Frieden und übe ihn stets!<br />
3.	Über alle irdischen Dinge habe ich ein reines und lauteres Gewissen!</p>
<p>Das ist es, was das Mittelalter und auch der Humanismus unter „fromm“ verstanden: Nicht einseitige Andachtsübungen, sondern Bewährung des ganzen Menschen in der göttlichen Ordnung. Wer die drei Ratschläge beachtet, der kann getrost vor Gott hin-treten und sein Urteil erwarten; er hat gut gekämpft.<br />
So spricht die Dichtung unmittelbar zu uns. In diesem Sinne können wir ohne Gefahr der Übertreibung sagen: Johannes von Saaz hat eine Botschaft auch an die heutige Menschheit, seine Botschaft ist zeitlos und drängt uns zum Nachdenken.</p>
<p>In der „Ackermann-Gemeinde“ haben sich 1946 nach Flucht und Vertreibung deut-sche Katholiken aus der Tschechoslowakei zusammengefunden. Für sie ist der christliche Humanismus nicht ein Markenschild, sondern eine todernste Aufforderung an alle. Sie hatten versucht, wie der Ackermann, ihr Leid aus dem schweren Schick-sal von Grausamkeit, Fanatismus mit oft unermesslichem Leid, das die Vertreibung ihnen aufgebürdet hatte, zu überwinden. Schon bald galten der neu entstandenen Gemeinschaft Bemühungen um Versöhnung mit dem tschechischen Volk als beson-ders wichtig. Heute pflegen wir viele Beziehungen und eine Reihe von Partnerschaf-ten mit Tschechen. Die Ackermann-Gemeinde der Diözese Mainz hat viele Verbin-dungen, arbeitet vor allem eng mit dem Bischöflichen Gymnasium in Ostrau zusam-men – sehr zum Vorteil und zur Freude beider Seiten. Wir besuchen uns gegenseitig. Jedes Jahr kommen Schüler und zwei Lehrer zu unserer Jahrestagung nach Hep-penheim, auf der beide Seiten interessierende Themen besprochen werden. Die christlich-humanistische Basis hier wie dort erleichtert alle Bemühungen. Unter christ-lich verstehen wir die Gemeinsamkeit von Katholiken und Evangelischen. Auch nicht in den Böhmischen Ländern Verwurzelte sind willkommen.</p>
<p>Das Denkmal für Johannes Henslin, das wir heute einweihen ist nicht nur eine Erin-nerung an einen Saazer Bürger und an die vertriebenen Deutschen, die hier eine neue Heimat fanden. Seine Dichtung ermahnt uns zur Bewährung der Menschen in einer göttlichen Ordnung. Dabei stehen die vertriebenen Deutschen auch als Para-digma für ein Schicksal, das den Einzelnen wie ganze Gruppen auch heute treffen kann, es gibt Beispiele genügend.</p>
<p>Die Welterklärung von Johannes von Saaz wird insofern gültig bleiben, als sie sich für bestimmte Kulturkreise als vernünftig und lebenserhaltend erweist, sie wird auch unvermerkt unter den Menschen wandeln, solange die Menschen nur Menschen bleiben.</p>
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		<title>Gustav Hacker und Johannes Henslinus</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Sep 2011 14:58:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Gerhard Illing</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.saazer-heimatmuseum.de/?p=328</guid>
		<description><![CDATA[Vortrag von Dr. Thomas Lippert am 04.09.2011 anlässlich der Gedenktafel Einweihung von Johannes von Saaz in der Gustav-Hacker-Siedlung in Groß-Umstadt. Auf den ersten Blick scheint der Namenspatron dieser Siedlung, Gustav Hacker, ein Politiker des mittleren 20. Jahrhunderts, wenig Gemeinsamkeit zu &#8230; <a href="http://www.saazer-heimatmuseum.de/allgemein/gustav-hacker-und-johannes-henslinus/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Vortrag von Dr. Thomas Lippert am 04.09.2011 anlässlich der Gedenktafel Einweihung von Johannes von Saaz in der Gustav-Hacker-Siedlung in Groß-Umstadt.</em></p>
<p><a href="http://www.saazer-heimatmuseum.de/wp-content/uploads/2011/09/dr_lippert.jpg"><img src="http://www.saazer-heimatmuseum.de/wp-content/uploads/2011/09/dr_lippert-1024x909.jpg" alt="" title="dr_lippert" width="640" height="568" class="aligncenter size-large wp-image-331" /></a></p>
<p>Auf den ersten Blick scheint der Namenspatron dieser Siedlung, Gustav Hacker, ein Politiker des mittleren 20. Jahrhunderts, wenig Gemeinsamkeit zu besitzen mit Johannes Henslin, dem Gelehrten und Poeten des späten Mittelalters. Genauere Betrachtung jedoch eröffnet eine Reihe von Parallelen und Übereinstimmungen.</p>
<p>Zunächst der geographische Aspekt: Gustav Hacker wurde am 20. September 1900 in Lubau bei Podersam geboren, also kaum 20 Kilometer südwestlich von Saaz, der langjährigen Wirkungsstätte des Johannes.<br />
Beide waren Bauernsöhne, die durch immensen Fleiß und überdurchschnittliche Begabung in die Elite der Gesellschaft ihrer Zeit aufstiegen, ihre einfache Herkunft aber in ihrem Wirken nie verleugneten. Beide bemühten sich um die Bildung der Jugend ihrer Zeit: Johannes leitete um 1400 über viele Jahre die Lateinschule in Saaz, Gustav Hacker gründete in den frühen Dreißiger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts mehrere Landwirtschaftsfachschulen in Westböhmen.<span id="more-328"></span></p>
<p>Beide lebten in einer unruhigen Zeit des geistigen und gesellschaftlichen Wandels. Die Lebenszeit des Johannes deckt sich weitgehend mit der seines Namensvetters, des tschechischen Reformators Jan Hus. Wie dieser starb er um 1415, vier Jahre vor Ausbruch der Hussitenkriege.</p>
