Ein Tag im Zeichen des Gedenkens und der Versöhnung

Datum: 3. Juni 2026
Ort: Postelberg (Postoloprty) und Saaz (Žatec)
Der 3. Juni war für die Deutschen aus Saaz ein zutiefst bewegender Tag. Mit der Beauftragen der Sudetendeutschen Landsmannschaft, Frau Birgit Unfug durften sie an mehreren Gedenkveranstaltungen teilnehmen, die nicht nur die schmerzhafte Geschichte unserer Region beleuchteten, sondern vor allem ein starkes Zeichen für Frieden, Brückenbauen und Verständigung setzten.

Der Marsch der Versöhnung in Postelberg

Der Tag begann in Postelberg, der mit  dem traditionellen „Marsch der Versöhnung“ anfing , es war ein ergreifendes Gefühl auf der Seite von Prager Erzbischof Jaroslav Přibyl  mit jungen Studenten und Schüler aus der Tschechischen Republik so vielen Menschen aus Deutschland der Opfer der tragischen Nachkriegsereignisse von 1945 zu gedenken. Der gemeinsame Weg hat mir wieder einmal gezeigt, wie wichtig das aktive Erinnern für unsere gemeinsame Zukunft ist.

Stilles Gedenken an den Erinnerungsorten in Saaz

Nach dem Marsch führte der Weg zurück nach Saaz. Hier hatten sie die große Ehre, die kommenden Gedenkmale gemeinsam mit dem Botschafter, Herrn Botschafters der BRD Herrn Dr. Peter Reuss und Frau Birgit Unfug von der Sudetendeutschen Landsmannschaft  Orte zu besuchen:

Der Jüdische Friedhof

An der Platte für die Opfer des Holocaust hielten wir inne. Gemeinsam mit dem Botschafter ehrte ich das Andenken an die jüdischen Bürger unserer Stadt, die durch den Nationalsozialismus ihr Leben verloren.

 

 

Die Gedenkplatte für die Opfer der Vertreibung: 

Direkt im Anschluss gestalteten wir eine feierliche Ehrung an der Gedenkstätte für die Opfer der Vertreibung. Es war mir ein Herzensanliegen, dort gemeinsam mit dem Botschafter der Menschen zu gedenken, die in den Nachkriegswirren Leid, Vertreibung und Tod erfuhren.

 

Kraftvoller Abschluss: Die Versöhnungsmesse

Den feierlichen und spirituellen Höhepunkt des Tages erlebte sie am Spätnachmittag in Saaz. Sie  nahmen  an der heiligen Versöhnungsmesse teil, die vom Erzbischof von Prag, Seiner Eminenz des Erzbischofs von Prag Jaroslav Přibyl, zelebriert wurde. Seine Worte über Vergebung, den Mut zum Dialog und das christliche Miteinander in Europa haben mich tief berührt und wirken in mir nach.

Dieser Tag hat mir persönlich gezeigt, wie lebendig die Versöhnungsarbeit vor Ort ist. Für unseren Förderverein nehme ich die Ermutigung mit, weiterhin unermüdlich an den Brücken der Freundschaft zwischen unseren Völkern zu bauen.

Impressionen der aus Postelberg und Saaz 

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Sudetendeutscher Tag 2026 in Brünn | Brno

Als wir am Morgen in Brno ankamen, lag schon dieses besondere Gefühl in der Luft: der erste Sudetendeutsche Tag in der Tschechischen Republik. Von den tschechischen Gegendemonstranten, die von Nationalisten aufgeheizt wurden, merkten wir kaum etwas. Diese hatten eine Demonstration in der Mitte der Stadt angemeldet. Die Erinnerung und das Wissen, dass man an diesem Ort Menschen begegnet, die dieselben Wurzeln teilen, beflügelte uns. Noch bevor die Hallen richtig gefüllt waren, bauten wir unseren Stand auf. Zwischen Bannern, Infomaterial und Gesprächen richteten wir auch unsere Ausstellung „Der Ackermann und der Tod“ ein, die viele Besucherinnen und Besucher schon von weitem anzog. Die alten Texte, die kunstvollen Darstellungen und die Geschichte dahinter wirkten wie ein Magnet; immer wieder blieben Menschen stehen, vertieften sich in die Tafeln und kamen mit uns ins Gespräch.

