„Wien und Sooz“ ein Gedicht in Saazer Mundart

Beim letztjährigen Treffen im Saazer Klostergarten trug die 92-jährige Frau Frank das Gedicht „Wien und Sooz“ in Saazer Mundart vor. Damit diese Sprache nicht in Vergessenheit gerät, haben wir ein Video davon gemacht.

Den Grund für die starke Ähnlichkeit des Saazerischen mit dem Fränkischen kann man nur in der Siedlungsgeschichte suchen. Es müssen Menschen aus Franken gewesen sein, die direkt oder auf Umwegen, innerhalb einer Lebenszeit oder im Verlauf mehrerer Generationen in die Umgebung von Saaz kamen.

Über die mittelalterliche Siedlungsgeschichte ist nur wenig historisch dokumentiert. Ich fasse die Tatsachen kurz zusammen: Das Vogtland, d. h. das Gebiet um Plauen bis Chemnitz wurde im 12. Jahrhunderts deutsch besiedelt. Bereits Anfang des 12. Jahrhunderts siedelte der Graf Wiprecht von Groitzsch Franken aus der Gegend von Würzburg bei Rochlitz an der Mulde an. Um 1130 wurde das Benediktinerkloster Chemnitz gegründet.

Die Mundarten des südwestlichen Sachsen weisen sowohl ostfränkische wie auch ostmitteldeutsche, d. h. obersächsische Merkmale auf. Die Forschung geht aber davon aus, daß sich dort die Zahl der obersächsischen Merkmale im Spätmittelalter erhöht hat, was mit dem Zuzug von Bergleuten aus dem sächsischen Kernland erklärt werden kann.

Im Gebiet des nordwestböhmischen Dialekts, der ja dem vogtländischen sehr ähnlich ist, gibt es Anzeichen deutscher Siedlung seit dem frühen 13. Jahrhundert. Der erste deutsche Ortsname ist Neudörfel, erstmals 1196 erwähnt. Bis Ende des 13. Jh, gab es weitere deutsche Gründungen am Fuß des Erzgebirges. Südlich einer Linie Kaaden-Komotau-Brüx enden diese, hier gibt es nur noch eingedeutschte slawische Ortsnamen, wie Saaz, Podersam, Jechnitz usw. Im Gegensatz zum Erzgebirge war dieses sehr fruchtbare Gebiet schon lange von Slawen besiedelt.

Vermutlich war Saaz lange Zeit eine Stadt mit deutscher Majorität in einem tschechischsprachigen Umland. Dies zeigen auch einige Fakten aus der Stadtgeschichte:

  • Das erste Ratsprotokoll, abgefasst 1268, zeigt, dass die Mehrheit der Stadträte Deutsche waren.
  • In den Hussitenkriegen gab es anfangs noch zweisprachige Protokolle. Die Bevölkerung schloß sich aber, im Gegensatz zu anderen deutschsprachigen Städten Böhmens, den Hussiten an. So wurde aus dem Bürgermeister „Meister Peter“ der Hussitenprediger Petr Němec. Am Ende der Hussitenkriege war Saaz wieder eine tschechische Stadt geworden.
  • Erst nach einer schweren Pestepidemie im späten 16. Jahrhundert, durch die die Bevölkerung dezimiert wurde, gab es wieder eine deutsche Zuwanderung, die aber zunächst noch nicht zu einer deutschen Majorität führte.
  • Erst aus dem frühen 18. Jahrhundert gibt es wieder deutsche Ratsprotokolle, und 1728 wurde in Saaz die letzte Predigt auf Tschechisch in einer den Tschechen vorbehaltenen Kirche gehalten.

Das Saazer Bürgermatrikel verzeichnet in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts noch einen relativ zahlreichen Zuzug von Neubürgern mit deutschen Namen. Die Zuzügler kamen zum großen Teil von weit her: aus anderen deutschsprachigen Städten Böhmens, aus Österreich und aus Süddeutschland. Im Vergleich dazu war um die Mitte des 19. Jahrhunderts der Zuzug geringer geworden, und fast alle Neubürger kamen aus der engeren Umgebung von Saaz. Daraus schließe ich, dass das Saazer Land erst um die Wende des 18. zum 19. Jahrhundert vollständig eingedeutscht war und daß die Stadt sich zuvor noch in einer Sprachinsellage befand.