<p>Gustav Hacker wurde in eine Zeit zunehmender ethnischer Konflikte in der österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie hineingeboren. Gerade in der Zeit, als er die Reifeprüfung – in Österreich bekanntlich Matura genannt – ablegte, erlebte er am Ende des I. Weltkrieges ihre Auflösung und die Gründung der Tschechoslowakischen Republik (ČSR) auf dem Boden des bisherigen Königreiches Böhmen und Oberun-garns. Nachdem friedliche Proteste gegen die Angliederung ihrer Siedlungsgebiete an diesen neuen Staat anstelle des Verbleibs bei Österreich am 4. März 1919 von tschechischem Militär blutig niedergeschlagen worden waren, beschlossen viele deutschsprachige Bewohner Böhmens und Mährens – später als Sudetendeutsche bezeichnet – zu versuchen, durch aktive Beteiligung an der Politik der Republik die Interessen ihrer ethnische Minderheit zu wahren.</p>
<p>Eine dieser ‚aktivistischen‘ Parteien war der Bund deutscher Landwirte (BdL), die politische Interessenvertretung der deutschsprachigen Bauern in der ČSR, die Hackers politische Heimat wurde. Von 1928 an leitete er die Jugendorganisation dieser Partei, die Deutsche Landjugend in der Tschechoslowakei. Als er 1936 zum Obmann (=Vorsitzenden) des BdL aufstieg, hatte sich die politische Situation erheblich verschlechtert: Viele Sudetendeutsche verloren die Hoffnung, in der ČSR als gleichberechtigte Bürger neben den Tschechen anerkannt zu werden. Zudem schürte das NS-Regime im benachbarten Deutschen Reich den Widerstand gegen die tschechische Staatsführung unter Edvard Beneš. Die von Konrad Henlein geführte Sudentendeutsche Partei (SdP) geriet in zunehmende Abhängigkeit von Hitlers NSDAP. Der äußere Druck erzwang 1938 die Angliederung der bisherigen aktivistischen Parteien der Deutschen in der ČSR, dar-nter auch des BdL, an die SdP.</p>
<p>Die Abtrennung der von Sudetendeutschen bewohnten Siedlungsgebiete von der ČSR und ihre Angliederung an das Deutsche Reich wurden dann am 21. September 1938 von den europäischen Westmächten Großbritannien und Frankreich in einem Telegrammwechsel mit der Regierung der ČSR vereinbart, bevor am 28. September in der Münchener Konferenz die Modalitäten dieses Anschlusses von ihnen, Italien und Deutschland beschlossen wurden. Während der Herrschaft des NS-Regimes über die Sudetengebiete, ab März 1939 auch über das Protektorat Böhmen und Mähren konnte sich Gustav Hacker nicht politisch betätigen. Dennoch wurde er nach der Kapitulation 1945 als Mitschuldiger an der Zerschlagung der ČSR verurteilt und blieb bis 1949 in Haft, um anschließend, wie zwischenzeitlich etwa drei Millionen an-dere Sudetendeutsche, aus der ČSR vertrieben zu werden.</p>
<p>In dem 1945 von der amerikanischen Besatzungsmacht neu gegründeten Land Hessen betätigte sich Hacker nach seiner Ankunft sehr bald in verschiedenen Ämtern an Programmen zur Linderung der Not enteigneter Heimatvertriebener und deren Ein-gliederung in die Gesellschaft. Mit Gleichgesinnten gründete er die Gesamtdeutsche Partei/Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten (GDP/BHE), deren Vorsitz er später kurzzeitig übernahm. Diese Partei war in Hessen über mehrere Legislaturperioden Koalitionspartner der SPD. Ministerpräsident Georg August Zinn (SPD) ernannte Gustav Hacker 1955 zum Minister für Landwirtschaft und Forsten, und Hacker blieb zwölf Jahre lang in diesem Amt.</p>
<p>Die Idee zur Gründung einer großen Siedlung, aus Baugrundstücken von jeweils etwa tausend Quadratmetern Grundfläche, für nebenerwerblich tätige Landwirte, für seit 1945 enteignete und vertriebene Bauern, entstand Mitte der fünfziger Jahre. Gustav Hacker als Hauptinitiator führte die Verhandlungen mit der Stadt Groß-Umstadt und konnte erhebliche Landesmittel zur Unterstützung des Projektes bereitstellen; Groß-Umstadt und die – damals noch selbständige – Gemeinde Richen stellten die größtenteils gemeindeeigene Fläche für 155 Grundstücke zur Verfügung. Anlässlich der offiziellen Grundsteinlegung am 22. Juni 1957 erhielt die Siedlung den Namen Gustav Hackers.</p>
<p>Die Namensgebung nach dem noch (bis 1979) lebenden Minister, von der Groß-Umstädter Stadtverordnetenversammlung am 9. Juli 1956 beschlossen, wurde zunächst von einigen Seiten kritisiert. Gustav Hacker selbst war sich der Problematik wohl bewusst, die darin bestand, dass die Stadt vom Namens-patron natürlich die Vermittlung besonderer finanzieller Zuwendungen des Landes Hessen erwartete, die Hacker nicht in allen Fällen ermöglichen konnte. Langfristig aber erwies sich die Namensgebung sicherlich als richtig, denn sie bewahrt die Erinnerung an einen äußerst engagierten Sachwalter besitz- und heimatlos gewordener Landwirte auch für kommende Generationen.</p>
<p>Groß-Umstadt, den 04. September 2011<br />
Dr. Thomas Lippert</p>
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		<title>Mainpost berichtet: &#8220;Obere Straße 8 wird zum Museum&#8221;</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Aug 2011 19:51:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Gerhard Illing</dc:creator>