Aus unserem Stand, den wir gemeinsam mit dem Heimatkreis Saaz, der Betreuerin Frau Birgit Unfug und dem Saazer Heimatmuseum sowie den Vorsitzenden der Museumsstiftung hatten, wurde ein kleines Stück dieser Geschichte der Deutschen aus Saaz sichtbar – nicht nur für jene, die Saaz kannten, sondern auch für viele, die zum ersten Mal davon hörten.

Im Laufe des Tages wurde unser Stand zu einem lebendigen Treffpunkt. Menschen erzählten uns von ihren Familien, von Erinnerungen an Saaz oder an das Egerland, manche brachten sogar alte Fotos mit. Besonders die Ausstellung „Ackermann und der Tod“ löste viele Gespräche aus. Einige kannten das Werk aus ihrer Schulzeit, andere entdeckten es völlig neu. Es war schön zu sehen, wie Literatur, Geschichte und persönliche Erzählungen ineinanderflossen und wie sehr die Besucherinnen und Besucher sich dafür interessierten. Für uns war das ein Zeichen, wie wichtig Erinnerungskultur und kultureller Austausch weiterhin sind.

Zwischendurch nutzten wir die Gelegenheit, selbst durch die Hallen zu gehen. Die Ausstellungen, die Musik, die Vorträge – alles trug dazu bei, dass dieser Tag nicht nur informativ, sondern auch emotional war. Immer wieder trafen wir bekannte Gesichter, aber auch neue Kontakte, mit denen wir über mögliche gemeinsame Projekte sprachen. Besonders im Bereich digitale Archivierung und Zeitzeugenarbeit entstanden spannende Ideen, die wir sicher weiterverfolgen werden.

Als am Nachmittag das Licht durch die hohen Fenster fiel und die Besucherströme langsam abebbten, hatten wir das Gefühl, dass dieser Tag uns als Verein ein Stück weitergebracht hat. Unser Stand war nicht nur ein Ort der Präsentation, sondern ein Ort der Begegnung geworden. Die vielen Gespräche, das Interesse an unserer Arbeit und die Resonanz auf die Ausstellung gaben uns neue Motivation.

Auf dem Heimweg waren wir müde, aber erfüllt. Brno hatte uns nicht nur eine Veranstaltung geboten, sondern einen Tag voller Eindrücke, die uns noch lange begleiten werden. Und wir wussten: Auch im nächsten Jahr werden wir, dann in Nürnberg, wieder dabei sein – um Kooperationen zu vertiefen, unsere Projekte weiterzuführen und die Erinnerung an Saaz lebendig zu halten.

Weitere Impressionen aus Brünn 

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Sudetendeutsche Tag in Brünn 2026

Alles Leben ist Begegnung – Život je setkávání. 22. bis 25. Mai 2026

Die Stiftung Saazer Heimatmuseum nimmt an dieser Veranstaltung teil. Zusammen mit den Förderverein der Stadt Saaz | Žatec e.V. und den Heimatkreis Saazer Land präsentiert sie die Neugestaltung des Museums in Schweinfurt und die Ausstellung „Der Ackermann und der Tod“

Am Pfingstwochenende 2026 kommen Sudetendeutsche und ihre Freunde von nah und fern in der mährischen Hauptstadt Brünn zusammen, um ihre jährliche Zusammenkunft erstmals in der Tschechischen Republik zu begehen. Auf dem Messegelände Brünn erwartet die Besucher ein vielfältiges Programm mit Vorträgen, Präsentationen, Mundartlesungen, Filmvorführungen, Buchvorstellungen, musikalischen Darbietungen und Diskussionsrunden.

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Gedenkakt in Saaz – Pogrom an Saazer Juden 1938

Saaz | Žatec den 10. November 2025

Der Pogrom, der in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 in Deutschland und im Gebiet der Sudeten stattfand, forderte über hundert Menschenleben, etwa 30.000 Juden wurden in Konzentrationslager verschleppt, und mehr als 1300 Synagogen und Bethäuser wurden zerstört oder in Brand gesetzt. Auch die Synagoge in Saaz/Žatec wurde damals angegriffen, ihr Brand konnte jedoch glücklicherweise von den örtlichen Feuerwehrkräften gelöscht werden.

Das Gedenken findet in Saaz | Žatec seit 2007 regelmäßig auf Initiative des tschechischen Verein der Landsleute und Freunde der Stadt und der Förderverein der Stadt Saaz in Deutschland in Zusammenarbeit mit der Stadt Žatec, der Jüdischen Gemeinde Teplice und der Synagoge Žatec statt.