Ich habe bereits auf die südlich von Saaz verstärkt und inselhaft auftretenden ostfränkischen Sprachmerkmale hingewiesen. Hierfür kommen zweierlei Erklärungen in Frage. Entweder: Die Mundarten nördlich der Eger wiesen ursprünglich dieselben Merkmale auf, sie wurden aber durch den Zuzug von Bergleuten sekundär „saxonifiziert“, während südlich von Saaz der alte Zustand erhalten blieb. Oder: Die ostfränkischen Mundartmerkmale wurden von Neusiedlern aus Franken mitgebracht, die erst nach der Schlacht am Weißen Berg ins Land gerufen wurden. Dies könnte mit der Belehnung von ursprünglich fränkischen Adelshäusern, wie den Grafen von Rieneck und den Fürsten von Schwarzenberg geschehen sein. Im Fall meiner eigenen Vorfahren trifft dies jedenfalls zu: die Familie meiner Großmutter kam als Untertanen der Nostitz-Rieneck aus dem nördlichen Unterfranken nach Stankowitz.

Daß das Gebiet südlich von Saaz erst spät und von Zuzüglern unterschiedlicher Herkunft besiedelt wurde, legt auch die Mundartgeographie nahe. Die Grenze zwischen dem Nordbairischen (Egerländischen) und dem Ostfränkischen (Saazer) Dialekt verläuft vom Erzgebirge über den Kamm des Duppauer Gebirges und weiter Richtung Süden bis zur historischen deutsch-tschechischen Sprachgrenze. Im Norden ist diese Mundartgrenze sehr ausgeprägt und deutlich. Zahlreiche sprachliche Einzelmerkmale, die entweder für das Nordbairische oder das Ostfränkische kennzeichnend sind, grenzen hier auf engem Raum aneinander.

Südlich des Duppauer Gebirges aber wird die Abgrenzung der beiden deutschen Dialekte unscharf. Die Grenzlinien der Einzelmerkmale „zerfasern“ gewissermaßen. Zwischen Netschetin und Podersanka liegt ein Übergangsgebiet von über 30 km Ost-West-Erstreckung in dem ganz allmählich von Westen nach Osten die bairischen Merkmale seltener, die fränkischen häufiger werden. In der Gegend um Petersburg, Jechnitz und Podersanka im äußersten Südosten des Saazer Landes kommen fränkische Dialektmerkmale vor, die nirgendwo sonst in Böhmen, wohl aber in Nordbayern anzutreffen sind. Die naheliegendste Erklärung für diese fränkische Sprachinsel ist der Zuzug von direkt aus Franken stammenden Siedlern in einer Zeit, als die Gegend nördlich der Eger längst von Deutschen besiedelt war.

Ein weiteres Indiz für die späte Eindeutschung des Saazer Landes könnten die zahlreichen tschechischen Lehnwörter sein, die die dortige deutsche Mundart enthält. Innerhalb des Deutschen haben diese Wörter eine unterschiedlich große Verbreitung:

  • Gurke (saazerländisch gork, tsch. okurka) ist sogar in der deutschen Standardsprache gebräuchlich.
  • Kren (standarddeutsch Meerrettich, saazerländisch green, tsch. křen) kommt auch in Bayern und in Österreich vor.
  • Kolatsche (Standarddeutsch Küchlein, saazerländisch gollaatschn, tschech. koláč) ist auf das Gebiet der Habsburgermonarchie beschränkt.
  • Schmetten (Standarddeutsch Rahm, saazerländisch schmeddn, tschech. smetana) ist nur in den deutschen Mundarten Böhmens und Mährens verbreitet.

Nur aus Saaz und seiner ländlichen Umgebung kenne ich:

  • Watschiene : „Zwischenmahlzeit auf dem Feld“, tschech. svačina
  • Blachte: „Plane“ tschech. plachta
  • Grawaasch: „Ochsenknecht, Knecht für die grobe Stallarbeit“, tschech krávař
  • Leschaak: „von Regen oder Wind niedergedrücktes Getreide“, tschech. ležák „Faulenzer“
  • Wonuusch: „Seitentrieb der Hopfenpflanze“, tschech. odnož, „Schößling“
  • Babke: „Wurzelstock der Hopfenpflanze“, tschech. babka „alte Frau“
  • Tauben: „getrocknetes Nasensekret“

Das letzte Wort ist zwar deutsch, aber die Bedeutung entspricht einer nur in der tschechischen Sprache gebräuchlichen Redensart: vybírat holuby, wörtlich „Tauben ausnehmen“, übertragen „in der Nase bohren“.