				<category><![CDATA[Neuigkeiten]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Errichtung einer Zweigstelle des Saazer Heimatmuseums in Schweinfurt rückt näher. Zu diesem Anlass hat die Stadt Schweinfurt eine Pressekonferenz abgehalten, an der für die Stiftung Saazer Heimatmuseum auch Dr. Gerhard Illing teilnahm. Lesen Sie hier den gesamten Artikel vom &#8230; <a href="http://www.saazer-heimatmuseum.de/neuigkeiten/mainpost-berichtet-obere-strase-8-wird-zum-museum/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Errichtung einer Zweigstelle des Saazer Heimatmuseums in Schweinfurt rückt näher. Zu diesem Anlass hat die Stadt Schweinfurt eine Pressekonferenz abgehalten, an der für die Stiftung Saazer Heimatmuseum auch Dr. Gerhard Illing teilnahm. Lesen Sie hier den gesamten Artikel vom 5.8.2011.</p>
<p><strong>Obere Straße 8 wird zum Museum</strong> &#8211; aus der Mainpost von Stefan Sauer</p>
<p>Es muss eine große Erleichterung gewesen sein, welche die Verantwortlichen der Stadt befallen hat, als sich Gerhard Illing im Internet auf das Projekt gestoßen ist und Interesse an ihrem Gebäude Obere Straße 8 bekundet hat. Lange Zeit stand es leer. Mit 350 000 Euro aus dem Entschädigungsfonds der Denkmalpflege hat es die Stadt von einem „erbärmlichen“ in einen halbwegs sanierten Zustand befördert – und endlich einen Käufer und Nutzer gefunden: die „Stiftung Saazer Heimatmuseum“.<span id="more-283"></span></p>
<p>Ihr Anliegen ist es, die Kultur und Geschichte der Deutschen im tschechischen Saaz, die nach dem Krieg aus ihrer böhmischen Heimatstadt vertrieben wurden, anhand von Bildern, Büchern, Gemälden und Exponaten für die Nachwelt zu bewahren. Ihr Hauptsitz ist seit 1999 im „Markgräflichen Schlösslein“ im mittelfränkischen Georgensgmünd, wo die Stiftung zwei Räume zur Ausstellung und einen Speicher nutzen kann. Doch das Heimatmuseum fasst inzwischen 3000 Exponate, von denen ein Großteil gar nicht ausgestellt werden kann, sondern im Speicher lagern, sagt der Vorsitzende des Stiftungsvorstands, Gerhard Illing, beim Pressegespräch im Rathaus.</p>
<div id="attachment_288" class="wp-caption aligncenter" style="width: 319px"><a href="http://www.saazer-heimatmuseum.de/wp-content/uploads/2011/08/image0022.png"><img src="http://www.saazer-heimatmuseum.de/wp-content/uploads/2011/08/image0022.png" alt="Wird zum Museum: Im bauhistorisch wie stadtgeschichtlich herausragenden Gebäude Obere Straße 8 – hier die Rückansicht – errichtet die „Stiftung Saazer Heimatmuseum“ eine Zweigstelle. Im Bild (von links) Herbert Lupprian (Sanierungsstelle), Stiftungsvorstand Gerhard Illing, Architekt Per Brauneck. Bild: Foto: Waltraud Fuchs-Mauder" title="image002" width="309" height="458" class="size-full wp-image-288" /></a><p class="wp-caption-text">Wird zum Museum: Im bauhistorisch wie stadtgeschichtlich herausragenden Gebäude Obere Straße 8 – hier die Rückansicht – errichtet die „Stiftung Saazer Heimatmuseum“ eine Zweigstelle. Im Bild (von links) Herbert Lupprian (Sanierungsstelle), Stiftungsvorstand Gerhard Illing, Architekt Per Brauneck. Bild: Foto: Waltraud Fuchs-Mauder</p></div>
<p>Im Schlösslein von Georgensgmünd konnte sich das Museum nicht größer ausbreiten, also suchte Illing nach einem geeigneten Objekt für eine Zweigstelle – und wurde in Schweinfurt fündig. Die Stadt ist ihm wohlbekannt. Nach seiner Vertreibung aus Saaz war hier eine Zeit lang sein Zuhause. Hier lernte er seine Frau kennen und heiratete sie im Trausaal des Rathauses, sagt er. Und: Schweinfurt, Obere Straße, im Herzen der Stadt, bedeutet Zentralität und sicher auch mehr Publikumsfrequenz als Georgensgmünd, das „so abseits liegt, dass wir im Jahr nur 200 bis 300 Besucher haben“.</p>
<p>Die Stadt sucht also nach einem Nutzer für das 1558/59 – noch vor dem Schrotturm – erbaute Bürgerhaus, eines der ältesten erhaltenen Gebäude überhaupt, in dem auch noch der Fahrradnaben-Pionier Philipp Moritz Fischer gelebt hat: laut Baureferent Jochen Müller stadthistorisch und baugeschichtlich „von herausragender Bedeutung“; die „Stiftung Saazer Heimatmuseum“ findet es im Internet, und ihr Vorsitzender ist begeistert. Seit Herbst hat er ein geeignetes Gebäude gesucht. Ein Glücksfall für beide Seiten.</p>
<p>Der Vertrag ist unter Dach und Fach, die Stiftung hat das teilsanierte Haus gekauft. In Zusammenarbeit mit Herbert Lupprian (Sanierungsstelle) und dem Architekten Per Brauneck soll es nun fertigsaniert werden. Wenn es nach Illing geht, ist es zum Jahresende schon so weit. Brauneck will sich da noch nicht festlegen lassen.</p>
<p>Das Konzept sieht so aus, dass im Erdgeschoss Gemälde, Bilder, Bücher, Exponate aus Saaz ausgestellt werden – aber auch auf einer kleiner Fläche an die Zerstörung Schweinfurts erinner wird, so OB Sebastian Remelé. Er freut sich, dass das lange Zeit leer gestandene Haus „einen neuen Hüter bekommen hat“. Im ersten und zweiten Stock sollen Wohnungen entstehen. Mit dem Erlös aus deren Vermietung soll der Betrieb der Ausstellung im Erdgeschoss finanziert werden, so Illing. Es sei ein „relativ teures Projekt, eine Million wird reinfließen, bis alles fertig ist“.<br />