Dieses Jahr nahm auch der Vorsitzender der Stiftung Saazer Museum Herr Veit Illing mit seinen Cousin Horst Illing an den Gedenken teil und hinterlegte Blumen an den Gedenkstein am Saazer jüdischen Friedhof. Auch die Stiftung beteiligte sich mit eine Spende an der Vorstellung des Kinderchors in der Saazer Synagoge.

Am Nachmittag fand die stille Gedenkveranstaltung auf dem jüdischen Friedhof unter Teilnahme des neuen Botschafters des Staates Israel in der Tschechischen Republik, seiner Exzellenz Herrn Amir Weissbrod, statt.

 

Vom deutschen Botschaft nahm der Verteidigungsattaché Oberstleutnant Rüdiger Heinrich teil. Zusammen mit dem Bürgermeister der Stadt, Radim Laibl, dem Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Teplice, Michael Lichtenstein, dem Vorsitzenden des Fördervereins Saaz/Žatec, Otokar Löbl, dem Vorsitzenden des Vereins Rodáci Žatec, Petr Šimáček, dem Besitzer der Synagoge, Daniel Černý, und weiteren Gästen ehrten sie das Andenken der Holocaust-Opfer am Gedenkstein durch das Entzünden von Kerzen, Gebet und stillem Gedenken.

Anschließend besichtigten die Teilnehmer der Gedenkveranstaltung in der Zeremonienhalle des Friedhofs die Ausstellung „Luftbrücke Saaz – Israel“, die ein außergewöhnliches Kapitel der gemeinsamen Geschichte der Tschechoslowakei und des neu gegründeten Staates Israel erinnert. Die Ausstellung dokumentiert die Ereignisse der Jahre 1946 bis 1948, als die damalige Tschechoslowakei dem jungen jüdischen Staat wesentliche militärische Hilfe im Existenzkampf bot.

Vom Militärflugplatz in Saaz starteten damals Flugzeuge, die mit Waffen, Munition und militärischem Material beladen waren, das Israel half, seine Unabhängigkeit zu verteidigen. Die Bedeutung dieser Zusammenarbeit würdigte auch der Botschafter des Staates Israel in der Tschechischen Republik, Herr Amir Weissbrod, der anlässlich dieser Gelegenheit den Vereinen und der Stadt Žatec dankte, dass sie dieses bedeutende Kapitel der Geschichte würdigen und das Andenken an Ereignisse bewahren, die bei der Entstehung des Staates Israel halfen. Er sprach allen Anerkennung aus, die bei der Vorbereitung und Pflege der Ausstellung mitwirken, für ihre Bemühungen, das historische Gedächtnis und die Freundschaft zwischen unseren Völkern auch für kommende Generationen zu bewahren.

Die Gedenkveranstaltung zum 87. Jahrestag der Reichspogromnacht hatte ihren Hauptteil in der Synagoge. Nach den Reden der Gäste trat das Kinderrundfunkensemble Disman mit einer berührenden Aufführung von Bildern aus dem Leben der im Theresienstädter Ghetto internierten Kinder „Und der Himmel tat weh…“ auf. Den Abschluss bildete ein Totengebet von Tomáš Pulec von der Jüdischen Gemeinde Teplice und die israelische Nationalhymne Hatikva.

Äußerungen bei der Erinnerung an die Reichspogromnacht:

Radim Laibl, Bürgermeister der Stadt Žatec: „Wir begrüßten gerne den neuen Botschafter Israels in der Tschechischen Republik, Herrn Amir Weissbrod, in unserer Stadt. Gemeinsam ehrten wir das Andenken der Opfer der Reichspogromnacht und des Holocausts. Wir schätzen es sehr, dass seine erste Reise in seiner neuen Funktion gerade in die Region Aussig und konkret nach Žatec führte, das mit der jüdischen Gemeinde sowie mit der konkreten Luftunterstützung für den jungen Staat Israel im Jahr 1948 verbunden ist.“

Petr Šimáček, Vorsitzender des Vereins Rodáci Žatec: „In den Schulen wird heute wenig über jüdische Geschichte gelehrt, und so wissen junge Menschen oft nicht, wie bedeutend dieser Teil der Geschichte für unsere Stadt und das ganze Land über Jahrhunderte war. Dabei lebte, arbeitete und wirkte die jüdische Gemeinde hier fast tausend Jahre. Bei der Erinnerung an die Reichspogromnacht versuchen wir, diese ‚weißen Flecken‘ in der Geschichte zu beleuchten und Raum zum Lernen und Verstehen vor allem für die junge Generation zu öffnen. Mit der Erinnerung an die Reichspogromnacht wollen wir diese weißen Flecken in der Geschichte besonders für die junge Generation zugänglich machen.“