Es ist ganz offensichtlich, dass diese Wörter sich in der Domäne „Landwirtschaft“ häufen. Abgesehen von einem eventuell noch im 20. Jahrhundert existierenden tschechischen Substrat in der Mundart kommt hierfür aber auch noch eine andere Erklärung in Frage: Die großen und wohlhabenden Bauernhöfe und Adelsdomänen hatten einen hohen Arbeitskräftebedarf. Dieser konnte nicht ausschließlich aus der bodenständigen deutschen Landbevölkerung gedeckt werden, es wurden vielmehr auch tschechische Landarbeiter eingestellt, die die Lehnwörter beim Gespräch mit ihren deutschen Arbeitgebern und Arbeitskollegen verwendeten. Die Deutschen haben diesen Wortschatz teilweise übernommen.

Mehr über den Saazer Dialekt 

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Bilder vom Besuch in Saaz im November 2014

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Im November 2014 trafen sich wieder ehemalige Saazerinnen und Saazer, um sich auszutauschen und den Toten auf dem Saazer Stadtfriedhof zu gedenken. Wie auch in den Vorjahren besuchte die Gruppe unter Leitung von Dr. Gerhard Illing die Statue von Johannes von Saaz im Klostergarten und traf sich mit dem Stellvertretenden Bürgermeister Novotny zu einem Austausch.

Bilder aus Saaz 2014

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Saazer Heimatmuseum am 22. Sept. 2012 in Schweinfurt eröffnet

Wie vor einem Jahr berichtet, konnte die Stiftung Saazer Heimatmuseum das teilsanierte Bürgerhaus in Schweinfurt in der Oberen Straße 8, nahe am Marktplatz, käuflich erwerben, um eine Zweigstelle zum räumlich begrenzten Heimatmuseums in Georgensgmünd zu errichten.

Nach Beendigung der umfangreichen Sanierungsarbeiten vor wenigen Wochen wurde mit der Einrichtung des Museums begonnen. Um in dem Museumsraum die vorhandenen Gemälde gesichert ausstellen zu können, wurde dieser Raum nach den Vorschriften der Versicherung mit Brandschutzmauern, Brandschutztüren, Feuermeldern und einer Videoüberwachung ausgestattet. Weiterlesen

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Aktuelle Bilder aus dem Saazer Heimatmuseum in Schweinfurt

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Ein Spätsommertag in Saaz

Die „Stiftung Saazer Heimatmuseum“ hat zu einer Feierstunde am 30. Oktober 2011 in Žatec/Saaz im neuen parkähnlich angelegten Klostergarten eingeladen. Aufgestellt wurde eine Steinbüste des „Johannes von Saaz“ (Johannes Henslin) zur Erinnerung an die kulturellen Leistungen der Bürger von Saaz, unseren Vorfahren, die viele Jahrhunderte zurückreichen. Die Büste wurde nach vorhandenen Holzschnitten von Urs Koller, einem Bildhauer aus Rohrschach am Bodensee, im Auftrag des Saazer Kulturkreises und der Fördergemeinschaft Stiftung Saazer Heimatmuseum hergestellt.

Büste von Johannes von Saaz in Saaz/Zatec

Büste von Johannes von Saaz in Saaz/Zatec

Zu einem gemeinsamen Mittagessen im Hotel „Cerny Orel“ (Schwarzer Adler) am Schießhausplatz in Saaz, trafen sich 46 ehemalige Saazer und Heimatfreunde, die aus allen Teilen Deutschlands angereist waren. Der Vizebürgermeister der Stadt Žatec, Herr Ing. Jan Novotný und seine Sekretärin begrüßten die deutschen Gäste sehr freundlich. Nach dem harmonischen Zusammensein erfolgte um 14 Uhr die Einweihungsfestlichkeit im Klostergarten. Anwesend war Frau Bürgermeisterin Ždenka Hamousová und Herr Novotný, Abgeordnete der Stadt Žatec, zahlreiche Ehrengäste und die angereisten ehemaligen Saazer Bürger mit ihren Freunden und Bekannten. Weiterlesen

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Bilder von der Gedenkstein-Einweihung in Groß Umstadt

Im September wurde im Gedenken an Johannes Henslin ein Gedenkstein in Groß Umstadt eingeweiht. Die schönsten Bilder von der Feierlichkeit finden Sie in der Bilder-Galerie.