Eine Gedenkstätte soll die Museums-Zweigstelle nicht werden, „davon gibt es genug“ist. Sie soll an die Geschichte, die Lebensart und Kultur der Deutschen in Saaz erinnern – und gleichzeitig für Versöhnung stehen, sagt Gerhard Illing.</p>
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		<title>In Schweinfurt wird eine Zweigstelle des Saazer Heimatmuseums errichtet</title>
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		<pubDate>Sun, 03 Jul 2011 20:28:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Gerhard Illing</dc:creator>
				<category><![CDATA[Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Heimatmuseum]]></category>
		<category><![CDATA[Saaz]]></category>
		<category><![CDATA[Schweinfurt]]></category>

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		<description><![CDATA[1945 und 1946 wurden die deutschen Bewohner und Bürger von den Tschechen aus ihren Wohnungen und Häusern getrieben, in Lagern eingesperrt und nach monatelanger Zwangsarbeit unter Zurücklassung ihres gesamten Hab und Gutes aus ihrer angestammten Heimat vertrieben. Im Mai und &#8230; <a href="http://www.saazer-heimatmuseum.de/neuigkeiten/in-schweinfurt-wird-eine-zweigstelle-des-saazer-heimatmuseums-errichtet/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>1945 und 1946 wurden die deutschen Bewohner und Bürger von den Tschechen aus ihren Wohnungen und Häusern getrieben, in Lagern eingesperrt und nach monatelanger Zwangsarbeit unter Zurücklassung ihres gesamten Hab und Gutes aus ihrer angestammten Heimat vertrieben. Im Mai und im August 1945 kamen Bahntransporte mit jeweils etwa 1300 Saazer vor allem Frauen und Kinder in Schweinfurt an.</p>
<p>Sie wurden zunächst in den Luftschutzbunkern notdürftig untergebracht und später in Wohnungen und Häusern in den umliegenden Ortschaften einquartiert. Diese ausgehungerten, schlecht bekleideten und teilweise kranken Menschen wurden keine Sozialhilfeempfänger, sondern beteiligten sich im großen Umfang am Wiederaufbau der zerstörten Stadt Schweinfurt. Sie haben sich gut eingebürgert, Familien gegründet und waren beruflich erfolgreich. Die noch heute hier und andernorts lebenden Heimatvertriebenen und ihre Nachkommen sind stolz auf ihre Leistungen und freuen sich, in Schweinfurt ein Museum errichten zu können mit Beweisen ihrer Jahrhunderte langen kulturellen Gestaltung ihrer ehemaligen Heimat in Böhmen und in ihrer Heimatstadt Saaz.<span id="more-278"></span></p>
<p>Die tschechischen Nationalisten und Kommunisten haben alles getan, um jegliche Beziehung der deutschsprachigen Bevölkerung zur Kultur, Wirtschaft und Industrie zu löschen. Alle deutschen Namen der Städte, Ortschaften mit den Straßen, wurden durch tschechische Namen ersetzt. Das gilt auch für weltbekannte Fabriknamen und ihren Erzeugnissen, besonders im Hopfengeschäft. Mit der Errichtung des Museums wird ein Beitrag „Gegen das Vergessen“ geleistet. Ab 1964/65 konnten in jahrzehntelangen Bemühungen wichtige Andenken, Dokumente, Fotoalben, Bilder, Landkarten, Bücher und viele persönliche Dinge und sonstige Kulturgüter aus der alten Heimat gekauft und gesammelt werden.</p>
<p>Die Familie Wurdinger, eine alteingesessene, angesehene Saazer Familie mit einem im Hopfenhandel weltweit bekannten Namen, schuf eine ansehnliche Sammlung von Büchern, Bilder, Dokumenten, Festschriften, Landkarten und Urkunden, die bald die Räumlichkeiten seines Einfamilienhauses in Georgensgmünd füllten. 1983 fand sich eine Reihe von ehemaligen Saazer Bürgern, die seine Bemühungen unterstützten mit der Gründung des Vereins „Saazer Kulturkreis e.V.“ Dessen Aufgabe war die Beschaffung und Bewahrung deutschen Kulturgutes aus dem Saazerland. 1987 entstand die „Saazer Stube“ in einem Raum, den die Stadt Roth im Landratsamt zur Verfügung stellte.<br />
Bei den wiederkehrenden Saazer Heimattreffen in Roth bestand eine gute Möglichkeit unserer Landsleute, die Saazer Stube mit ihren zahlreichen Andenken an ihre Heimatstadt Saaz zu besuchen.</p>
<p>Dieser Raum wurde bald zu eng, wiederum füllte sich das Wohnhaus der Familie Wurdinger mit neu erworbenen Erinnerungsstücken. Da gelang es 1999, im stilgerecht renovierten „Markgräflichen Schlösslein“ in Georgensgmünd, 2 Räume und den Speicher zur Ausstellung und Lagerung der musealen Gegenstände zu bekommen. Aus der Heimatstube wurde 2008 das Heimatmuseum.</p>
<p>Das Saazer Heimatmuseum soll über die Menschen und das Land, das sie über Jahrhunderte bewohnt und gestaltet haben, Auskunft geben.<br />
Der Fortbestand und der Erhalt des Heimatmuseums mit inzwischen über 3000 Exponaten ist durch die Einbringung in eine Stiftung unseren Nachkommen gesichert worden. Das wurde am 24. Mai 2010 gefeiert.</p>
<p>Durch den Erhalt von Nachlässen und Gemälden, darunter auch 10 Gemälde von dem bekannten Saazer Kunstmaler Hugo Gatscher, und dem Erwerb erinnerungswürdiger Andenken, entstand wiederum eine Raumnot. Gerne wären wir in die beiden Räume im ersten Stockwerk des Schlössleins in Georgensgmünd eingezogen, aber die Gemeinde benötigt die historisch schönen Räume für eigene Veranstaltungen.<br />