Otokar Löbl, Vorsitzender des deutschen Fördervereins Saaz/Žatec: „Die heutige Pieta ist auch eine Erinnerung an die bedeutende Hopfenarchitektur in Žatec, die im vergangenen Jahrhundert überwiegend von jüdischen Hopfenhändlern errichtet wurde. Sie trug wesentlich zur Aufnahme der Stadt Žatec und ihrer Hopfenlandschaft in die UNESCO-Welterbeliste bei. Auch das gehört zur Erinnerung an die große jüdische Gemeinde in Žatec.“

Michal Lichtenstein, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Teplice:

„Dieses Treffen in Žatec war eine Erinnerung nicht nur an das Leiden der jüdischen Bevölkerung von Saaz und Nordböhmen während der nationalsozialistischen Verfolgung, sondern auch an die Notwendigkeit, wachsam gegenüber den Erscheinungen von Hass und Intoleranz, vor allem Antisemitismus in Europa heute, zu sein. Die Erinnerung an die Reichspogromnacht ist eine Warnung, wie leicht Hass Fuß fassen kann, wenn wir ihm nicht gemeinsam entgegentreten.“

Daniel Černý, Eigentümer der Synagoge Žatec: „Ich freue mich sehr, dass wir diese Gedenkveranstaltung seit 2013 gemeinsam mit den Heimatvertriebenen aus Žatec organisieren können. Gemeinsam bemühen wir uns darum, dass die Saazer Synagoge nicht nur ein Ort des Gedenkens, sondern auch ein Raum für Dialog, Verständnis und Kultur wird. Die Synagoge lebt heute – hier finden Konzerte, Ausstellungen, Treffen und Bildungsaktivitäten statt. Ich freue mich, dass immer öfter auch junge Menschen hierherfinden, die die Geschichte ihrer Stadt kennenlernen und über ihr Erbe nachdenken möchten.“

Impressionen der Veranstaltung

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Saazia

Am Samstag, dem 6. September, wird die Gruppe des Saazer Museums  im Festzug der des Saazer Hopfenfestes auftreten. Sie begleitet die sagenumwobene Saazia.  Woher stammt Saazia ? 

Die Saazia, ist seit jeher der gute Geist der Stadt Saaz. Von Zeit zu Zeit besucht sie auch heute noch die Einwohnerinnen und Einwohner von Saaz/Žatec – manchmal allein, manchmal in Begleitung ihrer mythischen Gefährtinnen und Gefährten, zu denen auch Boresch gehört, der Held der Saazer Sagen. Er vertrieb einst ein Heer schädlicher Geister aus der Stadt und wurde als Belohnung, ebenso wie die Saazia, zum Schutzpatron der Stadt. 

Am liebsten erscheint Saazia bei historischen Festlichkeiten, wenn Saaz voller Freude und Begeisterung ist. Im Regionalmuseum K. A. Polánka in Saaz/Žatec, dass diese Tradition wiederbelebt hat, werden wertvolle Zeugnisse ihrer früheren Auftritte bewahrt. Darunter befindet sich ein Schild mit dem Stadtwappen, das 1910 auf ihrem Wagen mitgeführt wurde, sowie Fotografien von den damaligen Feierlichkeiten, bei denen auch die Kulisse des Priester Tores nicht fehlte. Die Festlichkeiten wurden damals durch die Anwesenheit von Erzherzog Karl von Habsburg, dem Schutzpatron der Saazer Scharfschützinnen und Scharfschützen und späteren letzten böhmischen König, geehrt. Die Saazia traf ihn persönlich, ebenso wie ihre Gefährtin Austria, die Schutzpatronin des damaligen Österreich-Ungarns. 

Ein großer Festzug zog damals durch die Stadt, und den Gästen wurde auf dem Marktplatz ein Hopfentanz dargeboten, aufgeführt von Saazer Mädchen. Die Saazia wurde selbstverständlich von Boresch begleitet, der ein Kostüm trug, das nach der Statue des früheren Brunnens am Saazer Marktplatz gefertigt wurde, dessen Original heute im genannten Museum ruht. 