ZU DER BILDER-GALERIE

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In Schweinfurt wird eine Zweigstelle des Saazer Heimatmuseums errichtet

Die Familie Wurdinger, eine alteingesessene, angesehene Saazer Familie mit einem im Hopfenhandel weltweit bekannten Namen, schuf eine ansehnliche Sammlung von Büchern, Bilder, Dokumenten, Festschriften, Landkarten und Urkunden, die bald die Räumlichkeiten seines Einfamilienhauses in Georgensgmünd füllten. 1983 fand sich eine Reihe von ehemaligen Saazer Bürgern, die seine Bemühungen unterstützten mit der Gründung des Vereins „Saazer Kulturkreis e.V.“ Dessen Aufgabe war die Beschaffung und Bewahrung deutschen Kulturgutes aus dem Saazerland. 1987 entstand die „Saazer Stube“ in einem Raum, den die Stadt Roth im Landratsamt zur Verfügung stellte.
Bei den wiederkehrenden Saazer Heimattreffen in Roth bestand eine gute Möglichkeit unserer Landsleute, die Saazer Stube mit ihren zahlreichen Andenken an ihre Heimatstadt Saaz zu besuchen.

Dieser Raum wurde bald zu eng, wiederum füllte sich das Wohnhaus der Familie Wurdinger mit neu erworbenen Erinnerungsstücken. Da gelang es 1999, im stilgerecht renovierten „Markgräflichen Schlösslein“ in Georgensgmünd, 2 Räume und den Speicher zur Ausstellung und Lagerung der musealen Gegenstände zu bekommen. Aus der Heimatstube wurde 2008 das Heimatmuseum.

Das Saazer Heimatmuseum soll über die Menschen und das Land, das sie über Jahrhunderte bewohnt und gestaltet haben, Auskunft geben.
Der Fortbestand und der Erhalt des Heimatmuseums mit inzwischen über 3000 Exponaten ist durch die Einbringung in eine Stiftung unseren Nachkommen gesichert worden. Das wurde am 24. Mai 2010 gefeiert.

Durch den Erhalt von Nachlässen und Gemälden, darunter auch 10 Gemälde von dem bekannten Saazer Kunstmaler Hugo Gatscher, und dem Erwerb erinnerungswürdiger Andenken, entstand wiederum eine Raumnot. Gerne wären wir in die beiden Räume im ersten Stockwerk des Schlössleins in Georgensgmünd eingezogen, aber die Gemeinde benötigt die historisch schönen Räume für eigene Veranstaltungen.
So begann bereits im Herbst des vergangenen Jahres die Suche nach einem geeigneten Gebäude, in dem die am Speicher gelagerten Gemälde, Bilder, Bücher und interessante Exponate ausgestellt und einem größeren Publikum zugänglich gemacht werden können.
In Schweinfurt, der Stadt der „Industrie und Kunst“, waren teilsanierte Bürgerhäuser zum Kauf angeboten, darunter das Bürgerhaus in der Oberen Straße Nr. 8, ganz in der Nähe des Marktplatzes.

Wird zum Museum: Im bauhistorisch wie stadtgeschichtlich herausragenden Gebäude Obere Straße 8 – hier die Rückansicht – errichtet die „Stiftung Saazer Heimatmuseum“ eine Zweigstelle. Im Bild (von links) Herbert Lupprian (Sanierungsstelle), Stiftungsvorstand Gerhard Illing, Architekt Per Brauneck. Bild: Foto: Waltraud Fuchs-Mauder

Wird zum Museum: Im bauhistorisch wie stadtgeschichtlich herausragenden Gebäude Obere Straße 8 – hier die Rückansicht – errichtet die „Stiftung Saazer Heimatmuseum“ eine Zweigstelle. Im Bild (von links) Herbert Lupprian (Sanierungsstelle), Stiftungsvorstand Gerhard Illing, Architekt Per Brauneck. Bild: Foto: Waltraud Fuchs-Mauder

In Verhandlungen mit den zuständigen Stellen der Stadt Schweinfurt, wurde die Nutzung des Gebäudes für die Ausstellung von Bildern, Gemälden und Berichten über historische Ereignisse und sehenswerten Exponaten des Saazer Heimatmuseums gestattet. Eine bebilderte Dokumentation der Zerstörung von Schweinfurt im 2. Weltkrieg und dem Wiederaufbau, in Verbindung mit einem nicht störenden Gewerberaum und Mietwohnungen im ersten und zweiten Obergeschoss. Mit den Mieteinnahmen wird das Saazer Heimatmuseum und die Ausstellung erhalten bleiben und einem größeren Besucherkreis zugänglich sein.