So begann bereits im Herbst des vergangenen Jahres die Suche nach einem geeigneten Gebäude, in dem die am Speicher gelagerten Gemälde, Bilder, Bücher und interessante Exponate ausgestellt und einem größeren Publikum zugänglich gemacht werden können.<br />
In Schweinfurt, der Stadt der „Industrie und Kunst“, waren teilsanierte Bürgerhäuser zum Kauf angeboten, darunter das Bürgerhaus in der Oberen Straße Nr. 8, ganz in der Nähe des Marktplatzes.</p>
<p>In Verhandlungen mit den zuständigen Stellen der Stadt Schweinfurt, wurde die Nutzung des Gebäudes für die Ausstellung von Bildern, Gemälden und Berichten über historische Ereignisse und sehenswerten Exponaten des Saazer Heimatmuseums gestattet. Eine bebilderte Dokumentation der Zerstörung von Schweinfurt im 2. Weltkrieg und dem Wiederaufbau, in Verbindung mit einem nicht störenden Gewerberaum und Mietwohnungen im ersten und zweiten Obergeschoss. Mit den Mieteinnahmen wird das Saazer Heimatmuseum und die Ausstellung erhalten bleiben und einem größeren Besucherkreis zugänglich sein.</p>
<p>Die gesammelten Andenken und Informationen über die kulturellen und wirtschaftlichen Leistungen der deutschsprachigen Bewohner von Saaz und dem Saazerland in Nordböhmen, dem ehemaligen Sudetenland, sollen auf die vielhundertjährige Geschichte und der historischen Bedeutung der deutschen Stadt Saaz unsere Nachkommen informieren. Die Ausstellung soll aber auch an die schlimmen Kriegsereignisse erinnern und an den geschafften Wiederaufbau, denn das soll nicht in Vergessenheit geraten.</p>
<p>Das Museum ist ein Mahnmal gegen das Unrecht der Vertreibung der deutschen Bewohner aus ihrem Land. Die Erhaltung und Gestaltung ist unsere Verpflichtung. </p>
<p>Dr. Gerhard Illing<br />
Vorsitzender der Stiftung Saazer Heimatmuseum<br />
und im Namen der Fördergemeinschaft des Saazer Heimatmuseums</p>
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		<title>Biographie von Frau Erika Storey</title>
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		<pubDate>Thu, 31 Mar 2011 13:22:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Gerhard Illing</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[England]]></category>
		<category><![CDATA[Erika Storey]]></category>
		<category><![CDATA[Saaz]]></category>
		<category><![CDATA[Vertreibung]]></category>

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		<description><![CDATA[Frau Erika Storey, geborene Schroll aus Saaz ist die Autorin des Buches „A Childhood in Bohemia and the flight to the West” erschienen in England und den USA in 2009. Es ist ein wertvoller Beitrag und Zeitzeugenbericht der schrecklichen Ereignisse &#8230; <a href="http://www.saazer-heimatmuseum.de/allgemein/biographie-von-frau-erika-storey/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Frau Erika Storey, geborene Schroll  aus Saaz ist die Autorin des  Buches „A Childhood in Bohemia and the flight to the West” erschienen  in  England und den USA in 2009. Es ist ein wertvoller Beitrag und Zeitzeugenbericht der schrecklichen Ereignisse von 1945/46 in Saaz, eingefügt in die Geschehnisse nach 1918 in englischer Sprache. Damit wurden in diesen Ländern diese Nachkriegsvorkommnisse bekannt gemacht.</p>
<p><a href="http://www.saazer-heimatmuseum.de/wp-content/uploads/2011/03/Top.jpg"><img src="http://www.saazer-heimatmuseum.de/wp-content/uploads/2011/03/Top.jpg" alt="" title="Top" width="752" height="602" class="alignnone size-full wp-image-265" /></a><br />
<em>Erika Storey mit ihrer Tochter auf dem Saazer St. Antonius Friedhof</em></p>
<p>Frau Erika Schroll wurde am 29.Dezember 1936 in Saaz  geboren und lebte in Saaz mit Ihrer  älteren Schwester Elisabeth, geboren am 25. 10.1932 und ihren Eltern Ferdinand Schroll (*14.6.1908 / + 13.10 1990) und Josefine Schroll geborene Soukup (* 29.12. 1901 / + 1.07.1992) bis 1938  am Lorettoplatz. Danach zogen sie um in ein neues Haus in die Trnowaner Straße und wohnten dort gegenüber dem St. Antonius Friedhof bis  zu Ihrer Vertreibung nach dem verlorenen Krieg 1945.</p>
<p>Am 13.Juni 1945 musste sie mit Ihrer Schwester und Mutter mit wenig Gepäck, wie alle deutschen Frauen und Kinder in Saaz die Wohnung verlassen. Sie wurde ohne ihren Vater, der als Soldat noch nicht zurück gekommen war, in die nahe gelegene SS-Kaserne getrieben. Im Lager traf die Mutter mit ihren beiden Töchtern ihre ältere Schwester und Tante Marie Stupka, geb. Soukup. Den Aufenthalt in dem Lager empfanden sie als Hölle. Es waren einige Tausend Frauen und Kinder auf engstem Raum untergebracht, die hygienischen Verhältnisse waren katastrophal, viele mussten auf dem nackten Beton- oder Ziegelfußboden schlafen, sie hungerten und litten Durst und wurden peinlichen Untersuchungen unterzogen. Viele waren krank auch  ihre Schwester Elisabeth, täglich starben Kleinkinder.</p>
<p>Am 28.06.1945  wurde sie mit ihrer Mutter und  Schwester mit über tausend anderen Lagerinsassen zum Bahnhof gebracht, in offene Kohlewaggons geladen und über Nacht<br />