Die Saazia lebt nicht nur in der Erinnerung weiter – in den letzten Jahren trat sie beispielsweise bei den Feierlichkeiten zum Privilegien Jahr 2015 oder während der Rekonstruktion der Ankunft von König Friedrich Pfälzer im Jahr 2019 auf. Nun freut sie sich auf ein weiteres Treffen mit der Öffentlichkeit – bei der Promenade in den Farben des Hopfens während der diesjährigen Hopfenfestes

Möge das Fest der Saazia tschechisch Žatecie und allen Teilnehmenden Freude bereiten.

Die ist eine Übersetzung eines Artikels des Saazer Regionalmuseums K.H. Polánek 

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Blasmusik ohne Grenzen in Saaz

Am vergangenen Samstag fand im Hopfen und Bier Dom die Veranstaltung in Saaz/Žatec „Blasmusik ohne Grenzen“ statt, die einen bedeutenden Beitrag zur Förderung des kulturellen Austauschs zwischen Tschechien und Deutschland leistete. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher aus Deutschland sowie Zeitzeuginnen und Zeitzeugen der Vertreibung nahmen teil, was die besondere Relevanz und das breite Interesse an diesem kulturellen Ereignis unterstrich. Auch der Vorstandsvorsitzende des Stiftungsrates Saazer Heimatmuseum Herr Veit Illing nahm an dieser Veranstaltung teil. 

Die musikalischen Darbietungen der tschechischen Blaskapelle Horalka und der deutschen Egerländer Blaskapelle vermittelten eindrucksvoll die Vielfalt und Verbundenheit der Blasmusiktraditionen von Tschechen und Deutschböhmen. Beide Ensembles präsentierten ihre charakteristischen Stile, die die fast gleiche kulturelle Identität widerspiegeln.

Besondere Anerkennung verdient die Moderation der Veranstaltung, die den ganzen Nachmittag über von den Vorsitzenden der Saazer Landleute und des Fördervereins Saaz, Petr Šimáček und Otokar Löbl, übernommen wurde. Durch ihre sachkundige und respektvolle Leitung wurde der Ablauf der Veranstaltung geprägt und die Bedeutung des kulturellen Erbes von Saaz/Žatec eindrucksvoll hervorgehoben.

Die Durchführung der Veranstaltung wurde maßgeblich durch die Unterstützung des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds sowie der Sudetendeutschen Landsmannschaft ermöglicht. Diese Förderung unterstreicht die Wichtigkeit grenzüberschreitender kultureller Initiativen und trägt wesentlich zur Bewahrung und Pflege des gemeinsamen historischen und kulturellen Erbes bei. Die Veranstaltung „Blasmusik ohne Grenzen“ setzte somit ein eindrucksvolles Zeichen für Zusammenarbeit, Dialog und Versöhnung.

 

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Ein Nachruf an Dr. Gerhard Illing

Ein Nachruf an meinen Vater,  einen außergewöhnlichen Menschen und den Gründer der Saazer Museums Stiftung in Schweinfurt. Dr. Gerhard Illing 1928-2018

Nachruf Dr. Illing

Dr. Gerhard Illing

Er  wurde am 5. Juli 1928 in Puschwitz (heute Buškovice bei Podbořany) das ist ein Ortsteil von Podersam geboren. Sein Vater entstammt einer alteingesessenen Bauernfamilie aus Puschwitz. Er studierte und wurde Fachlehrer, seine erste Anstellung war in der Mädchen-Bürgerschule in Podersam. Seine Mutter entstammte einer angesehenen Saazer Familie, sie war auch Lehrerin.

Mit seinen Eltern und jüngeren Bruder wohnte er bis 1936 in Puschwitz und ein Jahr in Podersam. Im Jahr 1936 übersiedelten sie nach Saaz. Hier besuchte er die 5-Klassen-Volksschule und ab 01. September 1939 die Oberschule für Jungen. Bis Jahresende 1943 ging er in Saaz zur Schule.

Im  Januar 1944 wurden er mit sieben Mitschüler des Jahrganges 1928 zur Luftabwehr nach Brüx (heute Most)  einberufen. Als Luftwaffenhelfer war er bis zum 31. Januar 1945  Bomber als Seitenrichtkanonier zur Verteidigung des Hydrierwerkes in Brüx. Am 06. Mai 1945 kam er nach Hause und traf seine Eltern und Bruder, die alle unversehrt den Krieg überstanden hatten. Auch das Haus und die Wohnung waren unbeschädigt. Am Mittwoch, den 09. Mai kamen die russischen Truppen zu uns.