Die gesammelten Andenken und Informationen über die kulturellen und wirtschaftlichen Leistungen der deutschsprachigen Bewohner von Saaz und dem Saazerland in Nordböhmen, dem ehemaligen Sudetenland, sollen auf die vielhundertjährige Geschichte und der historischen Bedeutung der deutschen Stadt Saaz unsere Nachkommen informieren. Die Ausstellung soll aber auch an die schlimmen Kriegsereignisse erinnern und an den geschafften Wiederaufbau, denn das soll nicht in Vergessenheit geraten.

Das Museum ist ein Mahnmal der Vertreibung der deutschen Bewohner aus ihrem Land. Die Erhaltung und Gestaltung ist unsere Verpflichtung.

Dr. Gerhard Illing
Vorsitzender der Stiftung Saazer Heimatmuseum
und im Namen der Fördergemeinschaft des Saazer Heimatmuseums

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Stiftung Saazer Heimatmuseum anerkannt

Es ist geschafft: Das Saazer Heimatmuseum ist abgesichert!
Durch den Erhalt der Stiftungsurkunde von Regierungspräsidium und der Stiftungsaufsicht ist die Stiftung Saazer Heimatmuseum rechtskräftig.

Urkunde für die Stiftung Saazer Heimatmuseum

Damit ist erreicht, dass das teilweise mühselig beschaffte Kulturgut unseren Nachfahren und einer breiteren Öffentlichkeit in einem Heimatmuseum auch weiterhin erhalten bleibt. Die schon vor Jahren eingeleiteten Bemühungen, die bei den Mitgliederversammlungen 2007 und 2009 von den Mitgliedern geplant und bestätigt wurden, kamen somit zu einem erfreulichen Abschluss. Weiterlesen

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Biographie von Herrn Hermann Josef Schneider

Biografie von Herrn Hermann Josef Schneider – Kapellmeister, Chordirektor, Komponist und Musikverleger

Hermann Josef Schneider wurde am 7. April 1862 in Tepl als Sohn eines Gerichtsbeamten geboren. Schon als Kind fiel seine musikalische Begabung auf, er erhielt Musikunterricht und spielte schon als Jugendlicher hervorragend Violine und Klavier.

1881 wurde er Soldat, wie nicht anders zu erwarten, diente er bei einem Musikzug. Hier lernte er die Blasmusik kennen, eine gute Vorschule für die spätere Komposition zahlreicher Märsche für Blasmusik, darunter der bekannte Erzherzog-Carl-Marsch und der Erzherzog-Albrecht-Marsch.

1893 kam er nach Saaz als Lehrer der Musikschule, er leitete den Chor der Saazer Stadtkirche und ab 1897 die Kapelle des Saazer privilegierten Schützenkorps. Durch seine zahlreichen Kompositionen erreichte er bald einen großen Bekanntheitsgrad. Er war ein vielfältiger Komponist. Neben Marschmusik schuf er drei Operetten, Lieder, Konzert- und Tanzmusik, Ouvertüren, Walzer, Polka und Salonmusik.

Sehr bekannt sind seine Schlager „Mein Herz das ist ein Bienenhaus, die Mädchen darin die Bienen…“ aus dem Jahr 1906, oder „Regentropfen, die an mein Fenster klopfen“. Für eine weite internationale Verbreitung seiner Kompositionen sorgte er als Musikverleger seines eigenen Verlages.

In Saaz wohnte er in der „Unteren Vorstadt“ in der Mariengasse und Raimundgasse in der Nähe der unteren Volksschule. Am 25. Feber 1921 verstarb Hermann Josef Schneider. Er wurde auf dem St. Antonius Friedhof in Saaz beerdigt. 

Sein Sohn Herrmann Schneider lebte noch lange in Saaz und spielte im Keller der Goldenen Löwen noch lange. Er starb in den 70 Jahren in Saaz.

 

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Biographie des Primarius Dr. Wilhelm Bergmann

Primarius Dr. Wilhelm Bergmann war ein hochverehrter und sehr geschätzter Arzt, der sich 40 Jahre lang als Leiter des Saazer Krankenhaus verdient machte.

Er wurde am 6.März 1864 in Lusdorf im Bezirk Friedland als vierter Sohn ehrsamer Bauersleute geboren. Er hatte noch vier Brüder und eine Schwester. Er und sein jüngerer Bruder durften studieren. Sie besuchten das Gymnasium in Leitmeritz. Nach dem Abitur studierte er an der Universität in Prag Medizin, wo er im März 1890 zum Doktor promovierte. Sein jüngerer Bruder wurde Tierarzt. Wilhelm war nach dem Studienabschluss für ein Jahr im anatomischen Institut des Prager Krankenhauses beschäftigt. In seiner dreijährigen Tätigkeit als Assistenzarzt an der chirurgischen Klinik erwarb er sich einen sehr guten Ruf als Facharzt, was die Saazer Stadtgemeinde dazu bewog, den jungen Mediziner Dr. Bergmann als Leiter des Saazer Krankenhauses zu berufen.