nach Georgenthal im Erzgebirge transportiert. Von dort ging es zu Fuß in mehrtägigen Märschen über das Erzgebirge in die Silber- und Bergmannstadt Freiberg in Sachsen. Nach tage- und nächtelangen Aufenthalten in Notunterkünften (Turnhalle) wurden sie in einem ehemaligen Gasthaus  lagermäßig untergebracht. Ihre Schwester erkrankte ernstlich an einem rheumatischen Fieber, konnte aber 6 Monate im Krankenhaus versorgt werden und  überlebte so die Wintermonate 45/46.</p>
<p>Nach einem neunmonatigen Lageraufenthalt wurde Frau Schroll mit ihren beiden Töchtern in ein Zimmer ohne Heizung  in der Bergstiftgasse in Freiberg eingewiesen. Dort hungerten und froren sie zwei Jahre, wurden krank und magerten zu  Skeletten ab- die Schwester  musste wieder im Krankenhaus behandelt werden.</p>
<p>In zerlumpter Kleidung  mit  Holzschuhen fand sie ihr Vater 1947, der nach mehrjähriger Gefangenschaft in Jugoslawien nach. Westdeutschland entlassen wurde. Auch er hatte schreckliche Jahre überlebt. Über das „Rote Kreuz“ erfuhr er den Aufenthalt seiner Familie in der „Ostzone“. Es war ein erschütterndes Wiedersehen. Der Vater weinte als er nach Jahren seine Frau und beiden Töchter mit ihren Skelett ähnelnden Körpern in Freiberg wieder sah. Er wollte mit seiner Familie nach Bayern umsiedeln, das wurde nicht genehmigt. Als Ernährer der Familie sollte er zur Familie  nach Sachsen ziehen. Da gab es für ihn keine entsprechende Berufstätigkeit. So hat man beschlossen, dass Frau Schroll, die Mutter mit den beiden Töchtern illegal über die  Zonengrenze nach Bayern ging. Das geschah im Sommer 1947.</p>
<p>Wie in ihrem Buch beschrieben, wurde bei dem Überschreiten der Zonengrenze bei Hof auf sie geschossen, aber ihre Mutter meinte in Sachsen würden sie sowieso sterben und marschierte mutig weiter. Die Grenzposten brachten es wahrscheinlich doch nicht übers Herz die Mutter mit ihren beiden Kindern zu erschießen. Auf  bayerischer Seite trafen sie ihren Vater. Aber das glückliche Ende war noch nicht in Sicht. Sie mussten zunächst in ein Auffanglager in Regensburg um eine Aufenthaltsgenehmigung und Lebensmittelkarten zu bekommen. Als der Kommandant sie sah, teilte er ihnen mit, dass sie wegen Überfüllung des Lagers mit dem nächsten Zug wieder nach Sachsen zurück transportiert werden.</p>
<p>Die Verzweiflung war enorm, der Vater einer Ohnmacht nahe, da nahm die Mutter  ein Fläschchen mit Hoffmannstropfen aus ihrer Tasche, die der Kommandant als Gift betrachtete. Er sprang über sein Pult und rief  nicht schon wieder er hätte schon zuviel dergleichen gesehen und entließ uns ohne Aufenthaltsgenehmigung. Der Vater nahm seine Familie mit zu seinen Eltern, die als Heimatvertriebene in einem kleinen Dorf in Niederbayern wohnten. Dort konnten die vereinigte Familie zunächst in einem Zimmer bei einem Bauern wohnen, angewiesen auf die Barmherzigkeit des Bauern, der sie monatelang ohne Lebensmittelmarken mit durchfütterte.</p>
<p>Es waren beschwerliche Jahre. Ihre Schwester starb 1950 an einem Herzleiden. Eine Herzklappenoperation konnte  aus Kostengründen nicht durchgeführt werden. Erika ging bis 1952 zur Schule in das Nachbarsdorf und konnte durch Erholungsaufenthalte die Folgen ihrer Unterernährung überwinden. 1953 erhielt der Vater eine Anstellung bei der Bahn in Regensburg. Erika, jetzt 15 jährig, ging in Regensburg in die Handelsschule, bekam nach einer Lehre  eine Anstellung als Sekretärin und Buchhalterin bei dem Zeitschriftenverlag Dallmayer. Die lange Leidenszeit war überwunden und es konnte endlich ein normales Leben beginnen.</p>
<p>Erika  ging, wie das zu dieser Zeit öfters geschah, 1958 als „au pair Mädchen“ nach England. Dort lernte sie einen Lehrer kennen, den sie Ende 1960 in Regensburg heiratete. Sie gingen zurück nach England, bekamen in den darauf folgenden 10 Jahren 4 Kinder: Christine, Joseph Marion und Ellen. Die älteste Tochter Christine zog 1981 nach Deutschland, heiratete in Augsburg und lebt seitdem mit  zwei  Kindern dort.</p>
<p>1987 verstarb plötzlich Erikas Mann.1990 ihr Vater und 1992 ihre Mutter. Es waren wieder leidvolle Jahre. Während dieser Zeit schrieb sie das Buch  aufgrund ihrer sehr guten Sprachkenntnisse in englisch, weil in den englisch sprechenden Ländern wenig bekannt ist was im Krieg und nach dem Kriegsende in Europa und hier speziell in Böhmen geschah.  Mit einbezogen wurden die historischen Ereignisse zurück bis 1918 dem Ende des ersten Weltkrieges, um zu verstehen wie es zum zweiten Weltkrieg kam und den schrecklichen Ereignissen, die  Millionen von Menschen und vor allem die  Mütter und ihre Kinder widerfahren ist.</p>
<p><strong>Dr. Gerhard Illing</strong></p>
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		<title>Interview mit Horst Helmer im tschechischen Fernsehen</title>
		<link>http://www.saazer-heimatmuseum.de/allgemein/interview-mit-horst-helmer-im-tschechischen-fernsehen/</link>
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		<pubDate>Sun, 06 Mar 2011 19:59:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kulturkreis Saaz e. V.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Friedhof]]></category>