Etwa eine Woche später wurde aber sein Vater mit einem Pkw abgeholt zu einer „Besprechung“ in das Saazer Rathaus. Von dieser Besprechung kam mein Vater nie zurück. Er war in der Ersten Tschechoslowakischen Republik Abgeordneter im Prager Parlament für die Sudetendeutsche Partei, bis zum Anschluss des Sudetenlandes an das Deutsche Reich. Nachher im Protektorat Böhmen und Mähren Schulinspektor in Prag. Er wurde zum Verhör nach Rakonitz, etwa 50 km vor Prag gebracht und dort wahrscheinlich erschossen. Er teilte dieses Schicksal mit vielen ehemaligen Abgeordneten der SdP.

Im Juni 1945 kam er mit seiner Mutter in das Lager in Saaz und er wurde zu einem Transport für den Kohlebergbau zugeteilt, der ging nach Kladno bei Prag in der Schacht Max und musste 12 Stunden untertags arbeiten. Nach einer missglückten Flucht mit seinen Freund Hans Jäckel und vielen Misshandlungen ist er mit weiteren Häftlingen nach Saaz entlassen worden.

Dort traf er seine Mutter und seinen jüngeren Bruder wieder. Sie mussten dann noch einige Monate in der Landwirtschaft arbeiten. 

Etwa im März 1946 wurden sie nach Saaz gebracht.  Am Sonntag, 12. Mai 1946 mussten sie zum Bahnhof marschieren. Mit nur 50 kg Handgepäck wurden sie in Viehwaggons verladen und eingeschlossen, 30 Personen pro Waggon, ohne Verpflegung, ohne etwas zu trinken setzte sich der Zug kurz vor Mitternacht in Richtung Westen in Bewegung.

Nachruf Dr. Illing

Schweinfurt 1946

Und so kam er zerlumpt und ohne Vater mit seiner Mutter und Bruder in das zerbombte Schweinfurt. Dort gelang es ihm seine Schulbildung zu beenden und Chemie zu studieren.

In Schweinfurt machte mein Vater die beste  Entdeckung seines Lebens, er traf meine Mutter Margarete, am Stadtrand von Schweinfurt auf eine Maininsel. Beide waren gute Tänzer und genossen die Jahre nach dem Leid und den Entbehrungen des Krieges beim Tanz, der in den Gaststätten und Sälen von Schweinfurt, stattfand. Gerne erinnere ich mich in späteren Jahren, meine beiden Eltern beim Tanzen zu betrachten.

Inzwischen hatte mein Vater promoviert und sich auf dem Gebiet der pharmazeutischen Chemie bei BASF in Neulingen mit der Familie niedergelassen. Durch die Fa. BBC, später Resopal gelangt die Familie nach Groß-Umstadt, wo mein Vater bereit selbständig  mit Abfüllen von Methanol als Frostschutzmittel in der heimischen Garage begann.

Es folgt die Gründung eines eigenen Kunststoff- verarbeitenden Betriebes in Groß-Umstadt, welcher heute in ausgebauter Form unter der Leitung der EMS-Chemie, erfolgreich fortbesteht. Durch seine Kenntnisse aus der pharmazeutischen Chemie, gelang es meinem Vater, zahlreiche Patente anzumelden, indem er Spezialkunststoffe, hochschlagzähe, hitzebeständige Legierungen, entwickelte.

Meine Mutter bestritt den Haushalt, Erziehung der Kinder und arbeitete mit im Betrieb. Ohne diesen Rückhalt und Ihre stetigen berechtigten Einwände auf die immer mehr und größer werdenden Pläne meines Vaters, hätte dieser nicht dieses kleine international vernetzte Unternehmen aufbauen können und an die heutige EMS- Chemie, weitergeben können.

Nachruf Dr. Illing

Dr. Illing bei der Eröffnung des Museums

Bis zu seinem Tod kurz nach seinem 90zigsten Geburtstag, verbrachte er viel Zeit mit der Gründung der Stiftung Saazer Heimatmuseum in Schweinfurt.