Mit Antritt der Stelle als Primararzt am 1.Oktober 1893 begann er das Saazer Krankenhaus zu einer Musteranstalt auszubauen. Besondere Beachtung fand der Bau des Lungenpavillions. Nachdem er sich in Saaz und in die verantwortungsvolle Stelle im Krankenhaus gut eingelebt und eingearbeitet hatte heiratete er die achtzehnjährige Stephanie Pohl, geboren am 18.Jänner 1878 in Eger. 1898 kam die erste Tochter zur Welt, ihr folgten in 1900,1904 und 1907 weitere drei Töchter. Er war ein angesehener Familienvater dem Ordnung und Disziplin viel bedeuteten. Seine Hauptfürsorge galt den Kranken und vor allem dem Krankenhaus, aber er kümmerte sich als Stadtrat auch um das Wohl der Saazer Mitbürger, wie aus den Sitzungsprotokollen zu ersehen ist. 1908 erhielt er als Anerkennung seiner Leistungen das Ritterkreuz des Franz-Josef-Ordens. Man benannte die Straße, in dem sein Eckhaus zur Theodor Körner Straße steht- gegenüber dem großen Garten des Klepsch- Hopfenmagazins – in „Dr.Bergmannstraße“. Diese Straße gibt es nicht mehr. In dem ehemaligen Klepschgarten stehen heute neu erbaute Wohnblöcke.

Bei den vielen Verpflichtungen die er hatte, kam das Familienleben manchmal zu kurz. Mit Patienten, die seinen Anweisungen nicht folgten oder Personen, die durch einen liederlichen Lebenswandel, wie er sich ausdrückte, erkrankten, konnte er auch hübsch grob werden. Auch die zahlreichen Besuche von Verwandten und Bekannten am Bett der ruhebedürftigen Patienten fanden bei ihm kein Verständnis. Er untersagte sie. Das Wohl seiner Patienten stand an erster Stelle. In seiner Funktion als Stadtrat galt er als besonders fürsorglich für Bürger und Kranke.

Während des ersten Weltkrieges leistete er Übermenschliches. Dafür erhielt er das Ehrenzeichen des Roten Kreuzes. Das rückhaltlose Vertrauen der Menschen und seine Beliebtheit erwarb er sich durch das Hintansetzen persönlicher Vorteile und seinem unermüdlichen Einsatz für das Wohl der leidenden Menschen. Am 1.Oktober 1933 feierte Dr. Wilhelm Bergmann sein 40-jähriges Jubiläum als Leiter des Saazer Krankenhauses und ging in den Ruhestand. Er erhielt große Wertschätzung, Ehrungen und Anerkennung. Das bezeugte die Saazer Bevölkerung am 11. November 1934 mit einem Aufmarsch von etwa 7000 Menschen. Ein Ehrenausschuss von 30 Vereinen hatte den Dankeszug organisiert. Der damalige Bürgermeister Schönfeld und viele Vertreter der Körperschaften hielten persönliche Dankesreden. Der Ehrenausschuss rief daraufhin eine Dr.-Bergmann-Stiftung ins Leben.

Nach der Beendigung seiner Tätigkeit im Krankenhaus war Dr. Bergmann noch 10 Jahre ärztlich tätig. Im Erdgeschoss der „Bergmannvilla“ hatte er eine kleine Praxis. Im März 1944 feierte der Primarius bei guter Gesundheit im Kreise seiner Kinder und Enkel seinen 80. Geburtstag und war als Vorbild hervorragenden Könnens und seltener Charakterstärke noch nicht vergessen. Am 5.März 1945, einen Tag vor seinem 81igsten Geburtstag, verstarb Dr. Bergmann. Er wurde am Saazer St. Antonius Friedhof beigesetzt; das schlichte Grab ist heute noch erhalten. Seine Frau Stephanie wurde mit den anderen Familienangehörigen nach längeren Lageraufenthalten nach Bayern ausgesiedelt. Sie verstarb am 12.Feber 1965 in Friedberg bei Augsburg.

Dr. Gerhard Illing im Auftrag des Saazer Heimatmuseums

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