		<category><![CDATA[Horst Helmer]]></category>
		<category><![CDATA[Saaz]]></category>

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		<description><![CDATA[Bei der Gedenkfeier an Allerheiligen 2010 führte der tschechische Sender Public-TV dieses Interview mit Horst Helmer.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bei der Gedenkfeier an Allerheiligen 2010 führte der tschechische Sender Public-TV dieses Interview mit Horst Helmer.</p>
<p><iframe title="YouTube video player" width="640" height="390" src="http://www.youtube.com/embed/f93kNM5oXpc" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
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		<title>Totenehrung zu Allerheiligen am 1. November 2010</title>
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		<pubDate>Mon, 29 Nov 2010 22:49:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Gerhard Illing</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Böhmen]]></category>
		<category><![CDATA[Erika Stroley]]></category>
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		<description><![CDATA[Auf Einladung der Stiftung „Saazer Heimatmuseum“ wurde am 01. November 2010 zu Allerheiligen zum dritten Mal eine feierliche Totenehrung auf dem St. Antonius Friedhof in Žatec/Saaz abgehalten. Die Feierlichkeiten begannen um 14:30 Uhr an der eindrucksvoll geschmückten Gedenkstätte. Die angereisten &#8230; <a href="http://www.saazer-heimatmuseum.de/allgemein/totenehrung-zu-allerheiligen-am-1-november-2010/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.saazer-heimatmuseum.de/wp-content/uploads/2010/11/IMG_24471.jpg"><img src="http://www.saazer-heimatmuseum.de/wp-content/uploads/2010/11/IMG_24471-300x225.jpg" alt="" title="IMG_2447" width="300" height="225" class="alignnone size-medium wp-image-253" /></a></p>
<p>Auf Einladung der Stiftung „Saazer Heimatmuseum“ wurde am 01. November 2010 zu Allerheiligen zum dritten Mal eine feierliche Totenehrung auf dem St. Antonius Friedhof in Žatec/Saaz abgehalten.</p>
<p>Die Feierlichkeiten begannen um 14:30 Uhr an der eindrucksvoll geschmückten Gedenkstätte. Die angereisten Besucher, darunter die bekannte Buchautorin Erika Storey, geb. Schroll* mit Familie aus London, deutsche und tschechische Freunde und Bekannte aus Saaz, Vertreter der Stadt- und Friedhofsverwaltung, Dolmetscher, Fernsehreporter und Kameramann versammelten sich vor der in 2008 errichteten Grabstätte in der südöstlichen Ecke des neuen Friedhofs, um an die verlorenen Familienmitglieder und Mitbürger in stiller Trauer zu gedenken. Ganz im Sinne der Gründer der Gedenkstätte ist dieser Platz in der südöstlichen Ecke des Friedhofs zu einem Ort der Erinnerung geworden.<span id="more-247"></span></p>
<p>Erneut berichtete das tschechische Fernsehen „TV-OK plus Žatec“ mit einer halbstündigen Reportage von der Feier dreimal täglich vom 08. bis 14. November 2010. In einer Rede vor dem großen schwarzen Holzkreuz betonte der Organisator der Gäste, Herr Dr. Gerhard Illing, dass die Gedenkstätte alle Besucher an die schrecklichen Ereignisse des Jahres 1945 erinnern und damit verhindern soll, dass derartiges nicht noch einmal geschieht. Er sagte, es sind immer noch viele Wunden aus der Vergangenheit in unseren Herzen. Aber es war uns ein wichtiges Anliegen, hier an diesem Ort unseren Verlust und unseren Schmerz zum Ausdruck zu bringen, verbunden mit dem Versuch, in gemeinsamen Gesprächen ein friedliches Miteinander und eine Bewältigung der Vergangenheit zu erreichen.</p>
<p>Über die Schicksale der Menschen in Postelberg wurde in den Medien viel berichtet, aber was in der Stadt Saaz selbst zur Nachkriegszeit geschehen ist, wissen nur wenige Augenzeugen. Herr Horst Helmer wurde als Zeitzeuge befragt, ob er dazu etwas sagen könnte. Er erklärte, in diesem Massengrab liegen seine Tante und sein Onkel. Nach dem Einmarsch der Sowjets im Mai 1945 wurde seine Tante tagelang vergewaltigt und sein Onkel misshandelt, beide haben sich die Pulsadern aufgeschnitten und wurden danach in dieses Massengrab geworfen.</p>
<p>Wie bereits im Vorjahr nahm der Saazer Bürgermeister der Stadt Žatec, Herr Erich Knoblauch, an der Veranstaltung teil. Mit wenigen Worten äußerte er seine Verpflichtung zum Danksagen an die Versammelten, die auch trotz ihres hohen Alters nach Žatec angereist sind. Er betonte, die Stadt habe das Glück gehabt, seit 65 Jahren in Frieden leben zu können. Gerade darum dürfe man die grausamen Ereignisse vor 65 Jahren nicht vergessen.</p>
<p>Nach den Angaben der Zeitzeugen befanden sich die Massengräber aus dem Jahre 1945 in diesem Teil des Friedhofes, wo die Gedenkstätte errichtet wurde. Auf die Frage des Reporters, Herrn Michal Karabec, was die Teilnehmer über die tschechisch deutschen Beziehungen denken, antwortete Herr Dr. Illing: „Wir müssen alle aus den Geschehnissen der Vergangenheit lernen und durch eine Förderung der positiven Entwicklungen der Gegenwart zu einer Versöhnung kommen. Nur durch ein friedliches Zusammenleben kann Not, Armut und Elend vermieden werden.“</p>