In unzähligen Gesprächen, Begegnungen, Anstößen zur Errichtung eines Mahnmals in Saaz, Erinnerungsplätze bereichernd, in Groß-Umstadt und Saaz, konnte er eine Vielzahl der Erlebnisse, die er in seinem Unternehmerischen Leben hintenanstellen musste, nachholen und aufarbeiten.

Die Sinnlosigkeit von Krieg, das Entmenschlichte, Verletzten und Töten von Menschen aufgrund ihrer Rasse, all dies verabscheute er aus eigener Erfahrung und Erkenntnis gegen Ende seines langen und gesegneten Lebens.

In den Jahren vor dem Tod meines Vaters, saß jener häufig an den Abenden auf seinem Balkon und betrachtete die Sterne, mit der Gewissheit, dass sich Lebensenergie nicht einfach auflöst mit dem Lebensende, sondern, so war er fest überzeugt, weiterbestehen bleibt.

 Das möchte ich gerne für mich aufbewahren. In Gedenken an meine Vorfahren, und das Glück in relativer Abwesenheit von Krieg aufwachsen zu dürfen, wünsche ich den mir nachfolgenden Generationen, dass auch Sie von Krieg und Zerstörung nur aus den Geschichten erfahren können.

Mit dem Zitat von Willy Brand, “der Frieden ist nicht alles, aber ohne Frieden ist alles nichts,“ beende ich meinen Nachruf auf einen außergewöhnlichen Menschen mit seiner wundervollen Frau.

VEIT  ILLING  im Juli 2025

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Saaz Gedenkplatte am Friedhof enthüllt

Saaz Gedenkplatte

SAAZ GEDENKPLATTE – Im Jahr 2008 wurde in einer Ecke des Friedhofs von Saaz | Žatec von der Stiftung Saazer Heimatmuseum an der Stelle eines Massengrabes in den hingerichtete Deutsche und Selbstmörder von 1945  beerdigt wurden,  ein symbolisches Kreuz errichtet. Das Fehlen einer erklärenden Tafel am Kreuz führte dazu, dass viele, obwohl dieses Mahnmal eines der jüngsten in der Stadt war, nicht wussten, warum es da war oder dass es überhaupt da war. Oder sie ordneten es anderen Opfern des Krieges zu. Mit der Enthüllung der Saaz Gedenkplatte hier am Kreuz wird eine historische Lücke geschlossen. Diese Gedenktafel wird das Andenken an die ohne Gerichtsverfahren Getöteten ehren. Am Ende eines schrecklichen Krieges, der das Leben von Millionen Menschen verändert hat.

Mit der Enthüllung einer Gedenktafel auf dem städtischen Friedhof von Saaz wurde am 3. Juni 2025 ein Zeichen des Gedenkens und der Versöhnung gesetzt. 

Am Gedenkakt in Saaz nahmen rund 100 geladene Gäste teil, darunter der Bürgermeister von Saaz (Žatec), Radim Laibl, der deutsche Botschafter in Prag, Andreas Künne, der Bundesvorsitzende der Sudetendeutschen Landsmannschaft, Bernd Posselt, und Martin Herbert Dzingel, Präsident der Landesversammlung der deutschen Vereine als Vertreter der deutschen Minderheit. Bürgermeister Laibl betonte die Bedeutung eines ehrlichen Umgangs mit der Vergangenheit: „Wir glauben, dass die Erinnerung, so schmerzhaft sie auch sein mag, uns verbindet und nicht trennt.“ Botschafter Künne bezeichnete den aktuellen Kurs als einen gemeinsamen Weg der Versöhnung.

Gedenkplatte

Die Enthüllung wurde durchgeführt von den Botschafter der BRD in Prag Herrn Andreas Künne und Frau Birgit Unfug, Betreuerin der Heimatlandschaft Erzgebirge-Saazerland

Vor der Enthüllung wurde auf dem jüdischen Friedhof wurde der Opfer der jüdischen Bevölkerung der Region gedacht, die während der NS-Diktatur verfolgt und ermordet worden.

An der Gedenkfeier nahmen neben Angehörigen der Jüdischen Gemeinde auch der Deutsche Botschafter in Tschechien, Andreas Künne, der Bürgermeister von Saaz /Žatec, Radim Leibl, der Vorsitzende und Sprecher der Sudetendeutschen Landsmannschaft Bernd Posselt, der Präsident der Landesversammlung der deutschen Vereine in der Tschechischen Republik, Martin Dzingel, der Vorsitzende der Sudetendeutschen Landsmannschaft in Bayern, Steffen Hörtler, der Vorsitzende des Fördervereins der Stadt Saaz / Žatec, Otokar Löbl, die Heimatkreisbetreuerin für Saaz / Žatec, Birgit Unfug und der Vorsitzende des Stiftungsrates der Stiftung Verbundenheit, Hartmut Koschyk teil.

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Saaz – Geschichte einer böhmischen Stadt

Saaz Geschichte

Entdecken sie die faszinierende Geschichte Stadt Saaz

Saaz – Geschichte. Willkommen auf  der umfassenden Plattform der Stadt Saaz , die der reichen und vielfältigen Stadt Saaz gewidmet ist. Hier bieten Ihnen Einblicke in die historische Bedeutung dieser legendären Stadt im heutigen Tschechien. Von den Anfängen bis zur modernen Zeit – hier erhalten Sie Zugang zu wertvollem Wissen, historischen Ereignissen und kulturellen Aspekten, die Saaz geprägt haben.

Saaz ist nicht nur für seine berühmte Bierbrautradition bekannt, sondern auch für seine beeindruckenden historischen Stätten, die das kulturelle Erbe der Region verkörpern. Unsere Seite richtet sich an alle, die sich für die historische Entwicklung, wichtige Persönlichkeiten, sowie bedeutende Ereignisse der Stadt von Saaz.

Eine Geschichte der Stadt Saaz zu schreiben, ist eine Herausforderung. Nationale Leidenschaften und politisches Kalkül im Kalten Krieg haben seit dem 19. Jahrhundert eine objektive Betrachtung der deutsch-böhmischen Geschichte weitgehend verhindert. Sowohl von deutscher als auch tschechischer Seite stellte man die Verdienste der eigenen Volksgruppe übertrieben heraus, die Taten der anderen Volksgruppe machte man dagegen schlecht oder verschwieg sie. 

In der nationalen tschechischen Geschichtsschreibung, die 1848 mit František Palacký begann, schreibt er sehr emotional von einem ständigen Kampf zwischen Germanen und Slawen, der aber nicht destruktiv, sondern fruchtbar ist. Nach 1948 wurde sie von den Kommunisten uminterpretiert in einen Kampf der besitzlosen Arbeiter und Bauern – das waren die Tschechen – gegen die besitzenden Adeligen, Bürger und Großbauern – das waren die Deutschen. Das rechtfertigte unter anderem die Vertreibung. Viele Spuren der deutschen Besiedlung wurden beseitigt, die jahrhundertelange Geschichte der Deutschen in Böhmen verschwiegen.

Die sudetendeutsche Geschichtsschreibung, die 1918 einsetzte, stellte dagegen die deutsche Besiedlung Böhmens infolge der europäischen Migrationen seit dem Hoch- und Spätmittelalter einseitig als zivilisatorische Wohltat und technische Modernisierung eines zurückgebliebenen Landes dar. Dass dabei auch eigennützige Politik im Spiel war, dass der deutsche Adel in Böhmen handfeste Interessen verfolgte, fiel unter den Tisch. Auch übersah man geflissentlich, dass die Vertreibung der Sudetendeutschen ihre Ursache auch in ihrer Kollaboration mit Hitler-Deutschland hatte. Von beiden Seiten wurde die herausragende Bedeutung der jüdischen Bevölkerung, speziell in Saaz, für das Gedeihen Böhmens über Jahrhunderte verschwiegen.

Die hier präsentierte Kleine Geschichte der Stadt ist ein Versuch des Autors Otokar Löbl, dieser Herausforderung gerecht zu werden, so schrieb er in der Einleitung. 

Eine Kleine Abhandlung über die Stadt Saaz finden sie hier  

 

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Das Saazer Heimatmuseum trauert um seinen Vorsitzenden Dr. Gerhard Illing

 

Trauer

Trauer. Wenige Tage nach seinem 90. Geburtstag verstarb Dr. Gerhard Illing am 8.7.2018 in seiner neuen Heimat Groß-Umstadt. Nach seiner erfolgreichen Karriere als Chemiker war es Gerhard Illing ein großes Anliegen, die Erinnerungen an seine Heimat zu bewahren. So wurde auf seine Initiative hin eine Gedenkstätte auf dem Saazer Friedhof errichtet, eine Statue von Johannes Henslin im Saazer Klosterpark aufgestellt und ein Heimatmuseum in Schweinfurt eröffnet. Ein Nachruf 

 

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