<p>Zum Ende des Besuches verbrachten die Teilnehmer einige Minuten in stiller Andacht zu Ehren der Verstorbenen. </p>
<p>Im Auftrag der Stiftung Saazer Heimatmuseum<br />
Dr. Gerhard Illing</p>
<p>Groß-Umstadt, 15. November 2010</p>
<p>Nachbemerkungen:<br />
*) Erika Storey, geborene Schroll, geboren 1936 in Saaz, heimatvertrieben in 1946, schrieb das Buch: „A Childhood in Bohemia and the Flight to the West“ (Eine Kindheit in Böhmen und die Flucht in den Westen) in englischer Sprache mit zahlreichen Familienfotos aus Saaz, veröffentlicht in Great Bitain &#038; USA in 2009 by Arna Books.</p>
<p>Der Friedhof in unserer alten Heimatstadt ist in einem sehr gepflegten Zustand. Viele alte Grabmale sind noch gut erhalten und wurden gepflegt, wenn überlebende Nachkommen bei der Friedhofsverwaltung eine Pflege beantragt und bezahlt haben. Mit erheblichem Geldaufwand wurden die langen Friedhofswege von der Stadt hergerichtet.</p>
<p>Im Saazer Heimatmuseum sind zahlreiche Fotos dieser Grabmale vorhanden.</p>
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		<title>Nachruf für Herrn Rechtsanwalt Gerhard Bendel</title>
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		<pubDate>Sat, 13 Nov 2010 19:20:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Gerhard Illing</dc:creator>
				<category><![CDATA[Neuigkeiten]]></category>

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		<description><![CDATA[Unser Vorstandsmitglied, wertvoller Berater und guter Freund Gerhard Bendel ist am 27. Oktober 2010 verstorben. Sein Tod hinterlässt eine große Lücke. Er wurde am 14. April 1944 in Tetschen-Bodenbach an der Elbe geboren, im damaligen Sudetenland. Er war das einzige &#8230; <a href="http://www.saazer-heimatmuseum.de/neuigkeiten/nachruf-fur-herrn-rechtsanwalt-gerhard-bendel/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Unser Vorstandsmitglied, wertvoller Berater und guter Freund Gerhard Bendel ist am 27. Oktober 2010 verstorben. Sein Tod hinterlässt eine große Lücke.</strong></p>
<div id="attachment_241" class="wp-caption alignnone" style="width: 650px"><a href="http://www.saazer-heimatmuseum.de/wp-content/uploads/2010/11/gerhard_bendel.jpg"><img src="http://www.saazer-heimatmuseum.de/wp-content/uploads/2010/11/gerhard_bendel-1024x695.jpg" alt="Dr. Gerhard Bendel" title="gerhard_bendel" width="640" height="434" class="size-large wp-image-241" /></a><p class="wp-caption-text">Dr. Gerhard Bendel</p></div>
<p>Er wurde am 14. April 1944 in Tetschen-Bodenbach an der Elbe geboren, im damaligen Sudetenland. Er war das einzige Kind seiner Eltern Hugo und Emmi Bendel, geb. Werner. Sein Vater war bei seiner Geburt als Soldat im Kriegseinsatz und bis 1947 in Gefangenschaft. In 1946 wurde die Mutter mit ihrem zweijährigen Sohn aus der Heimat vertrieben und kam nach Saal an der Saale bei Königshofen. Bis zur Rückkehr seines Vaters aus der Gefangenschaft musste sich die Mutter alleine um ihren Sohn kümmern. Auf diese Zeit geht auch seine lebenslange enge Verbindung zu seiner Mutter zurück. In Saal besuchte er auch die Volksschule, dann das Gymnasium im nahe gelegenen Königshofen. Nach dem Abitur in 1963 begann er mit dem Jurastudium an der „Freien Universität in Berlin“, setzte dann sein Studium an der Universite Sorbonne in Paris fort und beendete sein Studium mit dem Staatsexamen an der Julius Maximilian Universität in Würzburg. 1971 erhielt er die Zulassung als Rechtsanwalt. 1975 gründete er mit dem Steuerberater Adolf Götz die Kanzlei „Bendel-Götz und Partner“ in Würzburg, in der er bis wenige Tage vor seinem Tode noch tätig war.</p>
<p>Gerhard Bendel war ein sehr erfolgreicher Rechtsanwalt. Er war schon als 30-jähriger im Würzburger Stadtrat, Vorstandsmitglied und Aufsichtsratsmitglied in verschiedenen Unternehmen, darunter über 30 Jahre im Verwaltungsrat der „Städtischen Sparkasse Würzburg“ der heutigen „Sparkasse Mainfranken“. Er war ein sehr bescheidener Mensch, große Ehrungen für seine Verdienste wollte er nicht. Er war sehr intelligent, konnte gut reden, aber auch zuhören und er konnte ausgleichen und Lösungen finden in sehr schwierigen Fällen. Sein Privatleben stand zunächst unter einem guten Stern. Er heiratete die Juristin Elke, geborene Eder, eine sehr schöne und kluge Frau, die ihm auch beruflich gut zur Seite stand.</p>
<p>Schon nach einer kurzen Zeit wurde seine Ehe zu einer quälend langen Leidenszeit. Seine junge Frau fiel in ein Koma, aus dem sie trotz jahrelanger, teurer Klinikaufenthalte, auch in den USA, nicht mehr erwachte, erst 1998 war der Kampf verloren. Auch Gerhard Bendel hatte viele Jahre schwere gesundheitliche Probleme. Mehrere Operationen, darunter auch zwei Nierentransplantationen und verschiedene Therapien hat er standhaft und ohne zu klagen ertragen und seine Tätigkeit bis kurz vor seinem Tod gewissenhaft ausgeführt. Er wollte auch noch an der Fahrt zum Totengedenken in Saaz im St. Antonius-Friedhof zu Allerheiligen teilnehmen. Dazu kam es nicht mehr.</p>
<p>Wir trauern um ihn.</p>
<p>Dr. Gerhard Illing<br />
im Namen des Kulturkreises Saaz und des Saazer Heimatmuseums</p>
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